Die Wiederkehr der Engel
„Die Engel sind geistige Wesen. Ihre Liebe für uns ist unvorstellbar und bleibt uns meistens verborgen. Ganz selten hebt sich der Schleier, so dass wir es erkennen. Sie vermeiden es, unser Gefühl für unsere Wirklichkeit zu zerstören. Deshalb erscheinen sie uns als Visionen, Stimmen oder Eingebungen – leise Hinweise auf den richtigen Weg.“
Weltflucht oder lebendige Kosmologie?
Bedeutet die Wiederkehr der Engel nur eine Flucht in eine andere Welt? Oder kehren sie zurück, weil es in unserer Kosmologie wieder Raum für sie gibt? Warum kehren die Engel heute wieder? In den letzten Jahren sind sie Gegenstand vieler Zeitschriftenartikel und Fernsehsendungen gewesen, es gibt eine ganze Flut von Büchern über Engel, darunter mehrere Bestseller. Ist das eine Mode? Sind Engel nur das neueste Konsumobjekt für hungrige Seelen? Handelt es sich um eine Flucht in eine andere Welt, einen Ausweg in ein ätherisches Lichtreich, eine Ablenkung von den drängenden sozialen und politischen Fragen? Oder könnte es sein, dass die Wiederkehr der Engel unsere moralische Phantasie beflügeln kann? Können sie uns Mut geben, uns im Übergang zum dritten Jahrtausend wirksamer und phantasievoller mit jenen Fragen auseinander zu setzen? In der Maschinenkosmologie der letzten Jahrhunderte gab es keinen Raum für Engel. Und es gab keinen Raum für Mystik. Wenn wir diese Maschinenkosmologie nun hinter uns lassen, werden die Mystikerinnen und Mystiker zweifellos zurückkehren; und auch die Engel kehren zurück, weil wir wieder eine lebendige Kosmologie haben.
MATTHEW FOX
Uralte religiöse Erfahrung
Die christliche, jüdische und islamische Überlieferung kennt ebenso wie die hinduistische und buddhistische die Gegenwart einer Vielzahl von Geistwesen. Das Bewusstsein von nichtmenschlichen Geistern gehört zum Grundbestand religiöser Erfahrung praktisch aller Traditionen, wahrscheinlich seit wir Menschen geworden sind. Darin könnte der Urgrund religiöser Erfahrung liegen. Das Bewusstsein von Geistwesen liegt vor der Vorstellung eines einzelnen Gottes. Bezeichnenderweise kennt die christliche, jüdische und islamische Überlieferung, ebenso wie die hinduistische und buddhistische, die Gegenwart einer Vielzahl von Geistwesen. Selbst in der monotheistischsten aller Glaubensformen, im Islam, finden wir keine Leugnung der Engel. Dieser uralte Strang religiöser Erfahrung wird nicht geleugnet, sondern durch die spätere Evolution der Religionen eher erweitert.
RUPERT SHELDRAKE
Nur leise Hinweise
Unsere Engel wollen nicht erkannt werden. Deshalb erscheinen sie uns als Visionen, Stimmen oder Eingebungen.
Sie (die Engel) sind geistige Wesen und anscheinend sehr verschieden von uns. Viele sind der Ansicht, dass wir Menschen uns nach dem Tod, oder nachdem wir mehrere Menschenleben durchwandert haben, in Engel verwandeln. Aber wir wissen, dass es diese Wesen gibt, die wir Engel nennen, dass sie an unserer Seite stehen und dass sie Wärme, Licht, höchsten Glanz und eine herrliche Farbenpracht verbreiten.Wenn man ihnen begegnet, erfährt man Wärme und das Gefühl unergründbarer Liebe. Sie lieben uns weit über unsere kühnsten Vorstellungen von der Liebe hinaus. Das uns vom Universum entgegengebrachte und uns tragende Mitgefühl ist unvorstellbar und bleibt uns meistens verborgen. Ganz selten öffnet sich ein kleiner Spalt, oder der Schleier hebt sich, so dass wir es erkennen, aber schon bald versinkt wieder alles im Dunkel. Unsere Engel wollen nicht erkannt werden. Sie verstellen sich und vermeiden es, in unsere Wirklichkeit einzubrechen oder unser Gefühl dafür zu zerstören. Deshalb erscheinen sie uns als Visionen, Stimmen oder Eingebungen, ohne unsere Wahrnehmung von der Wirklichkeit zu beeinträchtigen – leise Hinweise auf den richtigen Weg.
SOPHIE BURNHAM
Die Wahl zur Selbsterkenntnis!
Je mehr wir uns selbst verstehen, desto mehr verstehen wir die Welt der Engel und die Verbindung zwischen uns. Denn mit der Suche nach unseren Engeln entdecken wir unser eigenes Ich.
