Mythen sind alles andere als „Schnee von gestern“. Unsere moderne Sprache quillt geradezu über von Wörtern aus der Mythologie: Müssen Sie manchmal Sisyphus-Arbeiten tun? Hat ein Trojaner Ihren Computer infiziert? Mythen sind Sinn stiftende Instrumente, ohne die der Mensch offenbar nicht leben kann. Warum sonst entstehen immer wieder neue?
Der Umgang mit der Astrologie erfordert Disziplin und seelische Reife. Denn sie ist ein machtvolles Instrument zur Klärung der Sinnfragen des Lebens. Sie zeigt die schicksalhafte Bedingtheit des Einzelnen, verneint aber keineswegs den Spielraum seiner Freiheit. Das Horoskop „wirkt“ somit eher wie ein Wetterbericht: Ist Regen angesagt, kann man sich danach richten, ohne das als Zwang zu empfinden.
Die abendländische Esoterik ist größtenteils christlich. Kirche und Christentum sind also nicht dasselbe. Daher die bis heute anhaltenden Spekulationen um die Person Jesu. Esoteriker streben danach, auf dem Initiationsweg der Selbstverwandlung das Ziel des Lebens zu erkennen. „Esoterisch“ (gr. „innerlich“) verweist auf eine Wirklichkeits-Ebene, die nur Eingeweihten zugänglich ist. Die heutige Esoterik-Branche bietet meist nur Versatzstücke aus der esoterischen Praxis an, d...
Wer in einem unbekannten Land sein Ziel erreichen will, braucht einen Wegweiser. Das gilt auch für den spirituellen Pfad. Doch einen gottverwirklichten Lehrer zu finden, ist mühselig. Was zeichnet ihn vor Pseudo-Gurus und Geschäftemachern aus? Er gründet in höchster innerer Selbst-Erkenntnis und ist frei von persönlichen Absichten. Solche Menschen sind die spirituelle Vorhut der Menschheit. Ihre Gegenwart ist für uns der größte Segen.
Unser Gehirn ist vielseitiger als jeder Computer. Der Instinkt wirkt nur wie ein Automat. Auch der Verstand ist dümmer als gedacht. Die Intuition geht weit darüber hinaus. Viele halten es für unvernünftig, ihr zu folgen. Erst wenn im Laufe der spirituellen Entwicklung Verstand und Ego schweigen, wird sie zur unfehlbaren Lebensführung.
Die Wiedergeburt von menschlichen Seelen in Tiergestalt ist sogar bei denen umstritten, für die das karmische Gesetz eine unleugbare Tatsache ist. In der umgekehrten Abfolge (vom Tier zum Menschen) wird sie dagegen meist befürwortet und als Fortschritt begrüßt. Lässt sich die auf- und absteigende Seelenwanderung auch biblisch belegen?
Als Verschmelzung unterschiedlicher Traditionslinien ist der heutige Schamanismus nicht klar zu definieren. Ein Schamane ist ganz allgemein ein Mensch mit übersinnlichen, teils wundertätigen Fähigkeiten. Im Zustand der Trance hat er direkten Zugang zu nichtmenschlichen Bereichen und Wesen. Jenseits des Käfigs der fünf Sinne gewinnt sein „Seelenvogel“ durch visionäre Erfahrungen tiefe neue Einsichten und Erkenntnisse – auch bei ganz praktischen Lebensproblemen.
Wie kam der Geist in die Welt? Wer hat das Licht im Kopf des Menschen angezündet? Was macht unser Bewusstsein aus? Diese Fragen beschäftigen seit jeher Philosophen, Theologen und Wissenchaftler. Es gibt nichts, was ihm vergleichbar ist. Es ist die Grundlage all unseres Wissens. Wir brauchen es zur Orientierung in der Welt, aber auch zur Selbsterkenntnis: Wird der Körper still, nimmt es eine Klarheit an, die unser Alltagsbewusstsein weit übersteigt.
Aus den 78 Tarot-Karten lassen sich auf intuitivem Wege unerschöpfliche unbewusste Gedankenmuster und Ideenverbindungen ablesen. Die Zuverlässigkeit der Aussagen lässt sich gut mit dem willkommenen Ratschlag eines alten, weisen Menschen vergleichen, den es ernst zu nehmen und zu beherzigen gilt. Es geht aber nicht darum, sich diesem Rat blind zu unterwerfen und die eigene Verantwortung abzugeben.
