Heute Mensch – morgen Tier?

Heute Mensch – morgen Tier?

Karmischer Gestaltwandel – ein Wunsch-Service der Natur

An die „Auferstehung des Fleisches“ glauben immer weniger Christen. Versteht man sie als Wiedergeburt der Seele in einem neuen Körper, zählt sie zu den Grundlagen der Spiritualität. Die meisten Befürworter der Seelenwanderung glauben jedoch, eine ehemals menschliche Seele könne sich nicht wieder als Tier verkörpern. Diese Möglichkeit ist aber ebenso logisch wie sinnvoll und gerecht.

Die Hindu-Lehre von der Wiederverkörperung leuchtet mir nicht ein!

Die Ursache von Geburt und Wiedergeburt in dieser Welt sind unsere Wünsche. „Bitte, und es wird dir gegeben“, ist ein Gesetz der Natur. Unser Leben gestaltet sich nach unseren Sehnsüchten und Begierden. Was wir auch wünschen – die Natur sorgt für Erfüllung. Unsere Geburt, der Ort, die Familie und die Umstände, in die wir hineingeboren werden – all das wird von Ewigkeit her durch dieses Gesetz geregelt. Wir werden dorthin gelenkt, wohin es uns am meisten zieht. Es ist unsere Liebe und unsere Bindung an die Formen und Gestalten der Welt, die uns immer wieder nach hier unten ziehen. Je heißer unser Verlangen ist, desto rascher bekommen wir, was wir wünschen.

Unsere Wünsche müssen also erfüllt werden, aber nicht unbedingt in diesem einen Leben – vielleicht weil die Umstände für die Erfüllung eines bestimmten Wunsches gerade nicht günstig sind. Demgemäß wird dieser Wunsch in unserem feinstofflichen Körper aufgezeichnet, der sämtliche Eindrücke festhält. Daraufhin trifft die Natur Maßnahmen zu seiner Erfüllung. Das bedarf einer gewissen Zeit, die wiederum von der Art des Verlangens, seiner Stärke und anderen Umständen abhängt. Wenn der gegenwärtige Körper für die Erfüllung des Wunsches nicht tauglich ist, wird ein neuer Körper geschaffen, in dem die Befriedigung dieses Wunsches am besten möglich ist.

Dazu ein Beispiel: eine junge verheiratete Frau stirbt kinderlos. Alle Tage ihres Lebens hat sie um einen Sohn gebetet, und in der Stunde ihres Todes war dies ihr Herzenswunsch. Die Natur gibt ihr infolgedessen einen Körper, vielleicht sogar den eines weiblichen Tieres, durch den sie bei jedem Wurf alle sechs Monate ein halbes Dutzend Junge bekommt.

Wenn wir uns wie Raubtiere verhalten, müssen wir selbstverständlich wieder zu Raubtieren werden. Wir bekommen dann genau die Gestalt, in der wir unsere Leidenschaften am besten befriedigen können.

Die Natur ist erbarmungslos und genau. Die Verschiedenheit der Körper und Gestalten bedeutet ihr nichts. Sie sieht nur auf das Begehren, das dem „Gedächtniskörper“ eingeprägt ist, und das bleibt sich gleich, egal welchen Körper man annimmt.

Es scheint aber doch sehr grausam, einen Menschen wieder auf den Stand eines Tieres hinab zu schicken.

Die Natur nimmt es nun einmal sehr genau. Bei keiner Regierung werden Sie eine solche Härte und Strenge der Gesetze finden wie im Reich der Natur. Aber stimmt es etwa nicht, dass mancher Mensch sich weit schlimmer aufführt, als ein Tier es überhaupt könnte? Ist die Natur dann nicht im Recht, wenn sie eine solche Seele auf eine niedrigere Ebene hinunter sendet, wo die Umgebung für sie geeigneter ist, um die Früchte ihrer Taten zu ernten und Erfahrungen zu sammeln, die zu ihrer Entwicklung und ihrem künftigen Aufstieg führen?

