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Volker J. Becker
Am 8. Tag schuf Gott den Zweifel
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Vom Vorteil des Zweifelns

Vom Vorteil des Zweifelns

Wissenschaft und Spiritualität leben von Fragen

Die großen Sprünge der Menschheit wurden nicht durch Gläubige, sondern durch Zweifler erreicht – das ist jedenfalls die These von Volker Becker in seinem aktuellen Buch „Am 8. Tag schuf Gott den Zweifel“.

Viele mögen der Meinung sein, die etablierte Wissenschaft arbeite mit dem Verfahren der Verifikation. Es werden Dinge bewiesen, und es wird anerkannt, dass sie so sind, wie sie sind. Wir haben bewiesen, dass die Gravitation den Stein zu Boden fallen lässt oder dass Antibiotika Bakterien töten. Wir haben aber einst auch bewiesen, dass die Erde der Mittelpunkt des Universums ist und dass sich die Sonne um die Erde dreht. Dies wurde durch Beobachtungen eindeutig verifiziert.

Dann traten die Zweifler auf den Plan. Ohne den Zweifel in der Wissenschaft – und auch in der Philosophie oder in der Religion – würden wir heute noch glauben, Thor schleudere Feuerblitze vom Himmel. Die großen Sprünge der Menschheit wurden eben nicht durch Gläubige, sondern durch Zweifler erreicht; durch Menschen, welche die Dinge durch Falsifikation, also Widerlegung, untersuchen und anzweifeln. Kopernikus falsifizierte das damals gängige Weltbild und begründete durch seinen Zweifel das bis heute noch gültige Bild des Sonnensystems.

Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben. (André Gide, französischer Schriftsteller und Nobelpreisträger, 1869-1951)

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