„Mein Glaube hat mir geholfen“
Du hast schon als Kind mit dem Harfenspiel angefangen. Was fasziniert dich an diesem Instrument, ist es der Klang oder die Geschichte?
Mein Vater hat mich dazu gebracht, ich will nicht sagen: genötigt. Und ich habe es gehasst. Weil dieses Instrument so typisch irisch ist und weil es so nach der Schublade „Nettes irisches Mädchen spielt schön Harfe“ aussah. (lacht) Als ich dann bei Clannad einstieg, änderte sich meine Ansicht. Ich fand heraus, dass man damit Nuancen und Farben in die Arrangements bringen kann oder unterschiedliche Riffs. Das nahm mich schließlich für die Harfe ein, und heute finde ich die Möglichkeiten, die sie mir bietet, großartig. So schwer sie zu spielen ist, so sehr mag ich die Simplizität, die sie ausstrahlt. Es gibt fantastische Harfenisten, mit denen ich mich nie vergleichen würde. Ich spiele keine klassische Harfe. Wenn ich sie spiele, dann verbreitet sie für mich Harmonie. Sie ist so einnehmend, wenn man auch nur ein paar Noten spielt. Das ist übrigens viel besser, als sie zu oft einzusetzen.
Ihr habt mit Clannad trotz Kritik gälisch gesungen. Heute kann man Gälisch sogar in Deutschland studieren. Wie denkst du über diese Entwicklung?
(lacht) Ja, ist das nicht unglaublich? Die Leute in Irland halten euch für verrückt. Als ich klein war, war das unsere Sprache, die auf dem Land üblich war. Wenn wir dann in die Stadt kamen, waren wir die Rednecks, die dummen Landeier. Wir hatten Anteil daran, dass sich das geändert hat. Das wäre aber nicht ohne Deutschland gegangen. Die deutschen Fans waren für uns die Rettung. In Irland wollte kein Mensch eine gälisch singende Gruppe hören. Wir konnten auch nicht in England auftreten und dort gälisch singen. Das wäre zu der Zeit mit all den Problemen leichtsinnig gewesen. Also sind wir nach Deutschland gereist, und die Leute liebten unsere Musik. Sie sicherten uns den Lebensunterhalt. Wir sind oft zweimal im Jahr auf Tour gegangen, und ich habe die schönsten Erinnerungen an diese Zeit. Ich habe auch sehr viele gute deutsche Freunde gefunden.
Mein Glaube ist für mich sehr wichtig. Denn er hat mir geholfen, das zu werden, was ich heute bin. Er gibt mir inneren Frieden und Freude.
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