AUF DEN SCHWINGEN DER FREUDE
Wahre innere Freude ist selbsterschaffen. Sie ist unabhängig von äußeren Umständen. In dir und durch dich hindurch fließt ein Fluss, der die Botschaft der Freude mit sich trägt. Diese göttliche Freude ist der einzige Sinn des Lebens.
Sri Chinmoy
In den USA ist das Streben nach Glück, der „pursuit of happiness“, als Grundrecht in der Verfassung verankert. Doch wieviele Menschen sind tatsächlich fähig, wahres Glück, wahre Freude zu erfahren?
„Nur wenn wir das innere Leben nähren, kann das äußere Leben von wirklicher Bedeutung sein,“ sagt Sri Chinmoy. „Tief in unserem Innern wohnt eine göttliches Kind: unsere Seele, der bewusste Vertreter Gottes in uns. Solange dieses Seelenkind nicht erfüllt ist, können wir in unserem äußeren Leben niemals erfüllt sein.“*)
Wie nähren wir das innere Leben und wie bringen wir inneres und äußeres Leben miteinander in Einklang? Durch regelmäßige Meditation, die die inneren, göttlichen Schätze unserer Seele zum Vorschein bringt: Liebe, Frieden, Freude und Licht. Dann kommt der nächste Schritt: diese Schätze zu teilen und weiterzugeben. „Das äußere Leben sollte die Manifestation des göttlichen Lebens in unserem Innern sein.“ Auch das macht uns glücklich.
Die Furcht besiegen
„Furcht zerstört Freude. Liebe zerstört Furcht.“ Sri Chinmoy
Schon in den Upanischaden steht, dass ein spiritueller Sucher Mut braucht. „Die Seele kann nicht von einem Schwächling gewonnen werden.“ Angst und Furcht sind zerstörerische und lähmende Kräfte in uns, die uns von unserer wahren Wirklichkeit trennen und unser Erwachen behindern. Furcht entsteht durch Unwissenheit und Verhaftetsein im Ego, im kleinen „ich“. Sie verschwindet durch das innere Licht, durch die machtvolle Erfahrung unserer Seele. „Meditation ist der beste Weg, Furcht und Angst zu überwinden. In der Meditation versuchen wir, uns mit der Weite, mit dem Absoluten zu identifizieren... Wenn wir unser bewusstes Einssein mit dem Absoluten hergestellt haben, fühlen wir, dass alles ein Teil von uns ist. Und wie können wir uns vor uns selbst fürchten?
Die Macht der Liebe
Wo wahre Liebe ist, kann es keine Furcht geben. Wir fürchten uns, weil wir uns von Gottes Liebe abgeschnitten haben, weil wir unser Einssein mit dem Höchsten, mit der Welt und mit uns selbst nicht fühlen. Sri Chinmoy erklärt, wie wir durch Meditation im spirituellen Herzen dieses Einssein erfahren und spontane Liebe entwickeln - für uns selbst, für andere und für Gott. Wahre Liebe ist die Liebe, die in allem das Göttliche sieht, die nicht besitzen will, sondern gibt und eins wird.
„Der Mensch ist von Natur aus ein Liebender. Doch muss er den wahren Gegenstand seiner Liebe erst noch entdecken. Diese Suche erweckt ihn zur Erfüllung seines wahren Selbst.“
Eine Übung:
Sitze aufrecht und atme ruhig und tief. Fühle, dass dein Atem durch das Herzchakra einund ausströmt (dort, wo wir hindeuten, wenn wir „ich“ sagen). Atme Rastlosigkeit aus und Frieden ein. Nach einigen Atemzügen atme die Kraft des Universums ein und Furcht aus. Zuletzt atme Freude ein und fühle, wie sie sich diese Freude von deinem Herzen her ausdehnt und alles durchdringt. Wiederhole innerlich dabei das Wort „ananda“.