Mit diesem Gesetz der Wiederverkörperung ist ein anderes Gesetz eng verbunden und verknüpft – das karmische Gesetz: „Wie du säst, so wirst du ernten!“ Die aufgelaufenen Schulden und Verpflichtungen müssen bereinigt werden. Sie tragen die Bilanz Ihrer alten Schulden immer mit sich, ganz gleich, wohin Sie gehen.

Nehmen wir als Vergleich einmal die Schule. Ihr Sohn besucht regelmäßig den Unterricht und arbeitet fleißig, so dass sein Klassenlehrer ihn am Ende des Jahres in die nächst höhere Klasse versetzen kann. Nun aber angenommen, er hat seine Aufgaben nicht gelernt, auch den Unterricht nicht regelmäßig besucht, sondern sich in schlechter Gesellschaft herumgetrieben und dadurch in seinen Leistungen so weit nachgelassen, dass er in der Klasse nicht mehr mitkommt – ist da sein Lehrer nicht berechtigt, ihn zurückzustufen?

Diese Welt ist eine große Schule, in die uns unser Vater schickt, damit wir lernen, die Wahrheit und Wirklichkeit zu erkennen. Es gibt in dieser Schule viele Klassen und Stufen. Wenn wir während unseres Lebens die Aufgabe lernen, um deretwillen wir hierher gesandt wurden, nämlich uns selbst und unseren Schöpfer zu erkennen und nach der Heimkehr in unsere wahre Heimat zu verlangen, dann werden wir bestimmt in die nächst höhere Klasse versetzt, in die geistigen Regionen. Wenn wir aber unsere laufende Aufgabe nicht lernen und auch noch vergessen, was wir in der vorher gehenden Klasse gelernt haben und uns dann wie Tiere oder gar Raubtiere verhalten, müssen wir selbstverständlich wie der in die Klasse der Tiere und Raubtiere zurück gehen.

Sie müssen zweierlei bedenken. Erstens: Die Natur ist nicht verschwenderisch und geht immer den einfachsten, kürzesten Weg. Wenn wir in der menschlichen Gestalt Wünsche und Begierden gehegt haben, die denen eines Tieres entsprechen, dann muss die nächste Geburt zwangsläufig den Abstieg in eine Tiergestalt bringen.

Zweitens: Die Natur ist auch nicht willkürlich, sondern richtet sich genau nach unseren Wünschen. Sie gibt jedem einzelnen die Gestalt, in der ihm seine unerfüllten Sehnsüchte und Begierden am besten erfüllt werden können. Wenn sie sieht, dass ein Mensch von der Jagdleidenschaft besessen ist und darauf aus ist zu töten, gibt sie ihm sogleich die Gestalt z. B. eines Löwen oder Leoparden, in der er dieses Verlangen uneingeschränkt befriedigen kann.

Wenn also ein Mensch überwiegend tierische Neigungen hat, das seltene Geschenk des kostbaren menschlichen Lebens nicht zu schätzen weiß und sich wie ein Tier benimmt, warum sollte die Natur ihn dann nicht zu der Art hinab senden, zu der er in Wirklichkeit gehört?

Und wie schafft es eine Seele, die unter die menschliche Gestalt gesunken ist, wieder zu einer höheren Stufe aufzusteigen?

Die Erfahrungen eines solchen Daseins wer den sie bessern. So wie es Menschen gibt, die sich wie Tiere benehmen, sind Sie umgekehrt bestimmt schon auf Hunde, Katzen und andere Tiere gestoßen, die sich weit besser betragen als so mancher Mensch. Sollte der Herr in seiner Gnade sich dann nicht bewogen fühlen, ihnen die menschliche Gestalt zu geben, die sie so sehr verdienen? Sie haben die ihnen von der Natur erteilte Lektion gelernt: dass es sich nicht auszahlt, im menschlichen Leben tierisch und aggressiv zu sein. Aber eigentlich lernt man all diese Dinge eher durch Erfahrung als durch intellektuelle Diskus sionen kennen.

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