Geistige Wege heute, für Frieden und Toleranz
Dialog über die Grenzen der Religionen hinweg fördern – Internationaler Friedenskongress in Bad Soden
Religionen verfehlen ihren Auftrag, wenn sie keinen anderen Glauben neben sich dulden. Ihre Aufgabe ist es, der Menschheit praktische Wege zurück zu ihrem Ursprung zu weisen. So vielfältig diese Wege auch sein mögen, so haben sie doch alle das gleiche Ziel: den Menschen mit sich, seinen Mitgeschöpfen und dem Seinsgrund zu versöhnen. Gerechtigkeit, Nächstenliebe und Ehrfurcht vor dem Leben sind universelle Wegweiser, Weltfrieden das erhoffte Ergebnis. Daher gilt es, Wege zum gegenseitigen Verstehen und damit zum Frieden zu fördern.
Kriya-Yoga-Meister Hariharananda
Immer wieder haben Weisheitslehrer den interreligiösen Dialog gefördert, unter ihnen der 2002 verstorbene Inder Paramahamsa Hariharananda, dessen 100. Geburtstag in diesem Jahr weltweit gefeiert wird. Er wurde von dem bekannten Lehrer Paramahamsa Yogananda beauftragt, die Praxis des Kriya- Yoga, eine Meditationstechnik, zum Gesunderhalt von Körper, Seele und Geist im Osten und Westen zu vermitteln. Mit seinen Lehren brachte er vielen Menschen den inneren Frieden, den er für das „Geburtsrecht eines jeden Menschen und das Ziel aller Religionen“ hielt.
Paramahamsa Hariharananda erreichte sehr früh den Zustand des Nirvikalpa Samadhi, die höchste Stufe eines Yogi. Nicht jeder muss die höchste Stufe eines Yogis erreichen, um innerem Frieden näher zu kommen. Aber niemand kann die Welt verändern, ohne sich selbst zu verändern. Und dazu gehört, dass jeder Mensch erst sich selbst mit seinen Stärken und Schwächen akzeptieren können muss, um mehr Toleranz und Mitgefühl für seine Mitmenschen zu entwickeln.
Das ist die praktische Essenz aller Religionen und aller Heiligen Schriften. Die ursprüngliche Bedeutung von „Religion“, lateinisch „religare“, ist „wiedervereinen“. So sollte Religion Einheit und Harmonie unter den Menschen herstellen und sie nicht in verschiedene Gruppierungen trennen. Es ist an der Zeit, dass alle Religionen zu ihrer ursprünglichen Verantwortung zurückkehren und praktische Wege für den Menschen in der modernen Zeit, für mehr Frieden und Toleranz aufzeigen.
So sagte Paramahamsa Hariharananda: „Die Essenz aller Religionen ist der innere Frieden. Es gibt viele Bücher und viele Vorträge über die Kultivierung des Körpers, des Verstandes, des Intellekts und der Seele. Aber das Leben ist sehr kurz. Darum sollte man in dieser kurzen Zeit die Wahrheit aller Religionen erlernen bzw. erfahren.“
„Der innere Frieden ist das Geburtsrecht eines jeden Menschen und das Ziel aller Religionen.“ (Paramahamsa Hariharananda)
Hochkarätige Referenten und geistige Lehrer
Am 5. November 2006 findet in Bad Soden bei Frankfurt der «Internationale Friedenskongress 2006» statt, der solche Wege zum gegenseitigen Verstehen und Frieden aufzeigen will. Juden, Christen und Moslems kommen dort ebenso zu Wort wie Sufis, Hindus und Buddhisten. Die Vertreter der Glaubensrichtungen fragen nach gemeinsamen Wurzeln aller Religionen und deren Bedeutung für ein sinnerfülltes Leben in der modernen Welt. Sie suchen gemeinsam nach Wegen zur friedlichen Begegnung und diskutieren, wie sich Religionen in Toleranz und Respekt begegnen und wechselseitig bereichern können. Organisiert wird der Kongress von Kriya Yoga International (www.kriyayoga-europe.org).
