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Kathrin Emely Springer
Der Schlüssel zum Unterbewusstsein
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Schatzsuche des Herzens - Teil 1: Wo ist der Schatz zu finden?

Schatzsuche des Herzens - Teil 1: Wo ist der Schatz zu finden?

„Meditiere dich reich!“ Verlockende Verheißungen wie diese sind heute oft zu hören. Dieses Ziel ist wahrhaftig zu erreichen, nur anders als versprochen und auch nicht umsonst… Wir müssen unser ganzes Herz dafür geben, gewinnen aber den Schatz der Schätze und damit allen Reichtum – den des Himmels und der Erde…

WO DEIN SCHATZ IST, DA IST AUCH DEIN HERZ“, heißt ein bekanntes Jesus-Wort (vgl. Mt 6,21). Unser Herz weilt stets bei seinen „Herzens-Angelegenheiten“ – dem, was uns im Leben am wichtigsten ist. Ihnen schenken wir am meisten Aufmerksamkeit. Und was bedeutet uns am meisten? Alle möglichen äußeren Dinge, nur nicht Gott. Wir hängen an unserem Körper, unserer Familie, unserem materiellen Besitz, kurz: an der Welt. Wenn wir an etwas hängen, sind wir daran gebunden, das heißt, wir sind nicht mehr frei. Woran merken wir das? Wir leiden, wenn wir die mit diesen Bindungen verbundenen Vorteile und Annehmlichkeiten aufgeben oder entbehren müssen. Und wie sind diese „Stricke“ (Bibel), „Fesseln“ oder „Ketten“ (Gita) entstanden? Indem wir uns in zahllosen Lebensläufen so intensiv mit bestimmten Menschen, Gegenständen und Tätigkeiten beschäftigt haben, dass sie uns unverzichtbar wurden.Dazu ein ganz alltägliches Beispiel: Wenn ein Kind länger als üblich von zu Hause weg bleibt, wird seine Mutter unruhig. Warum? Sie hängt an ihm, weil sie durch ihre ständige Fürsorge eine starke Bindung zu ihm entwickelt hat.

Genauso stark, wie das Herz einer Mutter an ihr Kind gebunden ist, hängt unser Herz jetzt noch an äußeren Dingen. Um uns allmählich davon zu lösen, müssen wir als Gegengewicht eine innere Bindung aufbauen – eine Herzensbindung an Gott. Und warum? Alle äußeren Dinge sind vergänglich und wandeln sich unentwegt. Ein Herz, das daran hängt, bleibt deshalb in die Wechselfälle des Lebens verwickelt und wird davon bald in diese, bald in jene Richtung gezogen. Wie soll es da aus eigener Kraft wieder herausfinden? Die Bindung an Gott würde uns dagegen wie ein Rettungsseil über das wogende Auf und Ab des Lebens empor ziehen. Denn Gott ist das einzig wahrhaft beständige Wesen, das es gibt: Er ist ewig und wandelt sich nie, auch wenn er sich in ganz verschiedenen Erscheinungsformen zeigt. Er ist der sichere Hafen, in dem unser Herz vor Anker gehen kann.

DER SCHATZ LIEGT SCHON FÜR UNS BEREIT. Aber wo finden wir Gott? Wir müssen ihn gar nicht weit suchen – er ist bereits in uns. Wir brauchen uns nur umzuwenden – weg von der äußeren Welt und hin zu ihm. Jetzt stimmt schon einmal die Richtung, in die wir uns bewegen müssen: von außen nach innen. Und wie kommen wir nun mit ihm in Kontakt? Ein Kind baut nur durch die ständige Nähe zu seiner Mutter eine stabile Bindung zu ihr auf, die es ein Leben lang trägt. Auch eine tragfähige Beziehung zu Gott bildet sich nur dann, wenn wir regelmäßig seine Nähe suchen. Der Weg dorthin ist die Meditation. Denn „Gott ist Geist, und kann nur im Geiste angebetet werden“ (Jh 4,24).

Die Schätze der Welt können wir schon hier und jetzt genießen – die Schätze des Himmels auch. Die einen können wir im Wechselspiel des Lebens wieder verlieren, die anderen bleiben für immer bei uns.

