Psychologie & Spiritualität
In der naturwissenschaftlichen Psychologie ist in den letzten Jahren ein vermehrtes Interesse für die spirituelle Dimension des Menschen zu beobachten. Dies wird in zahlreichen neueren Veröffentlichungen deutlich. Konstrukte zur Spiritualität wie Formen der Religiosität, transpersonales Vertrauen, Verbundenheit, Alleins-Erfahrungen etc. werden empirisch gesichert (Bucher, 2007). Spiritualität wird als eine wesentliche Eigenschaft des Bewusstseins gesehen. Sie ist eine transkulturelle und essentielle Dimension des Menschen, „die unabhängig von jeglicher religiöser Autorität oder Institution autonom erlebbar ist“ (Quekelberghe, 2007. S. 15). Durch die weitgehende Trennung von Religiosität und Spiritualität werden einer psychologischen Forschung hinsichtlich Modellbildung und Methodik keine Grenzen mehr auferlegt.
Widerstände und Paradigmenwechsel
Damit ist „Spiritualität“ jedoch noch nicht zu einem legitimen Gegenstand der Psychologie geworden. In Anbetracht der bestimmenden Meinungen in der naturwissenschaftlichen Psychologie ist eine solche Wende noch nicht in Sicht. Nicht die Naturwissenschaft ist daran schuld, sondern ein „unbeirrbarer Glaube“, dass nur bestimmte Methoden Exaktheit erlauben und Wissenschaftlichkeit garantieren (W. Revers). Die Psychologie verlor damit essentielle Bereiche ihres Gegenstandes, die die Wirklichkeit der menschlichen Eigenart ausmachen, wie eben auch seine spirituelle Dimension. Sie muss ihren eigentlichen Gegenstand, die Seele, erst wieder zurückgewinnen.
Wir brauchen dringend eine „Psychologie des Bewusstseins“.
Seitens der Hauptströmungen in der akademischen Psychologie sind Widerstände zu erwarten. Paradigmenwechsel ...
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