Gibt es nur eine Wahrheit oder verschiedene Arten von Wahrheit wie die „objektive“ Wahrheit der Wissenschaft und die „subjektive“ des Glaubens? Die Frage nach dem Wesen der Wahrheit muss die gemeinsame Wurzel aller Wahrheiten im Blick haben. Laut Sokrates müssen wir nach der Devise „Erkenne dich selbst“ erst zu einem produktiven Nichtwissen gelangen („Ich weiß, dass ich nichts weiß“), das jedes vermeintlich sichere Wissen zerstört und den Weg zur Wahrheit freil...
Wir flüchten heute allgemein vor der Auseinandersetzung mit Tod und Sterben. Wir sehen darin nur die Vernichtung des Lebens und glauben nicht mehr an eine jenseitige Welt. Das macht uns menschlich ärmer. Der Tod ist jedoch ein universelles Gesetz, das Schicksal aller Wesen und somit ein besonderes Ereignis IM Leben. Der Sterbevorgang sel...
Wie frei sind wir eigentlich? Viele Menschen wähnen sich frei und sind nur Sklaven ihrer (Sehn-)Süchte. Frei zu sein heißt, vom außengesteuerten zum ur-eigenen Willen zu gelangen, der Ausdruck unserer Einzigartigkeit ist. Unsere Freiheit ist mithin eine Frage von Bewusstwerdung und moralischer Reife. Diese Freiheit birgt die Verantwortung wie die Chance, unser Leben geistig-ethisch wertvoll zu gestalten.
Schwer Kranke erleben hautnah das Eingreifen einer übergeordneten Kraft, die ihren Blick wieder auf das Ziel ihres Lebens lenkt. Für viele beginnt die Genesung in dem Moment, wo sie seelisch Bilanz ziehen und sich auf ihr inneres Heilungspotenzial besinnen. Es wird durch alles aktiviert, was dem Leben Sinn und Freude gibt und den Menschen wieder in Einklang mit der Schöpfungsordnung bringt.
Suchen wir direkt nach dem Glück, wird es uns immer wieder entwischen. Wir müssen auch seinen Gegenpol einbeziehen und zu einer ganzheitlichen geistigen Lebenshaltung finden. Erst durch Vollkommenheit im Denken, Fühlen und Handeln erfahren wir mehr als flüchtiges Wohlfühl-Glück. Glück als dauerhafte Erfahrung kommt immer aus der inneren Stille: Aus dieser Quelle erfüllt das wahre Glück den Menschen als unaufhörlicher schöpferischer Fluss.
Meditation ist ein seit Jahrtausenden erprobter Weg zur Sammlung der Aufmerksamkeit. Meditieren ist ein inneres, unmittelbares, ganzheitliches Erfahren von geistigen Kräften, die eine umfassende Umschaltung des Bewusstseins bewirken: Es …fördert Gesundheit und Heilung, …schenkt uns Lebenssinn, -freude und -kraft, …macht...
Toleranz ist entgegen der weit verbreiteten Meinung kein eigenständiger Wert, sondern wird erst dort zu einer Tugend, wo sie durch höhere Werte wie Frieden Freiheit oder Gerechtigkeit begründet ist Auf jeden Fall aber ist Toleranz das Gegenteil von Gleichgültigkeit: „Macht doch, was ihr wollt...“ Sie setzt vielmehr das eigene, lebendige Interesse am Anderen und den Respekt vor seiner Einstellung voraus. Vor allem aber schließt sie auch die kritische Prüfung der eigenen Überzeugungen und das aktive Eintreten dafür ein.
Der Schönheitssinn ist der am wenigsten „tierische“ Sinn im Menschen. Da er nicht im Dienste der Selbst- und Arterhaltung steht, gilt er als Abglanz einer höheren Welt und als Beweis dafür, dass der Mensch zum Geistwesen berufen ist. Wenn ihn schon die sinnliche Erfahrung...
