„Baba“ Sawan Singh (1858-1948) lehrte den Pfad des inneren Lichts und Klangs. In zahlreichen Briefen erläuterte er seinen Schülern in einfacher, lebensnaher Form die Grundlagen der Spiritualität.
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„Die Leute können nicht fassen, dass es jenseits der Reichweite ihres Verstandes Regionen und Reiche gibt, in die ihr Verstand nicht eindringen kann und die er deshalb auch nicht begreift.“
An die „Auferstehung des Fleisches“ glauben immer weniger Christen. Versteht man sie als Wiedergeburt der Seele in einem neuen Körper, zählt sie zu den Grundlagen der Spiritualität. Die meisten Befürworter der Seelenwanderung glauben jedoch, eine ehemals menschliche Seele könne sich nicht wieder als Tier verkörpern. Diese Möglichkeit ist aber ebenso logisch wie sinnvoll und gerecht.
„Wunder sind im Grunde nichts Spirituelles – bloß die natürlichen Fähigkeiten eines völlig gesammelten Geistes. Heilige betrachten sie nur als Spielerei – so wie ein Kind mit Seifenblasen spielt. Ihren Schülern raten sie grundsätzlich davon ab, ihre geistigen Fähigkeiten für weltliche Kunststücke zu verschwenden.“
„Gott und die Engel können wir nicht sehen. Unsere Mitgeschöpfe sind selbst unwissend. Und so muss Gott immer wieder selbst in Menschengestalt erscheinen, um uns von sich und den höheren Welten zu berichten. Sonst können wir ihn nicht wahrnehmen oder irgendwelche Kenntnis von ihm erlangen.“
„Ich-heit oder die Vorstellung, ein von Gott getrenntes Wesen zu sein, ist die Ursache all dessen, was MEIN sagt im Menschen. Wir möchten, dass alles UNSER wird und legen unserer freien Seele damit leidvolle Fesseln an.“ Wie ist es dazu gekommen, und wie finden wir wieder aus dieser misslichen Lage heraus?
Unser Verstand kann ein großes Hindernis auf dem Weg zur Erlö sung sein. Statt zu fragen: WARUM sind die Dinge so, wie sie sind?, ist es besser, praktisch zu denken und sich zu fragen: WIE kann ich sie ab jetzt ändern?
Schläfrigkeit, Trägheit und Nachlässigkeit sind die drei Haupthindernisse in der Meditation. Für alle drei gibt es bewährte Heilmittel. Grundsätzlich gilt: die richtigen Prioritäten setzen, regelmäßig sein, und vor allem: Widerstände langsam, aber zielgerichtet abbauen.
„Unser Geist nimmt die Merkmale der Nahrungs mittel an, die wir essen. Ein Schüler des inneren Pfades reagiert so feinfühlig, dass schon kleine Mengen ungeeigneter Kost Unrast, Trägheit und Launenhaftigkeit in ihm erzeugen. Einfache, frische, naturbelassene vegetarische Kost, maßvoll genossen, gibt dem Geist Klarheit, Ruhe und Stetig keit und macht frisch und munter.“
„Es gibt Dinge, die sich nur der inneren Schau erschließen, nicht aber dem Denken. Es wird von so vielen äußeren Faktoren bestimmt – wie Umwelt, Erziehung, Lebensalter, Stimmung –, dass seine Erkenntnisse stark variieren. Alle Menschen, die je nach innen gegangen sind, haben dagegen mit ihrem Seelenauge ein und dieselbe Wirklichkeit erkannt.“
Scheinbar unverständliche Verhaltensweisen sind vom karmischen Gesichtspunkt durchaus logisch. Man kann sie mit Gesteins- oder Gewebeschichten vergleichen: von außen lässt sich nur ahnen, was unter der Oberfläche liegt. Erst wenn wir sie von innen her betrachten, begreifen wir, wie sie genau zusammenhängen.
Zwischen spirituellen Idealen und der „real existierenden“ Wirklichkeit klafft meistens eine unübersehbare Lücke. Kein Wunder, denn mit äußeren Mitteln wie guten Vorsätzen usw. lassen sie sich ohnehin nicht realisieren, sondern nur mit Hilfe der Meditation. Dort fließen sie uns als göttliche Tugenden von selber zu und verwandeln von innen her unser Leben. Wie das vor sich geht, sei hier am Beispiel der Gewaltlosigkeit gezeigt.