„MACHT DIE ERDE ZU EINEM GARTEN EDEN“
Zu einem naturgemäßen Leben zurückkehren
Zur Natur zurückkehren
Der menschliche Körper ist die edelste aller Schöpfungsformen – selbst Götter und Göttinnen sehnen sich danach, ihn zu besitzen. Denn nur im menschlichen Körper kann man zu Gott gelangen. Wenn man ihn bekommen hat, dann besteht der Hauptzweck des Lebens darin, Gott zu erkennen.
Ich möchte, dass ihr spirituell stark werdet und zu idealen Menschen heranwachst. Warum also nicht ein ideales Leben führen? Dazu müssen wir wieder zu einem naturgemäßen Leben zurückkehren. Das ist noch keine Spiritualität, aber hilfreich. Es beruht auf einer einfachen Lebensweise und einer hochstehenden Gesinnung.
Die Lebenskraft stärken
Gebt weniger aus, als ihr verdient. Lasst unnötige Dinge beiseite. Eine in jeder Hinsicht maßvolle Lebensweise erhält eure Lebenskraft und stärkt euch körperlich und mental. Dann könnt ihr auch im Alter noch zehnmal mehr leisten als andere. Ihr braucht auch keine Stärkungsmittel – so lassen sich Millionen sparen. Anscheinend gibt es niemanden, der keine Stärkungsmittel nimmt. Vitamin A, B, C oder D – wozu braucht ihr das alles? Der Mensch ist in seiner Art bereits vollkommen. Das ist bloß Geldverschwendung.
Einfache Nahrung, die gut verdaut wird, reicht als Stärkungsmittel völlig aus. Alles, was nicht richtig verdaut wird, verwandelt sich in Fett. Habt ihr das jemals bedacht? Wir essen mehr als nötig und missbrauchen so dieses wertvolle Leben. Wenn ihr euch angewöhnt, euch nicht immer voll zu essen, bekommt ihr ein blühendes Aussehen und einen strahlenden Blick. Entscheidend ist nicht, wie viel ihr esst, sondern wie viel davon verdaut wird. Das macht euch stark. Doch wir essen einfach zu viel.
Ihr sollt natürlich nicht hungern, sondern nur so viel essen, wie ihr auch verarbeiten könnt. Trockene Weizenkörner zum Beispiel schmecken richtig süß – habt ihr das schon einmal probiert? Jedes einzelne Körnchen steckt voller Süße. Zerkaut ein paar, und ihr werdet es merken. Oder tut etwas Butter darauf und schluckt sie hinunter. Alles, was Gott geschaffen hat, ist in sich vollkommen. Esst nur, wenn ihr hungrig seid – wir essen meist aus reiner Gewohnheit, ob wir hungrig sind oder nicht. Warum einfach etwas in sich hineinessen?
Maß halten
Wenn eure Lebensweise in allem ganz einfach ist, dann spart ihr viele zusätzliche Ausgaben, die ihr jetzt noch habt, und braucht nicht mehr so viel Geld zu verdienen. Was übrig bleibt, könnt ihr mit anderen teilen – mit denen, die Hunger leiden.
Im Allgemeinen brauchen wir von allem zu viel. Wenn man alles im Übermaß genießt, schickt uns die Natur irgendwann die Rechnung dafür. Wenn man zu viel isst, schwächt das die Verdauung. Jedes Übermaß führt zu einer Schwächung. Das gilt für alles, nicht nur fürs Essen. Wenn es zum Beispiel sehr kalt ist und man sich zu warm anzieht, gewöhnt man sich daran. Dann verträgt man keine leichtere Kleidung mehr. So wird die Gewohnheit zur zweiten Natur.
