Narrensprünge - ein paradoxer Erkenntnisweg
Im Gespräch mit Margarete Petersen über ihr Lebensprojekt Tarot
Wann war der Moment, in dem Ihnen bewusst wurde, das Tarot wird Ihr Lebensprojekt?
Den gab es erst sehr spät. Ursprünglich hatte ich gedacht, das wird ein Projekt für vier oder fünf Jahre. Ich fand es sehr spannend zu erfahren, was Mythen und Symbole bewirken können. Allerdings ging es mir anfangs mehr darum, eigene Erfahrungen zu machen. Ich habe mich gefragt, wie wirkt ein Symbol? Wie wirkt ein Urbild? Ich bezeichne die große Arkana als Urbilder. Wie wirken sie auf Psyche, Körper und Seele? Dass es ein Prozess ist, der sich eigentlich nicht berechnen lässt, wurde mir erst klar, als ich feststellte, dass ich für ein Bild zehn Monate und länger brauche. Mit der Zeit bekommt man eine gewisse Demut. Wenn man Dinge erfahren will, muss man die kausale Ebene verlassen, um sich auf eine Fühl- und Spür-Ebene zu begeben und dort bestimmte Erfahrungen zu machen; man muss sich öffnen und die Dinge energetisch erfahren.
Die Arbeit am Tarot war alles andere als chronologisch. Ich empfand es eher als einen labyrinthischen Weg, sprunghaft und unberechenbar.
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