DEM BEWUSSTSEIN AUF DER SPUR

DEM BEWUSSTSEIN AUF DER SPUR

Ein Th ema – sechs Sichtweisen

Wie kam der Geist in die Welt? Wer hat das Licht im Kopf des Menschen angezündet? Was macht unser Bewusstsein aus? Diese Fragen beschäftigen seit jeher Philosophen, Theologen und Wissenchaftler. Es gibt nichts, was ihm vergleichbar ist. Es ist die Grundlage all unseres Wissens. Wir brauchen es zur Orientierung in der Welt, aber auch zur Selbsterkenntnis: Wird der Körper still, nimmt es eine Klarheit an, die unser Alltagsbewusstsein weit übersteigt.

WOHER KOMMT ES?

Vor etwa 100.000 Jahren schuf der Homo sapiens die ersten Ritual- und Kunst-Gegenstände, die von Selbstbewusstsein zeugen. Wie aber kommt es, dass sich in ihm plötzlich ein Raum voller Gefühle und Gedanken auftat?

Seit der biblischen Schöpfungsgeschichte wurden viele Mythen, Traktate und Gleichungen präsentiert, die erklären sollen, wie der menschliche Geist in die Welt und in den menschlichen Körper kam. Mindestens hunderttausend Jahre ist es her, nur ein Augenzwinkern in der Erdgeschichte, seitdem der Homo sapiens auftrat; er schuf die ersten Höhlenmalereien, Schmuck und Ritualgegenstände, die von Selbstbewusstsein zeugen.

Wer aber hat das Licht im Kopf des Menschen angezündet, das ihn später die Akropolis bauen, grauenhafte Kriege führen und auf dem Mond landen lassen sollte? Die Frage beschäftigt seit der Antike Philosophen, Naturwissenschaftler und selbst Theologen mindestens ebenso sehr wie die Frage nach dem Ursprung des Kosmos. Wie kommt es, dass sich in einer von Naturgesetzen beherrschten Welt, in die sich auch der Mensch einfügen muss, plötzlich ein Raum voll von Gefühlen, Erinnerungen und Gedanken auftut, der scheinbar nur mehr menschlicher Willkür und der Assoziation gehorcht?

(Jede Zivilisation hat ihre Version von Leib und Seele. Sie sagt mehr über sie selbst als über das Problem des Geistes aus. Denn wenn ein Mensch nach dem Bewusstsein fragt, fragt er immer nach sich selbst. Und wie immer die Antwort ausfällt, sie spiegelt sich in seinen alltäglichen Handlungen wieder.)

Hubertus Breuer

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