Ein einfaches, maßvolles Leben ist dagegen ein wahrer Segen. Man spürt ein Glücksgefühl im Körper. Man kann sich auch beim Meditieren besser konzentrieren. Man riecht sogar besser, denn auch Gedanken haben ihren eigenen Geruch. Das heißt, ihr werdet auch keine Toilettenartikel mehr brauchen – wo doch jeder irgendwelche Seifen und Parfüms benutzt. Prüft es selbst! Ein Sikh-Heiliger hat einmal gesagt: „Zu Anfang meines spirituellen Lebens war ich wie ihr. Wenn ich mich zur Meditation hinsetzte, hatte ich schlechte Gedanken und ein schlechter Geruch ging von mir aus. Nun dufte ich wie Jasmin, wie ein angenehmes Parfüm.“
Sich natürlich ernähren
Versucht deshalb, in allem einfach zu leben. Das macht sich bezahlt. Mit dem Essen fängt es an. Der Magen ist die Küche – der Mensch ist, was er isst. Wir essen zum Beispiel zu viel Fett. Was fressen die Tiere? Fressen sie etwa Fett? Warum nicht? Sie haben den gleichen Stoffwechsel wie wir. Aber sie wollen nur Gras oder andere natürliche Nahrung. Lebt auch ihr, so einfach ihr könnt. Wenn ihr krank seid, ist es natürlich etwas anderes. Aber wenn ihr es so macht, dann werdet ihr gar nicht erst krank!
Achtet also zuerst auf das, was ihr esst. Es wirkt sich auch auf euren Gemütszustand aus. Ein Hund, der Gemüse zu fressen bekommt, ist ganz gutmütig und friedlich. Bekommt er Fleisch, dann jault und knurrt er! Genauso ist es beim Menschen. Denn in körperlicher Hinsicht seid ihr zuerst Tiere, dann Menschen.
Aber ändert eure Gewohnheiten nach und nach, nicht alle auf einmal. In meinem eigenen Leben vergehen manchmal Tage, ohne dass ich einen Schluck Wasser trinke oder etwas esse. Aber macht mir das nicht gleich nach; eure Gewohnheiten sind schließlich ganz anders.
Miteinander wachsen
Die Nahrung wurde für euch geschaffen, und nicht umgekehrt. Ähnlich wurden die Religionen für den Menschen ins Leben gerufen, nicht der Mensch für die Religionen. Diese Religionen, deren äußere Etiketten wir tragen, wurden für euch gegründet, damit ihr euch weiterentwickeln könnt. Indem ihr nur die „Ismen“ ändert, werdet ihr Gott nicht finden. Befolgt aber die Lehren, die euch verkündet wurden. Das hilft, euch selbst und Gott zu erkennen.
Macht die Erde zu einem blühenden Garten. Und helft anderen, ihren eigenen Garten zu haben. Lebt und lasst auch andere leben. Wenn es für euch gut ist, stark zu sein, ist es dann nicht auch für andere gut? Seid stark, und lasst auch andere stark sein. Helft euch als Eheleute gegenseitig, Gott zu erkennen. Steht einander bei, wenn ihr krank seid. Teilt euer Leben und euren irdischen Besitz. Liebt euren Nächsten wie euch selbst. Liebt auch eure Feinde. Dann brauchen wir weder Militär noch Polizei. Als ich einmal in Delhi eine Rede hielt, war auch der Verteidigungsminister da. Er sagte: „Wenn alle so denken würden, könnte ich meinen Hut nehmen.“ Dann hätten wir den Himmel auf Erden.
Überlegt einmal: Wenn ich andere nicht Hungers sterben, nackt gehen oder krank werden lasse, und wenn jeder so denkt, dann ist doch auch für euch gesorgt. Und wenn ich versucht habe, euren Hunger zu stillen, dann wollt ihr sicher auch nicht, dass andere hungrig sind. Auf diese Weise haben alle zu essen. So einfach ist das!
