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Agnes Pollner
Die weibliche Seite des Buddha
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Buddhas weibliche Seite

Buddhas weibliche Seite

Als Agnes Pollner begann, sich mit Buddhas Lehren zu beschäftigen, fragte sie sich, welche Rolle eigentlich Frauen im Buddhismus spielen. Die Kölnerin begann zu recherchieren. Das Ergebnis hat sie in einem nicht nur für Frauen lesenswerten Buch veröffentlicht. Mit VISIONEN sprach Agnes Pollner über ihre Motivation und wie sie es geschafft hat, die Geschichten der Yoginis und Buddhistinnen aus Legenden und Erzählungen herauszufiltern, in dem sie nicht selten ein Schattendasein fristen.

Agnes Poller - Foto: privat

Was gab den Impuls, sich so intensiv mit der weiblichen Seite des Buddhismus zu beschäftigen?

Als ich anfing, mich für den Buddhismus zu interessieren und mich mit Meditation zu beschäftigen, habe ich im Kontext einer buddhistischen Gruppe geübt. Dabei fiel mir als feministisch geneigter Frau schnell auf, dass als Vorbilder immer Männer genannt wurden und auch die Buddhas offensichtlich immer männlich waren. Diese Gruppe bezog sich auch auf einen Mann als Hauptlehrer. In der Liturgie kam die Grüne Tara vor. Das war für mich das erste Mal, dass ich einem weiblichen Wesen im Transzendenten begegnet bin. Denn auch in meiner christlichen Vergangenheit – ich bin Protestantin gewesen – kamen Frauen nicht vor. Im Zusammenhang mit meinen ersten buddhistischen Gehversuchen war das ein sehr starker Eindruck. Ich habe daraufhin angefangen herauszufinden, was es mit dieser Grünen Tara auf sich hat. Welche Rolle sie spielt und ob die weiblichen Buddhas zu den männlichen Buddhas gleichwertig sind. Ich wollte jemanden finden, der mir mehr darüber sagen kann. So bin ich zu Sylvia Wetzel gekommen. Sie beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit Buddha Tara und hat sie auch ins Zentrum ihres Mandalas gestellt. Von diesem Punkt aus konnte ich weitergehen und Antworten auf die Fragen finden, die ich als Frau an den weiblichen Weg des Buddhismus habe. Als praktizierende Frau im Westen, was sicher noch einmal einen anderen Blickwinkel hat als eine praktizierende Frau aus östlichen traditionell buddhistischen Gegenden.

Weil Frauen für die Geschichtsschreibung und Legitimation einer Schule nicht so wichtig waren, hat man sie oft einfach nicht dokumentiert.

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