Die moderne Welt ist von großen Ideen entzaubert und ohne traditionelles Werte-Korsett. Der verlorene Sinn wird durch materielle Dinge ersetzt: durch Geld und Luxus, Erfolg und Prestige, Zerstreuungen und extreme Erfahrungen. Wo sich aber nichts mehr von selbst versteht, muss man selbst verstehen und nach Auswegen aus der Sinnkrise suchen. Dabei genügt es nicht, die Zusammenhänge des Lebens nur intellektuell zu analysieren, denn der Sinn des Lebens ist auch eine Frage der...
Chronische Unzufriedenheit und die Sucht nach Negativität sind heute eine regelrechte Epidemie. Was tun? Pessimismus in Optimismus umzuwandeln, kann nur glücken, wenn sich die ganze Weltanschauung dahinter ändert, nicht allein durch positives Denken. Die Lösung steckt in der Erkenntnis: Unsere Gedanken haben kein Eigenleben – wir sind der Denkende. Die Richtung unseres Denkens hängt allein von uns ab. Optimisten meistern Hindernisse, indem sie sich auf die positiven Aspekte des Lebens konzentrieren und...
Der im Eiltempo lebende Mensch läuft Gefahr, höchsten technischen Scharfsinn mit totaler Gedankenlosigkeit zu verbinden. Denn ein Leben in Hektik macht zwangsläufig oberflächlich, geistlos und stumpf. Vernunft und Moral haben aber nur genau die Zeit, die wir ihnen einräumen. Wie können wir unsere Ungeduld in Gelassenheit umwandeln? Gelassenheit fällt uns nie von selber zu. Wir müssen das Herunterschalten lernen. Nicht umsonst forderte Gott Geduld von den...
Das Druidentum ist mehr eine Natur- als eine Offenbarungsreligion. Die keltische Geisteswelt beruht auf einem (geradezu modern anmutenden) dynamischem Weltbild, in dem alle Dinge möglich sind. Ihr zentrales Symbol – der Kreis – steht für Ganzheit und Ewigkeit. Das druidische Glauben, Denken und Handeln dient dem tieferen Verständnis von Natur, Erde und Ich. Die menschliche Dreiheit von Seele, Herz und Verstand findet ihren Ausdruck in den bekannten Dreifachmustern und -symbolen wie etwa dem irischen Kleeblatt.
Ein Thema - sechs Sichtweisen
Kann ein aufgeklärter Menschen heute noch an Gott glauben? Die häufigsten Gründe von „Nein-Sagern“ sind: die Ungereimtheiten in den heiligen Schriften; das Leid, das die versuchte Verwirklichung religiöser Ideale verursacht hat; der Verdacht, Gott sei nur ein tröstliches Wunschbild gegen die Härten des Lebens. Doch eine unklar überbrachte Botschaft muss nicht unbedingt falsch sein, ein unvollkommen realisiertes Ideal nicht schlecht. Auch der ersehnte Gott mag durchaus existieren. Genauso muss nicht jeder Glaubensverneiner gleich ein Gottesverneiner sein: „Religiös ist, wer den Glauben, nicht aber Gott entbehren kann.“
Die Menschen halten ihre begrenzten Wahrnehmungen des Religiösen für die Wirklichkeit Gottes selbst. Doch Gott ist keine Projektion der menschlichen Phantasie, die wir uns untertan machen können. Welches Bild also sollen wir uns von ihm machen? Die Antwort ist: gar keines. Gott ist die eine Wirklichkeit, die in allem gegenwärtig ist – ob in der Milchstraße oder im kleinsten Atom – und aus der wir unser Sein beziehen. Darum können wir nur in ihm Erlösung finden.
Das mystische Erleben der „anderen Wirklichkeit“ ist in Tausenden von Kunstwerken bekundet. Alle höheren Religionen scheinen sich über die Möglichkeit dieser Erkenntnisweise einig zu sein. Seit der Romantik wird „Mystik“ als schwärmerisch-diffuses „ozeanisches Gefühl“ (Freud) auch auf nicht religiöse Phänomene bezogen. Mystiker sind jedoch keine Schwärmer, sondern Eingeweihte, die ihr Wissen durch richtig geleitete meditative Erfahrung erlangt haben.
Anders als in der westlichen Philosophie galt der Mensch im chinesischen Denken nie als das Maß aller Dinge. Es kennt keine Begriffe wie „Freiheit“ und „Selbstbestimmung“. Alle religiösen Traditionen Chinas gründen sich vielmehr auf das menschliche Streben nach Harmonie: mit Kosmos und Natur, Familie und Gesellschaft. So auch der Taoismus. Sein Mittelpunkt ist das Tao: Ursprung, Weg und Ziel aller Dinge. Es wirkt durch Nicht-Handeln: das „Nichteinmischen“ in den natürlichen, spontanen Lauf der Dinge.
