Bilder zum Artikel

Thich Nhat Hanh

Buchtipps

Thich Nhat Hanh
Achtsam leben – wie geht das denn?
- Mehr zum Buch

Leben in einer Welt voller Angst und Gewalt

Leben in einer Welt voller Angst und Gewalt

Thich Nhat Hanh antwortet auf schwierige Fragen

Thich Nhat Hanh, weltbekannter Zen-Meister aus Vietnam, ist unermüdlich unterwegs, um Menschen in Ost und West die Kunst des achtsamen Lebens zu vermitteln. Es ist eine Sache, in ruhigen Zeiten Achtsamkeit beim Gehen oder Teetrinken zu praktizieren, aber eine ganz andere, wenn unsere Praxis in den Stürmen des Lebens auf eine harte Probe gestellt wird. Doch vermag sie gerade dann die größte Hilfe zu leisten. Thay – „Lehrer“, wie Thich Nhat Hanh von seinen Schülern genannt wird – gibt auch hier Rat.

Ich habe Brustkrebs mit Metastasen in drei Organen. Ich habe sehr große Angst. Mein Vater ist im Alter von 50 Jahren auch an Krebs gestorben, aber meine Mutter lebt noch und sie ist 83 Jahre alt. Ich habe Angst, dass die Tumore sich weiter ausbreiten.

Ich glaube, dass Angst den Prozess der Heilung nicht voranbringt. Ich glaube, dass Sie den Prozess der Heilung mit Hilfe der Achtsamkeitspraxis einleiten können. Wenn Sie einatmen, können Sie mit Ihrer Mutter in Berührung kommen: „Mutter, einatmend bin ich in jeder Zelle meines Körpers mit dir in Berührung. Ich weiß, dass du alt geworden bist, dass du einen starken Körper hast und dass all deine Zellen auch in mir sind.“ Auch wenn Ihre Mutter noch am Leben ist, können Sie zu ihr beten: „Meine Mutter in mir, bitte hilf mir, bitte handle.“ Diese Art von Achtsamkeit wird die starken Zellen Ihrer Mutter in Ihnen aktivieren, so dass diese Zellen zu Ihrer Heilung beitragen können.

Der Prozess der Heilung beginnt ebenso damit, heilsame Gedanken zu produzieren. Wir senden die Energie der Liebe und der Freundlichkeit an Menschen, die wir lieben – und wir tun das täglich. Wir senden die Energie der Liebe an all die Menschen, die zum Beispiel in Kriegen sterben – im Irak, im Mittleren Osten. „Möge der Krieg im Mittleren Osten beendet werden, mögen die Menschen im Irak friedlich und sicher leben.“ Und wir können unsere liebende Güte an die Person senden, die uns Leiden zugefügt hat: „Ich weiß, dass du nicht glücklich bist, deshalb verursachst du dir selbst Leiden und lässt Menschen um dich herum leiden. Aber ich möchte nicht, dass du leidest, ich möchte dich nicht bestrafen. Ich weiß, du würdest die Menschen um dich herum nicht unglücklich machen, wenn du selbst glücklich wärst.“

Wenn das Element des Mitgefühls, der Gewaltlosigkeit in uns selbst wahr geworden ist, leiden wir weniger; wir können eine Art Glück empfinden – Freude.

Wenn Sie solche Gedanken jeden Tag hervorbringen können, dann werden sie heilende Wirkungen auf Ihren Körper haben. Sie können auch liebevolle Briefe an Menschen schreiben, auch an solche, die Ihnen Leid zugefügt haben. Auch diese Art, mitfühlende Briefe zu schreiben, besitzt die Kraft der Heilung. Jeden Tag kann man gute Gedanken, aber auch Geschenke an Menschen schicken, die leiden oder nichts zu ...

Mit freundlicher Genehmigung aus: Thich Nhat Hanh: Achtsam leben – wie geht das denn?

Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
Es würde uns sehr freuen, Sie als neuen Abonnenten des Magazins begrüßen zu dürfen.

AGBCopyright & DatenschutzImpressumKleinanzeige aufgeben