Beim Internationalen Friedenskongress in Bad Soden kommen bekannte Persönlichkeiten zu Wort wie der bekannte Benediktinerpater, Autor und Manager-Berater Anselm Grün. Von ihm stammt der Satz: „Die Religionen sind die größten Mächte, die Menschen gestalten und formen, und wenn die Religionen gegeneinander arbeiten, dann kann es keinen Frieden in der Welt geben. Die Religionen müssen miteinander arbeiten, damit die größten Wirkkräfte im Menschen zusammengehen.“
Auf dem Podium sitzen zudem Nadeem Elyas, ehemaliger Vorsitzender des Zentralrats der Muslime; Prof. Hans Jürgen Witteveen, früherer Finanzminister der Niederlande und heutiger Vizepräsident des „International Sufi Movement“; und Sara-Ruth Schumann, Mitglied des Direktoriums des Zentralrats der Juden in Deutschland. Zugesagt haben auch Martin Bauschke von der „Stiftung Weltethos“; Franz Brendle, Vorsitzender der „World Conference of Religions for Peace“ in Deutschland; und Oliver Petersen, Pressesprecher des Tibetischen Zentrums in Hamburg.
Per Video-Interview spricht H.H. Sri Sri Ravi Shankar, Gründer der „Art of Living Foundation“ und Nominee für den Friedensnobelpreis 2005 und 2006. Über Gemeinsamkeiten in der kulturellen Vielfalt sagt er: „Wenn man die Werte in den Vordergrund stellt, dann finden wir, dass alle Religionen die gleichen Werte wie Mitgefühl, Ehrlichkeit, Liebe, Fürsorge und Gebet haben. Auf dieser Ebene der Werte können wir die Leute vereinen und auf den anderen Ebenen herrscht Verschiedenartigkeit. So denke ich, dass die Weisheit darin besteht, die Verschiedenheit zu feiern und den anderen innerhalb der Einheit anzuerkennen.“
Geleitet wird der Kongress von Paramahamsa Prajnananda, Nachfolger von Hariharananda, Autor zahlreicher Bücher und Gründer der «Prajnana Mission» für humanitäre Projekte leitet den Kongress als Präsident. Zitat: „Alle Religionen haben ein höheres Ziel: das Leben hin zu mehr Ruhe und Frieden zu verändern, von Ärger zu Liebe, von Unterschied hin zu Einheit, Vereinigung und Freundschaft. Der Heilige Franziskus sagte in seinem Gebet: „Oh Gott, mach mich zu einem Instrument Deines Friedens!“ Jeder Mensch sollte fühlen können: „Ich bin ein Botschafter des Friedens und der Liebe.“ Und dieser Frieden und diese Liebe sollten nicht nur innerhalb der Grenzen eines Landes oder einer Religion fließen, sondern für die globale Menschheit.“
Kinder sind die Zukunft der Gesellschaft
Der „Internationale Friedenskongress 2006“ unterstützt mit der „Stiftung Hand in Hand, Deutschland“ den Aufbau einer Internatsschule für Not leidende Kinder aus Indien. Diese neue Bleibe befindet sich im Bundesstaat Orissa, der zu den ärmsten Gegenden Indiens gehört. Die Kinder kommen aus den ärmsten Familien und sind zum Teil Halb- oder Vollwaisen. Diese staatlich anerkannte Schule, auch „Hariharananda Balashram“ genannt, ist für diese Kinder die einzige Chance auf eine bessere Zukunft.
Der Unterricht beinhaltet das Lernen des Alphabets, das Üben von Reimen und Liedern. Es werden vier Sprachen unterrichtet: Englisch, Hindi, Oriya und Sanskrit. Eine Kunsterzieherin und eine Tanzlehrerin betreuen bereits die Jüngsten. Auch bekommen diese Kinder einen Einblick in die verschiedenen Weltreligionen, um in unserer globalisierten Zeit Weltoffenheit einzuüben. Praktischer Unterricht in verschiedenen Bereichen wie Gartenarbeit, Handarbeit, Kochen und Hatha Yoga wird ebenfalls angeboten. Ein Sportfest gab es auch schon, das die Kinder begeistert hat. Zudem soll mit Spendenmitteln beim Ausbau der Infrastruktur des Dorfes Arua geholfen werden.

