Sicher übers Meer des Lebens fahren
Rettung aus den Stürmen der Welt
Verloren im endlosen Meer
„Die mit Gift beladenen Schiffe treiben auf dem grenzenlosen Meer dahin; nirgendwo ist Land in Sicht.“ So beginnt die Hymne eines großen Heiligen. Er schildert die Welt als ein gewaltiges, endloses, gefährliches Meer mit riesigen Brechern und heimtückischen Strudeln. Und was für eine Ladung führen die Schiffe, die dieses Meer befahren? Gift! Man kann sich die Menschen als Schiffe oder Boote vorstellen, die ziellos auf dem weiten Ozean des Lebens dahintreiben, beladen mit dem Gift der Illusion.
Maya oder Täuschung ist nur ein anderer Name für Vergessenheit. Seit zahllosen Inkarnationen gehen wir vollständig in unserem Dasein als körperliche Wesen auf und wissen gar nicht mehr, dass wir eigentlich Seelen sind: reines, göttliches Bewusstsein – die Bewohner des Körperhauses, und nicht das Haus selbst.
Gottes Schiff ist stark genug, um allen Wogen zu trotzen. Wer auf seinem Schiff fährt, kann in dieser Welt nie untergehen.
Geburt auf Geburt wird die Seele nun schon von den Stürmen des Lebens umher geworfen. Bald geht sie unter, bald taucht sie wieder auf, aber auch dann sieht sie nirgends Land – es ist kein Ende dieses Daseins abzusehen. Wir kennen weder unsere Vergangenheit, noch wissen wir, was die Zukunft bringt. So treiben wir einfach immer dorthin, wohin der Strom der Zeit uns trägt.
Der entscheidende Notruf
„Das Meer des Gemüts erzeugt Wellen ohne Ende.“ Was sind das für Wellen? Manchmal sind es Wellen der Freude, dann wieder Wellen aus Zorn, Lust, Gier, Stolz, Bindungshunger und Verlustangst. Sie schleudern uns hilflos hin- und her: jeder Freudenwelle erliegen wir im Handumdrehen. Auch von Wellen aus Zorn, Eifersucht, Verleumdung, Kritiksucht und allen möglichen anderen üblen Neigungen lassen wir uns leicht überrollen. Wir nehmen immer die Färbung der Welle an, die uns gerade überschwemmt. So bleiben wir eingetaucht in Vergessenheit – Gott ist vergessen, das Selbst ist vergessen – und treiben ziellos umher.
„Auf unserem Schiff gibt es keinen Kompass und keinen Steuermann, und der Ozean ist wild und erschreckend.“ In diesem Furcht erregenden Meer können wir ganz leicht ertrinken, wenn uns niemand zu Hilfe kommt. Wir wissen nicht, wie wir uns retten können – wir sind uns ja nicht einmal der Gefahr bewusst, in der wir schweben, da wir durch und durch von der Täuschung befallen sind. Auch Menschen mit etwas mehr Bewusstheit sind außerstande, sich selbst zu retten – gibt es da überhaupt noch Hoffnung im Leben?
Wenn jemand nur einen Augenblick lang seine Aufmerksamkeit von der Täuschung abwendet und seine Lage erkennt, ruft er in seiner Qual: „O Gott, hol mich hier heraus!“ Solch ein ehrlicher, aus tiefstem Herzen kommender Notruf dringt bis zum Herrn – und dann wirft er diesem Menschen die Rettungsleine zu und schickt ihm einen Steuermann, der ihn aus diesem Leid befreit. Selbst der leiseste Wunsch, dieser unerträglichen Lage zu entkommen, genügt, um Hilfe vom Herrn zu bringen.
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