Im Fluss sein
Alex Wilson spricht über Hingabe
Alex, Du bist vielseitig begabt: Künstler, Musiker, spiritueller Lehrer. Was hat sich in deinem Leben in den vergangenen Jahren nachhaltig verändert?
Eigentlich gab es nur eine Änderung. Das war der Hirnschlag, der dazu führte, dass ich meine Karateschule aufgab bzw. verschenkte und in einen natürlichen Fluss – den Flow – kam, der vorher nicht da war. Was danach kam, waren verschiedene Ausdrucksformen. Der Flow kann jetzt so sein, wie er ist.
Wie war das mit der Karateschule, welche Rolle hast du da gespielt?
Ich habe 15 Jahre meine eigene Karateschule geleitet und war mit meinem Ehrgeiz sicher Vorbild für viele Schüler. Ich war ein Lehrer, der die Anerkennung gebraucht hat. Nach dem Hirnschlag mit der „Wandlung“ sind einige Schüler bei mir aufgekreuzt: Wir haben uns über die Hintergründe unterhalten; daraus haben sich die ersten Videos entwickelt und das, was die Leute als „spirituellen Lehrer“ bezeichnen – jetzt musst du im Interview die bekannte Klammer setzen: „Lachen“ (wir lachen tatsächlich!). Die Satsangs oder Talks haben sich dann ganz natürlich daraus ergeben.
Du hast dich als Karatelehrer mit Zen und Taoismus befasst. Gibt es da Aspekte, die du heute noch für sinnvoll oder richtig hältst?
Naja, im Wesentlichen laufen die Wege auf dasselbe hinaus: Tao, Sosein, Buddha-Natur. Andererseits gibt es für die unterschiedlichsten Menschen die entsprechenden Wege, und so sind diese Linien auch entstanden. Ich war sehr auf dem Zen-Trip und hätte meine Tasse hier auf diesem Tisch, den ich als chaotisch empfunden hätte, sehr achtsam abgestellt. Damals war das genau richtig für mich.
Ich kann da sein oder nicht, das ist irrelevant. (Alex Wilson)
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