Es ist unmöglich, über Engel zu sprechen und dabei nicht Gott und unsere Entwicklung zu erwähnen. Das ist wie eine Restaurantbeschreibung, in der das Essen oder Kochen nicht erwähnt wird.Spiritualität ist kein Kleidungsstück, das man sich überhängt und nach dem Meditieren oder dem Kirchgang wieder auszieht. Spiritualität ist eine Kunst des Lebens, die viel Neugierde, Zugeständnisse, Disziplin, Konzentration und Hingabe erfordert. Sich selbst zu erkennen und zu lieben ist für mich die wohl spannendste Herausforderung. Je mehr wir uns selbst verstehen, desto mehr verstehen wir unsere Mitmenschen und die Welt der Engel und die Verbindung zwischen uns. Nur wenn wir Liebe für uns empfinden, können wir Liebe weitergeben. Denn mit der Suche nach unseren Engeln entdecken wir unser eigenes Ich und dass wir in allen Dingen eine Wahl haben. Diese Wahl ist neben dem Leben das schönste Geschenk Gottes. Wir können unsere Augen weiter öffnen, um die ganze Spannbreite dieser Welt zu fühlen und zu sehen. Wir haben aber auch die Wahl wegzuschauen, wenn Neues auf uns zukommt, Ungewohntes, vielleicht bisher Unerklärtes. Was wählen Sie.
SABRINA FOX
Lichtvolle Dankbarkeit
Wir müssen unsere Schwingungen stärker denen der Engel anpassen. Dankbarkeit erschließt uns den Himmel auf Erden. Und wenn wir offen sind, können die Engel mit uns arbeiten.
Wenn wir die Engel als Licht betrachten, können wir sie besser verstehen, denn sie haben alle Eigenschaften des Lichtes. Licht ist sehr schnell; es legt blitzschnell große Entfernungen zurück. So wie Licht die Finsternis erhellt, können Engel Licht in unser Leben und Bewusstsein bringen.- Es geht eigentlich gar nicht so sehr darum, wie wir mit Engeln Verbindung aufnehmen oder sie zu uns locken können, denn sie sind immer in unserer Nähe. Aber wir können andere Dinge tun, die uns weiterhelfen. Wir müssen – das mag jetzt vielleicht seltsam klingen – unsere Schwingungen stärker denen der Engel anpassen. Es gibt in unserem Kosmos viele Dinge, die sich auf die Schwingung anderer Dinge einstellen. Eines dieser Dinge ist Dankbarkeit. Manche Menschen sind vom Leben so erschöpft, dass sie dieses kostbare, wunderschöne Geschenk vergessen haben. Mit einem Herzen voller Dankbarkeit entdeckt man plötzlich den Himmel auf Erden. Die Welt ist dann nicht mehr so düster und trübsinnig. Man hat plötzlich Augen für das Schöne – in der Natur, am Himmel. Man freut sich über Kleinigkeiten, über Gesten, über ein Kinderlachen. Die Dankbarkeit erschließt uns eine andere Welt. Und wenn wir offen sind, können die Engel mit uns arbeiten.
TERRY LYNN TAYLOR
Brückenbauer zwischen Gott und Mensch
Die Aufgabe aller Engel besteht darin, das unglaublich starke Licht allen Seins auf eine Wellenlänge zu übertragen, die wir empfangen können. Dann kann man sich mit dem Licht des größten aller Engel verbinden.
Im Englischen hat das Wort „Angel“ die Bedeutung von „Bote“. Ich glaube aber, dass Engel mehr als Boten sind. Für mich sind Engel jene Teile des göttlichen Schöpfers, die zwischen dieser Urquelle und der Menschheit eine Brücke schlagen. Diese Brücke ist auf verschiedenen Licht- und Bewusstheitsgraden erbaut, die die verschiedenen Hierarchien bilden. Über ihnen (den Engeln) steht nur das Göttliche allein. Die Aufgabe aller Engel besteht darin, dieses unglaublich starke Licht allen Seins auf eine Wellenlänge zu übertragen, die wir empfangen können. Ohne dieses Licht und diese Reinheit können wir uns nicht in Seine Gegenwart begeben, es sei denn durch Seine Gnade. In ihrer reinsten Form erscheinen die Engel als Licht. Man sieht nur Licht, sonst nichts. Unser Universum ist nichts als Energie, unser Schöpfer nichts als das herrlichste Licht. Und dann erlebt man, wie man ganz von innerem Licht erfüllt ist und sich dadurch mit dem Licht dieses größten aller Engel verbinden kann.
K. MARTIN KURI