Diese geistige Anbetung beginnt mit einer Phase der Sammlung. Dabei zieht sich die Wahrnehmung schrittweise von der Außenwelt zurück, bis die äußeren Sinne ihre Tätigkeit einstellen. Mit den inneren Sinnen unserer Seele können wir dann Gott in uns sehen und hören. „Hast du je Gott gesehen?“, wollte Swami Vivekananda einst von seinem Meister Ramakrishna wissen. „Natürlich,“ erwiderte dieser. „Ich sehe ihn so deutlich, wie ich dich jetzt sehe.“ Den Zugang nach innen erhalten wir von einem gotterfahrenen Meister. Wenn wir Licht im Haus haben wollen, müssen wir uns auch erst an das Elektrizitäts-Netz anschließen lassen. Dann steht uns das Licht jederzeit zur Verfügung. Während das elektrische Licht aber gleich auf Knopfdruck erscheint, müssen wir die „Lichtleitung nach innen“ erst durch stetige Nutzung optimieren, so wie man Schuhe erst „eintragen“ muss, bis sie wie angegossen passen.

WIR MÜSSEN UNS NUR AUF DIE SUCHE MACHEN...

Doch das ist leichter gesagt als getan. Denn unser Herz tut sich anfangs schwer damit, sich von außen zu lösen. Und auch wenn die täglichen „Seelenbesuche“ bei Gott bereits zur lieben Gewohnheit geworden sind, hören die Schwierigkeiten nicht mit einem Schlag auf. Denn unser Herz hängt nun sogar von zwei Seiten fest – und fühlt sich oft dazwischen hin- und hergerissen: auf der einen Seite ziehen es die zarten inneren Bande schon immer näher zu Gott, auf der anderen Seite lockt weiterhin die Welt mit ihren lieb gewordenen Freuden und Verheißungen auf künftiges Glück. Jetzt kommt es maßgeblich darauf an, für welche Seite sich unser Herz entschließt – für die Schätze der Welt oder die des Himmels: die göttlichen Erfahrungen Licht und Klang. Die Schätze der Welt sind überall zu haben und wir können sie gleich hier und jetzt genießen – allerdings nur für eine begrenzte Zeit. Denn wir können sie im Wechselspiel des Lebens jederzeit verlieren, und spätestens wenn unser letztes Stündlein schlägt, müssen wir sie ganz zurücklassen, „wo Motte und Wurm sie zerstören“ (vgl. Mt 6,19). Die Schätze des Himmels müssen wir erst aufrichtig suchen – wie es sich für eine richtige Schatzsuche gehört. Bedenken wir aber, wie viel Zeit und Energie wir üblicherweise darauf verwenden, uns kurzlebige weltliche Erfolge zu verschaffen, ist dieser Preis der Mühe wert. Wenn wir sie auf uns nehmen, können wir die Schätze des Himmels auch schon hier auf Erden genießen, nicht erst irgendwann nach dem Tod, wie man uns in den organisierten Religionen verspricht. Ja, wir können diese Schätze sogar ins nächste Leben mitnehmen, um sie als Grundkapital dort weiter zu vermehren.

…UND DER KRAFT UNSERES HERZENS FOLGEN.

Und wenn wir fleißig gesammelt haben, führen sie uns am Ende vollends aus dem Kreislauf des Lebens heraus – zum größten Schatz, dem Herrn aller Schätze. Denn alles zieht uns immer dorthin, woher es selbst gekommen ist: die weltlichen Schätze zurück in die Welt, die himmlischen Schätze zurück zu Gott. Darum heißt es in der eingangs zitierten Bibelstelle genauer: „Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein.“ „Sammelt euch Schätze im Himmel“, riet daher schon Jesus seinen Jüngern, wie alle Meister vor und nach ihm. Auch die die Veden bekräftigen immer wieder, dass Gott uns mit seinen Schätzen beschenkt und wahrhaft reich macht. Und wie sammelt man sich diese Schätze? Indem man die natürliche Bindungs- oder „Haftkraft“ des Herzens nutzt und bei jeder Gelegenheit voll auf Gott ausrichtet, bis zwischen ihn und unsere Seele kein einziger Gedanke mehr passt – und zwar nicht nur in der Meditation, sondern später auch inmitten ganz normaler Alltagspflichten. Diese Haltung nennt man Hingabe.

2. Teil im Mai-Heft: „Wie findet man den Schatz“?

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