KÖNNEN WIR IN 5 WOCHEN ZUM BUDDHA WERDEN?

KÖNNEN WIR IN 5 WOCHEN ZUM BUDDHA WERDEN?

Was lässt uns am Leiden anhaften? Wie hilft uns Buddhas Lehre im Alltag? Rüdiger Gleisberg sprach mit dem italienischen Psychologieprofessor Giulio Cesare Giacobbe über das Dharma als psychotherapeutische Praxis.

Herr Professor Giacobbe, Sie haben Philosophie und Psychologie studiert und arbeiten als Dozent für Psychologie an der Universität in Genua. Wie kamen Sie zum Buddhismus?

Ich habe mich sehr lange und intensiv mit dem Buddhismus beschäftigt und kam zu der Einsicht, dass die ursprünglichen Lehren von Buddha weniger philosophischer oder religiöser Natur sind – wie es nach seinem Tod gesehen wurde –, sondern ein praktischer Weg zur Eliminierung des persönlichen Leidens, eine Therapie unserer „Neurose“, die auf einer falschen Sichtweise der Realität basiert.

Einige Leser Ihres Buches (und Hörer des gleichnamigen Hörbuchs) werden den Titel „Zum Buddha werden in 5 Wochen“ als anmaßend empfinden. Kann ein „normaler“ Mensch in fünf Wochen ein Buddha werden?

Der Titel „Zum Buddha werden in 5 Wochen“ ist mehr spielerisch zu sehen und soll bewusst die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich ziehen. Das war die Idee des Verlegers und hängt zusammen mit den fünf Übungen, die ganz gezielt die fünf geistigen Kräfte aktivieren können, basierend auf den originalen Lehren des Buddhas, die ich in dem Werk vorstelle. Theoretisch ist es möglich, in fünf Wochen diese geistigen Kräfte zu aktivieren, aber es hängt auch davon ab, wie tief Menschen in dieses Thema eintauchen, wie groß ihr Wunsch und ihre Sehnsucht danach ist und wie groß ihre Kapazitäten sind. Für eine Neuauflage wünsche ich mir den etwas seriöseren Titel „Die Original-Lehren des Buddhas“.

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