Nichts als Probleme?!
Vom Grübeln zum Handeln kommen
Dazu gibt es eine nette kleine, höchst aufschlussreiche Geschichte.
Ein blinder Mann war in einen tiefen Brunnen gefallen. Da kam zufällig ein Wanderer des Wegs, und als er den Verunglückten entdeckte, bot er ihm voller Mitleid seine Hilfe an. Er ließ ein langes Seil in den Brun nen hinab und sagte zu dem Blinden: „Halte dich gut daran fest, dann ziehe ich dich heraus!“
Doch statt das Seil zu ergreifen, fing der Blinde an, lang und breit zu erzählen, wie er in den Brunnen gefallen war: „Ich weiß gar nicht, wie das passieren konnte. Ich wollte doch nur etwas Wasser schöpfen. Dabei muss ich mich wohl zu weit vorgebeugt haben. So ein Pech aber auch!“ Und so weiter, und so fort.
Wieder ermahnte ihn der Wanderer, doch endlich das rettende Seil zu ergreifen und sich heraufziehen zu lassen. „Deine Geschichte kannst du mir auch später noch erzählen!“
Da fing der Blinde fing, ihm alle möglichen Fragen zu stellen: „Wer bist du überhaupt? Warum machst du dir die Mühe, mich hier heraus zu holen? So viel Selbstlosigkeit gibt es doch gar nicht! Am Ende erwartest du noch ewige Dankbarkeit von mir und nutzt mich ein Leben lang aus. Und wer sagt mir denn, dass du kein Räuber bist, der mir mein Geld weg nimmt und mir den Garaus macht, sobald ich oben angekommen bin?“
„Du musst mir schon vertrauen“, erwiderte der Wanderer, „wenn du dort unten nicht elendiglich umkommen willst. Es ist sehr einsam hier, und fraglich, ob so bald ein anderer Mensch vorüber kommt, der zufällig auch noch ein Seil dabei hat und bereit ist, dich herauszuziehen. Also pack jetzt endlich das Seil und komm hoch!“
„Warum hat Gott die Welt geschaff en? Warum hat er uns hierher geschickt, wo es so viel Elend gibt? Und warum lässt er dieses Elend überhaupt zu? Ich weiß ja, dass solche intellektuellen Fragen in spiritueller Hinsicht nutzlos sind, aber ich werde sie einfach nicht los – immer wieder steigen sie in mir auf.“
Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
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