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Lama Anagarika Govinda
Buddhistische Wege in die Stille. Schöpferische Meditation und Multidimension...
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Die Einheit in der Vielfalt verwirklichen

Die Einheit in der Vielfalt verwirklichen

Lama Anagarika Govinda (1898-1985) gilt als einer der bedeutendsten „Brückenbauer“ zwischen Ost und West. Mit seinen Schriften über die Buddha-Lehre schuf er für den geistigen Sucher im Westen die Grundlagen für ein theoretisches Verständnis der Natur des Bewusstseins. Sein lange vergriffenes Meisterwerk „Schöpferische Meditation und Multidimensionales Bewusstsein“ ist soeben in überarbeiteter Neuauflage mit neuem Titel „Buddhistische Wege in die Stille“ erschienen.

Lama Govinda, 1898 nahe Dresden geboren, hatte gerade das Buch „Schöpferische Meditation und Multidimensionales Bewusstsein“ mit der Absicht verfasst, aufzuzeigen, inwiefern östliche Weisheit und westliche Philosophie unverzichtbare Bestandteile eines holographischen Bewusstseins sind. Wer nur eine Seite entwickelte, musste zwangsläufig entscheidende Aspekte seines Menschseins vernachlässigen. Dabei ging es nicht um „Bekehrung“ oder um „Rechthaberei“, sondern um Grenzüberschreitung und Transformation.

Die Grundintention des Werkes fasste Govinda in bestechender Klarheit im Vorwort zusammen: “Ich hoffe, dass dieses Buch ein Brückenschlag zwischen diesen beiden Welten werden möge und nicht ein bloßes Handbuch beziehungsweise eine Informationsquelle. Es möge ein Ansporn sein, der auch andere anregt, die Brücke in beide Richtungen zu überqueren. In keinem Fall aber soll es jemanden veranlassen, von der einen zur anderen Seite zu konvertieren. Es soll vielmehr andere ermutigen, die Forschungen, mit denen ich mich befasst habe, fortzusetzen – nicht um einer Endlösung willen, sondern allein aus der Freude, die jenem Gefühl und jener inneren Gewissheit entspringt, dass dem geistigen Entdeckungsdrang eines schöpferischen Lebens kein Ende gesetzt ist und der Akt des Fortschreitens seinen eigenen Lohn in sich trägt.“

„Einswerden bedeutet nicht, sich im anderen aufzulösen und Polarität, auf welcher das Wissen beruht, aufzuheben.“

Eine dynamische Verwirklichung, keine absolute

Govinda geht in „Buddhistische Wege in die Stille“ auf viele Aspekte des Mahayana-Buddhismus ein, von der meditativen Praxis bis hin zu den Verwirklichungsstufen und den Erleuchtungserfahrungen. Dabei behandelt er sowohl historische Erfahrungen als auch seine eigenen inneren Erlebnisse. Zentral bleibt ihm dabei stets der Gedanke einer “dynamischen Verwirklichung”. Es gibt keine „absoluten“ Erfahrungen, wie es auch keine bereits prä-existierende Erleuchtung gibt, die nur von einem “bösen Intellekt” verhindert wird. Sätze wie die heutzutage gerne kolportierten: “Du bist bereits erleuchtet, du weißt es nur nicht”, wären Govinda ein Graus gewesen. Er hatte erkannt, dass die Erleuchtungserfahrung in der harmonischen Balance zwischen Einheit und Differenz angesiedelt – und dass sie nicht final ist!

„Die Idee, dass wir bereits vollkommen seien, weil ja das ganze Universum in uns ...

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