Vergebung und Versöhnung
Konflikt, Terror und Liebe aus transpersonaler Perspektive
Die Welt heute ist verwickelt in individuelle und kollektive Gewalt, in interne und externe Kriege, die das Leben aller Menschen prägen. Sei es im persönlichen Beziehungsbereich, sei es durch das Leben in einem Krisengebiet, emotionale und körperliche Gewalt sind allgegenwärtig.
Wir können im Inneren nach der Gewalt und ihren Ursprüngen graben und werden tiefe Wurzeln finden in unserer persönlichen Geschichte von Aggression, Erniedrigung und Liebesentzug, aber auch in unserer kollektiven Geschichte und unserer gegenwärtigen Kultur. So gilt es zu lernen, mit der in uns wohnenden Aggressivität umzugehen, mit der Gewalt, die wir kultivieren, der Gewalt, die in uns kultiviert wurde, der Gewalt, die wir erhalten und nähren, weil wir uns weigern, das zu vergeben, was uns angetan wurde und was wir anderen angetan haben.
Terror, Ärger und Hass anzuschauen steht deshalb auf einer Ebene mit Liebe und Mitgefühl. Sich und anderen zu vergeben ist der we - sentlichste Bestandteil. Wie vergeben wir und wie unterstützen wir die Liebe?
Gemeinsam ist der Vergebung und Versöhnung auf den unterschiedlichen Ebenen ein grundsätzliches „Ja“ zum anderen Menschen und zum Leben. (Ingo Jahrsetz)
Mit Schuld umgehen lernen
Dr. Ingo B. Jahrsetz, Freiburger Psychotherapeut und Organisator der Konferenz, hält die im Bewusstsein vieler Menschen immer noch unverarbeitete deutsche Geschichte für eine der wesentlichen Ursachen der vielen psychischen Beschwerden, die derzeit die psychotherapeutischen Praxen füllen: „Unterschwellig gibt es in diesem Land ein archaisches Schuldgefühl, etwas, das die Meisten paradoxerweise nicht fühlen. Dieses Schuldgefühl scheint es jedoch zu sein, was unzähligen Symptomen, die wir heute beobachten können, Nahrung gibt. Am deutlichsten ist für mich der gesellschaftlich ...
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