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Visionen

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Eine spirituelle Geschichte

Die Fastenzeit ist eine willkommene Gelegenheit zur inneren Klärung. Dazu zählt wesentlich auch, Vergebung zu üben und den Groll gegen andere ein für allemal loszulassen. Dabei kann ein Sack voller Kartoffeln ungeahnte Dienste leisten ...

 VORGESTELLT. Sandy Taikyu Kuhn Shimu, die Erzählerin der folgenden Weisheitsgeschichte, ist praktizierende Zen-Buddhistin und arbeitet seit vielen Jahren hauptberuflich als Kampfkunst-Lehrerin.

KARTOFFELN IN DEN SACK! Es war einmal vor langer Zeit, als ein Schüler seinen Zen-Meister besuchte und sich über die Menschen beklagte. Er war der Meinung, dass er von den meisten Personen in seinem Umfeld verletzt, beleidigt und beschimpft oder auch einfach nur unfreundlich behandelt werde.

Der Meister überlegte kurz, verschwand in der Küche und kam mit einem Messer, einigen Kartoffeln und einem Sack zurück. Der Meister sprach: „Nimm für jede Person, die dich in den letzten Tagen und Monaten verletzt hat, eine Kartoffel, und ritze den Namen dieser Person ein.“ Der Schüler tat, wie es ihm der Meister empfohlen hatte.

Es dauerte nicht lange, bis der Schüler mehr als ein Dutzend Kartoffeln mit Namen versehen hatte. Der Meister war zufrieden und sprach: „Gut, nun lege die Kartoffeln in den Sack, und trage ihn eine Woche mit dir herum, ohne ihn auch nur für einen Moment abzulegen. Komm nach sieben Tagen wieder zu mir in den Tempel.“

Buchtipp: Sandy Taikyu Kuhn Shimu, Das Tao der Worte - Zen-Geschichten, die das Herz und den Geist bewegen

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