Zen ist die freieste Lehre, bei der es absolut nichts zu lernen gibt, ein direkter Erkenntnisweg und eine praktische Lebensweise. Zen zu üben erfordert tapfere Entschlossenheit, aber nicht den Ernst eines Bergsteigers, der den K2 bezwingen will: Zen bedeutet Freude am spirituellen Weg, und dieser Weg hat kein Ende, wie weit man auch fortgeschritten ist – stets dehnt sich vor einem ein „grenzenlo ses Jenseits“ aus.
Der Buddhismus stellt gerade für Menschen mit christlichem Hintergrund eine zunehmend attraktive religiöse Alternative dar: weil er vor allem ein praktischer, individueller Weg zur Erleuchtung ist und nicht einfach eine religiöse Lehre; weil er „so schön unreligiös ist“ und anscheinend nicht einmal eine oberste Gottheit braucht; weil er das Leiden weder verdrängt noch betont, sondern sich auf dessen Überwindung konzentriert.
Der Hinduismus ist zu keinem festen Zeitpunkt entstanden: er war gleichsam immer schon da. Er enthält fast alle Ausdrucksformen des religiösen Le bens, die je auf Erden entstanden sind – von der Magie bis zur Mystik. Schon das alte Indien strebte nach Selbstverwirklichung und der Einheit der Menschen in dem Einen Geist, und die Visionen früherer und moderner indischer Weiser legen bis heute Zeugnis davon ab, dass es zu allen Zeiten möglich ist, Verbindung mit den spirituellen Welten aufzunehmen.
Auch der Islam hat heute mit dem modernen Wertewandel zu kämpfen, zumal die koranische Botschaft als unwandelbar gilt. Gerade deshalb drängt sie so erfolgreich in die vom Christentum hinterlassenen Lücken. Je aggressiver dies geschieht, desto mehr schmerzen noch alte Wunden aus der westlichen Kolonialzeit. Doch erst wenn Christen und Muslime ihre Spannungen überwinden, können sie gemeinsam am Weltfrieden mitwirken.
Das Judentum hat nicht nur das Chri stentum und den Islam stark mitgeprägt, sondern die gesamte abendländische Kultur. Für das Selbstverständnis und die Rolle des heutigen Judentums zentral ist eine Frage, die sich so in anderen Religionen nicht stellt: Ist man als Jude nur Teil einer Konfession oder automatisch auch einer Nation? Die Meinungen dazu gehen in alle Richtungen auseinander.
„Warum ist die christliche Religion für so viele von uns noch immer ein Gegenstand höchsten Interesses – einerlei ob wir Mitglieder einer Kirche sind oder nicht, und aller Kritik zum Trotz, die wir an Einzelheiten der Lehre und des Brauchtums vielleicht meinen üben zu müssen? Was lieben wir an der christlichen Tradition – und was an ihr können wir nicht lieben?“
Als Weltanschauung unter vielen schien die Religion in der modernen Welt gut untergebracht zu sein. Nun hat sie sich unerwartet als einflussreiche öffentliche Kraft zurückgemeldet, die anhaltend für Konflikte sorgt (Stichwort: Fundamentalismus). Um diese zu entschärfen, brauchen wir ein neues Verständnis von Religion, das sich statt an orthodoxen Positionen an ihrem ureigenen spirituellen Ziel orientiert – der transzendenten Verbindung mit dem Ursprung der eigenen Seele.
Die Liebe ist eine wunderbare, verbindende Kraft, voller Schönheit und Energie. Die Wurzel aller Probleme ist das Fehlen von Liebe. Wir haben die Fähigkeit, uns zum Besseren zu wandeln, indem wir uns selbst genug lieben, um auch andere zu lieben. Dazu müssen wir erkennen, wer wir wirklich sind. Dann gibt es kein Problem, das nicht mit Liebe zu lösen ist.
Die Zukunft ist offenWir erleben die Zukunft unseres Wollens als offen. Darin liegt unsere Freiheit.
