Den richtigen Heiler finden
Die schwarzen von den weißen Schafen scheiden
Heilung nach spirituellen Regeln
Spirituelle Meister wie Jesus sind Menschen, deren Geist mit dem allbewussten Geist Gottes verschmolzen ist. Sie leben nur noch auf der Welt, um ihren göttlichen Auftrag zu erfüllen, suchende Menschen mit der geistigen Rettungsleine der göttlichen Offenbarungen (s. Infos in Printausgabe) zu verbinden. Dank ihrer unbegrenzten geistigen Kraft vollbringen sie die erstaunlichsten Wunder, wenn es darum geht, bestimmte Menschen in bestimmten Situationen von ihren Leiden zu befreien oder ihr Los zumindest zu erleichtern, um ihnen dadurch Gottes Barmherzigkeit zu erweisen.
Obwohl ihr Wille allein genügt, um die Heilung zu bewirken, be achten sie im höheren Interesse ihres spirituellen Auftrags dennoch durchweg strenge Regeln (vgl. VISIONEN, November 2007 ):
- Sie heilen in Übereinstim mung mit dem göttlichen Gesetz des Karma.
- Sie verbergen ihre Wun derkräfte vor der Menge, um nicht Menschen aus falschen Motiven anzulocken.
- Sie lehren selbst ihre engsten Schüler, ihre Gnadenakte nicht als Wunder, sondern als Ergebnis natürlicher Prozesse zu betrachten, wie zum Beispiel der Wirkung von äußeren Heilmitteln, und damit das göttliche Gesetz von Ursache und Wirkung zu achten.
Ein vertrauenswürdiger Hei ler sollte weder Geld noch an dere materielle Gaben als Gegenleistung annehmen.
Diese spirituellen Meister sind die gründlich sten Heiler, denn sie heilen Menschen, die sie einmal in ihre Obhut genommen haben, nicht einfach von bestimmten, ihnen uner träglich erscheinenden Krankheiten, sondern erweisen ihnen diese Gnade nur, um sie auf dem Weg der Meditation nach und nach ganz aus dem Bereich des Leids zu befreien und in die ewig währende Glückseligkeit Gottes zurückzuführen.
Weiße und schwarze Schafe trennen
Obwohl es auf dem Gebiet des spirituellen Heilens zweifellos mehr Scharlatane als echte Heiler gibt, soll hier keinesfalls in Abrede gestellt werden, dass auch Menschen, die von Gott nicht beauftragt sind, die Seelen vom Zyklus der Wie dergeburten zu befreien, in der Lage sind, allein durch ihre geistige Kraft Menschen von physischen und mentalen Leiden zu heilen. Der Patient tut jedoch gut daran, einige der oben genannten Kriterien an diese Menschen anzulegen, um sicher zu stellen, dass sein Helfer wirklich sein Vertrauen verdient. Es gibt unter den Heilern ei ne ganze Reihe von Persönlichkeiten, die über geistige Heilkräfte ver fügen und sie in den Dienst ihrer Mitmenschen stellen, während an dere solche Kräfte in sich entdecken und sie anwenden, um sich Geltung zu verschaffen oder sie zu einem lukrativen Geschäft zu nutzen.
Wie kann man nun die weißen von den schwarzen Schafen unterscheiden?
Zwei Prüfsteine
Den deutlichsten Hinweis auf ihre Motive liefern spirituelle Heiler, wie übrigens auch alle Lehrer auf geistigem Gebiet, durch ihren Umgang mit Geld und anderen materiellen Gütern. Ein Heiler, der Vertrauen verdient, sollte weder für Geld heilen noch an dere materielle Gaben als Gegenleistung für seinen Dienst verlangen oder annehmen. Ein aufrichtiger Heiler weiß, dass die Gotteskraft selbst die Heilung bewirkt und sich seiner nur als Werkzeug bedient, weshalb der Lohn für ihn bereits darin besteht, dass Gott ihn für einen solchen Dienst würdig findet.
Das zweite abträgliche Motiv, das mindestens ebenso häufig anzutreffen ist, liegt im Streben nach Einfluss, Ehre und Macht. Jede Art von übernatürlichen Fähigkeiten birgt die Versuchung, sich damit die besondere Achtung anderer Menschen zu sichern, sie von sich abhängig zu machen und dadurch das eigene Ego zu befriedigen. Ein solches Macht- Abhängigkeitsverhältnis zwischen dem Heiler und dem Kranken ist schon deshalb bedenklich, weil es den Patienten nicht nur dem heilenden Einfluss, sondern auch jeder anderen Einflussnahme seines Helfers aussetzt. Da dieser nicht voll kommen ist, sondern sich unter anderem auch von den Impulsen seines Geltungsbedürfnisses leiten lässt, kann diese Einflussnahme unabsehbare negative Folgen haben.
Derartige Heiler stellen den eigenen Willen gerne über alles, selbst über das göttliche Gesetz des Karma. Sie weisen den Ratsuchenden nicht etwa darauf hin, dass sie zuweilen oder gar des öfteren gegenüber der stärkeren Kraft des Karmas machtlos sind und da her den Heilerfolg niemals mit Bestimmtheit voraussagen können, sondern erklären ohne Umschweife, auf ihre eigene Willenskraft bauend, dass sie stets erfolgreich seien. Sie leugnen damit die höchste Instanz des Geistes Gott und schwingen sich selbst zum Herrn über Menschenschicksale auf.
