Von Trauma und Heilung
Wie spirituelle Übungswege und Psychotherapie zusammenarbeiten könnten
Sie gilt als die wegweisende Trauma-Forscherin Deutschlands. Zu Recht – wer Dr. Luise Reddemann aus ihrer 35-jährigen therapeutischen Erfahrung mit Menschen sprechen hört, ist von ihrer Kompetenz, Klarheit und ihrem tiefen Mitgefühl nachhaltig beeindruckt. Nie verliert sie den einzelnen Menschen mit seiner eigenen Geschichte aus den Augen. Immer betont sie die Würde und die Selbstbestimmung ihrer traumatisierten PatientInnen. In ihrer Arbeit setzt sie auf die Aktivierung der positiven Ressourcen im Menschen und vertraut auf dessen Selbstheilungskräfte.
Menschen, die eine tragende spirituelle Entwicklung hinter sich haben, haben größere Chancen, mit einer traumatischen Erfahrung fertig zu werden.
Das folgende Gespräch mit Christa Spannbauer entstand während des Symposions „Trauma und Heilung“ 2007 auf dem Benediktushof in Holzkirchen. Unter der Leitung des Benediktiners Willigis Jäger, des Psychologieprofessors Wilfried Belschner und des Psychotherapeuten Dr. Ludger Nohr suchten die ReferentInnen und TeilnehmerInnen des Symposions nach Wegen der heilsamen Zusammenarbeit von Spiritualität und Psychotherapie, um traumatisierten Menschen ganzheitlich helfen zu können.
Frau Dr. Reddemann, könnten Sie kurz erklären, was wir unter einem Trauma verstehen können, da dieser Begriff heute sehr vielfältig, fast schon inflationär verwendet wird?
Ereignis. Ein solches Ereignis ist eine Extremerfahrung. Jemand fühlt sich an Leib und Leben bedroht oder ist Zeuge davon, dass jemand anderes an Leib und Leben bedroht ist. Es ist eine überwältigende Erfahrung, die Panik und Todesangst auslöst ...
Frau Dr. Reddemann, ich danke Ihnen für das wegweisende Gespräch.
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