Beim Thema Zukunft denken wir normalerweise an Prognosen. Wir möchten voraussehen, was kommen wird. Weissagungen beanspruchen, die Zukunft zu kennen. Doch sie ist nur zum Teil bekannt und festgelegt. In Wirklichkeit ist da, wo wir sind, immer hier und jetzt. Und so kann unsere Lebenslinie jeden Moment ganz unterschiedliche Wendungen nehmen.
Wer aus zweifelhaften Motiven nach innerer Kraft strebt, bringt meist nicht die nötige Ausdauer dafür auf. Deshalb bleibt das Böse im Okkultismus immer auf ein gewisses Maß beschränkt.
In unseren großen Zivilisationen sind uns Mythen zwar noch bewusst, wir werden aber nicht mehr von ihnen getragen und beseelt.
Der Weg zum Erfolg führt über Visionen. Sie sind die Nahrung für die Energie, die jedes Ziel erreicht. Spirituellen Menschen geht es aber nicht um materiellen Erfolg, sondern um geistige Entfaltung. Ihr Leben wird zum Erfolg, indem sie auf die Musik der Schöpfung horchen und sich mit ganzem Herzen darauf einschwingen. Dann wird ihnen, biblisch gesprochen, „der Rest von selbst zuteil“.
„Astrologie ist eine Sprache der Energie. Keine andere Sprache (oder Wissenschaft), orientiert sich so anschaulich, präzise und nutzbringend an der Energie. Praktiker aus vielen Bereichen der Heilkunst denken und arbeiten in Begriffen von Energie; viele von ihnen benutzen oder erforschen die Astrologie als eine exakte Sprache der Energie.“
„Intuition ist, wenn wir etwas wissen, aber nicht wissen, wie wir es wissen.“ Intuition ist ein Wissen, das von außen zwar stimuliert werden kann, aber von innen kommt. Um zu hören, was unsere Intuition uns sagen will, müssen wir für ihre subtile Sprache empfänglich werden. Dann beflügelt sie uns dazu, im Leben kreativ zu werden.
„Ist der Tarot nur ein historisches Objekt, oder verbirgt sich mehr dahinter? Seine Symbole enthüllen dem Meditierenden, was man wissen und können muss, um in die Schule der geistigen Übungen einzutreten. Sie zeigen die Reise des Geistes durch die himmlischen Sphären, die ihn zu seinem geistigen Ursprung zurückführt.“
„Die esoterische Tradition zieht immer mehr Menschen an. Dieser Esoterikboom hat aber gar nicht allzu viel mit Esoterik zu tun. Esoterik ist ihrem Selbstverständnis nach Wissen aus Erfahrung. Esoterischer Wissensstoff macht aus den Empfängern noch keine Esoteriker.“
„Hat die Naturwissenschaft nicht bewiesen, dass die übernatürliche Welt und das, was wir Gott nennen, nur Täuschung und Wunschdenken sind? Nein. Die Methoden der Wissenschaft haben nur in Fragen etwas zu sagen, die auch durch Daten und Fakten zu klären sind.“
In unseren Träumen können wir auch Visionen erfahren. Visionen sind keine Zielvorstellungen für unser eigenes Leben, sondern die größtmögliche Erfahrung von Ganzheit. Das Wort „Erleuchtung“, das häufig dafür gewählt wird, bezieht sich auf Lichtphänomene, die mit ihrem Erscheinen verbunden sein können.
Um uns ganz zu fühlen, müssen wir uns für unsere Seele öffnen und uns mit ihr verbinden. Jeder mus seinen eigenen, einzigartigen Weg zu dieser Erkenntnis finden.
Viele aufmerksame Zeitgenossen interessieren sich heute vermehrt für Mystik. Denn sie erwarten sich von ihr eine Vertiefung ihres Lebens. Was ist Mystik? Das griechische Wort myein meint, dass wir etwas Geheimnisvolles erleben, das wir schwer ausdrücken können. Alle Mystiker erleben ein Gefühl der Sehnsucht und der Hingabe, sie sehen sich in einem Liebesverhältnis zur Gottheit.
