Balance zwischen weiblichem und männlichem Prinzip

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Progressives Wicca – das Hexenhandwerk im Wandel

Als Janet Farrar Wicca kennen lernte, entdeckte sie eine Art ­Spiritualität, wie sie ihr die christliche Kirche nicht bieten konnte: erdbezogen, das Göttliche in jedem Individuum und in der Natur sehend. Gemeinsam mit ihrem ersten Mann Stewart Farrar veröffentlichte die Britin Bücher, die Außenstehenden das Hexenhandwerk näher brachten. Doch in den 37 Jahren, die sie dem Wicca-Pfad nun folgt, hat sich ihre Sicht auf die alte Religion verändert, wie Janet Farrar im Gespräch mit VISIONEN ­verrät.

Wie sind Sie zu Wicca gekommen?

Zum ersten Mal bin ich 1970 mit dem Hexenhandwerk in Kontakt gekommen. Eine Freundin hatte mir von einem Buch erzählt, das sie gelesen hatte über Alex Sanders, der sich selbst König der Hexen nannte. Dazu muss ich gleich anmerken, dass er für mich kein König der Hexen war, ganz abgesehen davon, dass es so etwas im Wicca gar nicht gibt. Zu dieser Zeit war es der einzige offene Weg in Großbritannien, mehr über Witchcraft zu erfahren und einzusteigen. Das lag daran, dass die Gardnerianer, also die Hexen, die Gerald Gardner folgten, sehr zurückgezogen und leise arbeiteten. Als meine Freundin erzählte, dass sie sich ernsthaft dafür interessieren würde, dachte ich nur, „Oh mein Gott, wo schlittert sie da rein!“ Ich bin christlich erzogen worden und fand, ich müsste sie begleiten, um sie davon abzuhalten, da mitzumachen. Tatsächlich eröffnete sich mir ein ganz neuer Aspekt von Spiritualität, den ich mir damals nie hätte vorstellen können.

„Ohne Spiritualität praktiziert man kein Hexenhandwerk. Es sollte um Verehrung von Gottheiten gehen.“

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