Sagenhaftes in neuem Gewand

Sagenhaftes in neuem Gewand

Die große Liebe zwischen Tristan und Isolde nimmt bekanntlich kein gutes Ende. Zuerst stirbt der Held und schließlich seine Holde, als sie zu spät kommt, an gebrochenem Herzen. Die bekannte Fantasy- Autorin Ruth Nestvold erzählt den Mythos nun neu und erstmals aus Sicht Isoldes.

Was hat Sie an der Legende um Tristan und Isolde gereizt?

Ich habe schon immer die Artus-Legenden gern gehabt. In meiner Jugend habe ich T. H. Whites The Once and Future King gelesen, der deutsche Titel ist Der König von Camelot. Darin ist auch die Geschichte von Schwert und Stein enthalten. Im Laufe der Jahre habe ich sehr viele verschiedene Artus-Romane gelesen. Aber erst als ich in Deutschland lebte und studierte, war eins meiner Prüfungsthemen deutsche Literatur. Bei der Vorbereitung darauf bin ich auf Gottfried von Straßburgs Tristan gestoßen und fand das einfach wunderschön. (Ich habe auch meinem neuen Buch Flamme und Harfe Zitate von Gottfried von Straßburg vorangestellt.) Schon damals habe ich zum ersten Mal versucht, aus der Sage eine eigene Geschichte zu machen. Aber mit Kinderbekommen und Promotion blieb es dann erst einmal bei diesem Versuch. Es hat ziemlich lange gedauert, bis ich mich wieder ernsthaft dran gesetzt habe: 15 Jahre. (lacht)

Sie weichen in Ihrer Auslegung der Legende in einigen Punkten von der bekannten Überlieferung Gottfried von Straßburgs ab. Beispielsweise ist Tristan bei Ihnen nicht der Neffe, sondern der Sohn von König Marke, Isolde und er haben ein gemeinsames Kind und am Ende überlebt sie ihren Geliebten. Was hat Sie bewogen, Ihre eigene Fassung zu kreieren?

Wenn man so eine Legende benutzt, muss man sie für sich ganz neu erfinden. Dabei wollte ich nicht zu radikal vorgehen und wesentliche Elemente der Überlieferung habe ich auch beibehalten, beispielsweise den Konflikt zwischen Tristan und König Marke.

Wenn man eine Legende benutzt, muss mansie für sich ganz neu erfinden. Dabei wollteich nicht zu radikal vorgehen.

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