In unserer Zivilisation wird es immer schwieriger, über irgend etwas Gewissheit zu haben. Die Hypothese, dass Unaufrichtigkeit das Schmiermittel ist, das die Gesellschaft am Laufen hält, hat zu einer nahezu einmaligen Akzeptanz der Lüge beigetragen. Auch zur Aufrechterhaltung der eigenen Identität gilt ein gewisses Maß an Selbsttäuschung als unerlässlich. Selbsttäuschung aber verdirbt die Seele. Dennoch handeln, denken und sprechen wir, als wüssten wir, wer wir sind. Das ist der Ursprung des Lügens. Andererseits verdirbt auch die Wahrhei...
„Sind wir ein mehr zufälliges Experiment oder in einen viel größeren Zusammenhang eingebunden? Eine Frage zieht die nächste nach sich, und alle Fragen laufen letztlich doch auf ein Unbekanntes hinaus. Manche wenden sich dann dem Glauben zu, während andere einfach nur staunen. Und in diesem Staunen keimt die Saat der Spiritualität.“
„Es ist nicht einzusehen, warum Glück für alle ein und dasselbe sein sollte. Da Glücklichsein immer als ein wertvolles persönliches Gut beschrieben wird, könnte man sich auch vorstellen, dass es für jeden etwas anderes, Besonderes und Einzigartiges bedeutet. Ein glücklicher Mensch kann sein Glück nicht auf andere übertragen. Jeder muss sein ganz persönliches Glück selbst entdecken.“
Entzauberung des Todes: Der Tod kommt heute nicht länger als metaphysischer Schreckensbote oder Führer in ein besseres Jenseits daher, sondern als wirkliches und erfundenes Sterben in Nachrichtensendungen und Kriminalfilmen. Erstaunlich ist schließlich, wie unerbittlich uns täglich zahllose Tode medial ins Wohnzimmer geliefert werden, und zwar keineswegs nur wirkliches Sterben in Nachrichtensendungen, sondern noch mehr erfundenes Sterben, ausgedacht von Kriminal- und Horro...
Das moderne Zeiterleben bewegt sich zwischen Mangel und Überfluss. Offenbar fällt es uns schwer, die richtige Balance zwischen Müssen und Muße zu finden. Dabei kann uns gerade das Bewusstsein, dass die Zeit begrenzt ist, helfen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Dann erkennen wir auch im schnellsten Wandel das Bleibende und können uns gelassen daran orientieren.
„Ein Blick in unsere Welt zeigt, dass hier eine Ordnung besteht, die unser Fassungsvermögen weit übersteigt. Es ist undenkbar, dass so etwas aus dem Nichts entstanden sei. Nachdem aber die Materie zeitlich beschränkt ist, muss man sich fragen, was hinter ihr steht.“ – „Gott selbst ist die Kraft, die hinter allem steht. Alles, was existiert, ist ein Ausdruck Gottes.“ – „Jeder Mensch, jede Pflanze und jeder Stein ist Gott.“
„Die Engel sind geistige Wesen. Ihre Liebe für uns ist unvorstellbar und bleibt uns meistens verborgen. Ganz selten hebt sich der Schleier, so dass wir es erkennen. Sie vermeiden es, unser Gefühl für unsere Wirklichkeit zu zerstören. Deshalb erscheinen sie uns als Visionen, Stimmen oder Eingebungen – leise Hinweise auf den richtigen Weg.“
Der Kosmos entsteht nach tantrischer Auffassung aus der Trennung weiblicher und männlicher Energien, die sich zuvor in einem Zustand der Vereinigung befanden. Der reinste Pfad des Tantra hat nichts mit irgendeiner Form von Anbetung der Sexualität zu tun. Meditation ist der Schlüssel. Das Ziel der geistigen Suche ist die stufenweise Wiedergewinnung der inneren Ganzheit.
„Der Hinduismus ist eine Verbindung zahlloser religiöser Vorstellungen, Kultformen, Bräuche und Riten. Er hat weder einen Stifter, noch eine Priesterschaft, noch eine zentrale Organisation. Dass die Hindutradition alle Ausprägungen religiösen Glaubens umschließt, spricht für ihre Dynamik, Flexibilität, Toleranz und große Assimilationsfähigkeit.“
„Der Westen muss endlich mit der islamischen Welt prinzipiell ins Reine kommen, jedenfalls so weit das möglich ist. Dies ist um so wichtiger, als der islamische Orient der direkte Nachbar des Westens ist und bleiben wird. Wir sind sozusagen zu Beziehungen verurteilt.“