Abhängigkeiten ausschließen
Früher oder später werden sie durch diese Haltung ihre besonderen Fähigkeiten ver lieren, die ja nichts anderes sind als Gottes Lohn für spirituelle Übung in früheren Lebensläufen. Da Gott stets gegenwärtig ist, kann er diese Gaben wieder entziehen, wenn es sich erweist, dass jemand leichtfertigen Gebrauch davon macht. Ein solcher Heilvorgang bleibt auf die Beziehung zwischen dem Heiler und dem Patienten beschränkt, denn es wird dabei nicht die göttliche Gnade herabgerufen, die allein einen Menschen ganz von der Sühne einer früheren Schuld befreien kann. So bedeutet die gegenwärtige Heilung womöglich nur einen Aufschub der entsprechenden karmischen Rückwirkungen, statt eines „Schuldenerlasses“, womit für den Patienten nicht viel gewonnen ist.
Wer sich an einen Heiler wendet, sollte es diesem demnach positiv anrechnen, wenn er nicht gleich Erfolgsgarantien gibt, sondern ihn in Bescheidenheit auf die gemeinsame Abhängigkeit von der Gotteskraft hinweist. Damit ermöglicht er auch dem Kranken, sich nicht an einen Menschen zu klammern, sondern ebenfalls sein Vertrauen auf die allumfassende Gotteskraft zu richten und bei eingetretenem Erfolg nicht so sehr dem menschlichen Mittler als vielmehr Gott zu danken. Bleibt der Erfolg aus, so weisen beide nicht dem Heiler die Schuld zu, sondern beugen sich, so gut sie können, vor einem höheren Willen.
Um einer Abhängigkeit des Patienten entgegen zu wirken, mag sich der Heiler vordergründig physikalischer oder chemischer Heilverfahren bedienen, auch wenn er weiß, dass eine Heilung nicht durch diese Methoden, sondern durch die Geisteskraft bewirkt wird. Er kann so gar etwa als Arzt tätig sein und unbemerkt vom Patienten zusätzlich zur äußeren Therapie seine in der Meditation gewonnene Verbindung mit der Gotteskraft zum Wohl des Kranken wirken lassen.
Magische Praktiken meiden
Es erscheint jedoch als irreführend, wenn Heilen durch den Geist mit angeblich magischen Kräften in der toten Materie in Verbindung gebracht wird. Hier soll nicht zum höheren Zwecke der Befreiung von Ego, Bindung und Sensationslust die geistige Ursache des Heilerfolgs durch einen scheinbar natürlichen therapeutischen Vorgang über deckt werden – vielmehr wird gerade umgekehrt versucht, das Wirken magischer oder anderer übernatürlicher Kräfte vorzugaukeln, wo diese nicht vorhanden sind. Wer Menschen, die an ernsten Krankheiten leiden, dazu verlockt, auf die Errungenschaften der modernen Medizin zu verzichten und statt dessen auf Wunderkräfte zu bauen, die man ohne irgendeinen Beweis Steinen, der „Mutter Erde“, magischen Formeln oder dubiosen Mixtu ren zuschreibt, lädt eine schwere Schuld auf sich. Meist fällt es nicht schwer, solche Praktiken als das Ergebnis reiner Profitgier aufzudecken. Dabei wäre es allerdings ungerecht, den Schuldigen allein auf der Seite der selbst ernannten Therapeuten zu suchen, denn zur Täuschung gehört auch derjenige, der sich täuschen lässt. Dieses Geschäft mit unseriösen Heilverfahren floriert schließlich nur deshalb, weil eine vorhandene Nachfrage gedeckt wird.
Auf die Gotteskraft vertrauen
Diese wenigen Hinweise versetzen den Kranken sicher nicht in die Lage, unzweifelhaft zwischen einem Scharlatan und einem echten geistigen Heiler zu unterscheiden, der sein Vertrauen rechtfertigt. Sie können dem Ratsuchenden wohl aber die Richtung für seine Suche weisen. Wenn er sich nicht gleich auf jede „neue“, „alternative“ Therapie stürzt, sondern sich, statt in äußere Hektik zu verfallen, still nach innen wendet, die allgegenwärtige, gütige Gotteskraft um Hilfe anruft und für deren Inspiration empfänglich wird, erhält er die nötige Führung, die ihn zu dem Heiler bringt, den Gott ihm bestimmt. Falls die allbewusste Kraft in ihm sieht, dass er im Grunde seines Herzens nicht nur Heilung von einem bestimmten Leiden erhofft, sondern sich nach Erlö sung vom Leiden der physischen Existenz überhaupt sehnt, wird ihm sein Weg früher oder später zu einem Menschen führen, der nicht nur Körper und Gemüt, sondern auch die Seele heilen kann, so wie Jesus (Matth. 7,7) versicherte: „Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch auf getan.“