Zu unserer wahren Natur zurückfinden
Genau genommen besteht auch die Spiritualität in einer Rückkehr zur Natur: zu unserer wahren göttlichen Natur. Versucht, langsam wieder zu euch zu kommen. Das geht natürlich nicht auf einmal. Denn was ist der Mensch? Gott plus Wünsche. Ihr seid alle kleine Götter – Mikrogötter. Gott ist Geist, und Gottes Geist im menschlichen Körper ist der Mensch. Wenn dieser Geist unsterblich ist, gibt es keinen Grund mehr, sich vor dem Tod zu fürchten. So viel Größe habt ihr in euch! Den Geist im menschlichen Körper zu erkennen, wird Spiritualität genannt. Die Menschen haben sie zu etwas schwer Verständlichem gemacht, dabei ist sie im Grunde ganz einfach. Gott ist Geist, und wir sind Geist. Der Menschenkörper ist Geist im Menschen. Wer sind wir also? Wir sind vom selben Wesen wie Gott.
Lasst von allen Wünschen ab, die ihr angenommen habt, und ihr werdet wieder zu Gott. Gebt diese Wünsche wieder dazu, und ihr werdet wieder zu normalen Menschen, auch wenn ihr eigentlich Gott seid. Und wenn ihr noch weiter herab sinkt, engt sich euer Horizont noch mehr ein, und ihr werdet schließlich zu Tieren.
Mit allen Geschöpfen fühlen
Selbst bei Pflanzen findet ihr diesen Geist – in Form von Empfindungsfähigkeit. Habt ihr einmal eine Pflanze beobachtet? Wenn ihr die Hand nach ihr ausstreckt, zieht sie sich zurück – ich habe es selbst gesehen. Und wenn ihr die Hand wieder weg nehmt, entspannt sie sich wieder. Pflanzen sind unsere jüngeren Brüder und Schwestern in Gottes Familie – wie alle anderen Geschöpfe auch.
Ich lebte einmal mit einem Weggefährten ein gutes halbes Jahr im Dschungel. Man brachte uns täglich einen Laib Brot. Wir hatten keine Teller, von denen wir es essen konnten, deshalb benutzten wir dafür Blätter. Wir brauchten nur ein paar, aber die Leute, die uns das Essen brachten, nahmen immer gleich zwei Handvoll. Ich sagte zu ihnen: „Wir brauchen doch nur zwei oder drei. Der Baum hat aufgeschrien, als ihr sie abgerissen habt. Das ist gemein von euch, ein richtiges Verbrechen.“ Ist nicht ein Tropfen Feuchtigkeit da, wenn ihr ein Blatt abreißt? Brecht ein paar Blätter ab, und ihr könnt sie spüren – sie weinen auf dieselbe Weise wie wir. Sie haben auf ihre Weise Knochen, Muskeln und Blut im Innern wie wir. Wenn ihr ein Stück von ihnen abschneidet, spüren sie es: ihr Kreislauf beschleunigt sich. Das hat Dr. Bose in Indien entdeckt. Sie sind also fühlende Wesen.
Je mehr ihr spirituell wachst, um so mehr Empfindsamkeit entwickelt ihr für sie. Ein Sikh- Heiliger machte einmal einen Spaziergang. Er trug er einen weiten Mantel, dessen Saum einen Jasminstrauch streifte und eine Blüte abbrach. Das konnte er in seinem Innern spüren. So etwas würden wir jetzt gar nicht bemerken. Sein Meister bat ihn, in Zukunft vorsichtig zu sein. Von da an schlang er seine Kleidung immer ganz eng um sich, wenn er spazieren ging.
Das Gottesreich auf Erden erkennen
So gesehen ist dies hier das Reich Gottes auf Erden. Das Leben ist etwas sehr Edles. Und der Mensch ist das höchste Wesen in der ganzen Schöpfung. Gott befahl sogar den Engeln, sich vor dem menschlichen Körper zu verneigen. Ihr steht Gott am nächsten. Seid eures Vaters im Himmel würdig. Das ist Religion, versteht ihr? Wir müssen die Dinge nur in der richtigen Perspektive sehen. Nehmt euch das zu Herzen. Kehrt so gut ihr könnt immer mehr zu einem naturgemäßen Leben zurück. Dann wird sich auch euer Blickwinkel wandeln.

