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Visionen

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Charles Eisenstein teilt mit uns eine wunderbare Vision

Bekannt geworden als Vordenker der Protestbewegung Occupy Money, setzt sich der amerikanische Philosoph Charles Eisenstein für eine radikale Neuorientierung in unserem Denken und alltäglichen Leben ein. VISIONEN bringt einen Auszug aus seinem aktuellen Buch „Ökonomie der Verbundenheit“.

 Wenn das Heilige das Tor zum grundlegenden Einssein aller Dinge ist, dann ist es genauso das Tor zur Einzigartigkeit und Besonderheit jedes einzelnen Dings. Ein heiliges Objekt ist einmalig; sein einzigartiges Wesen kann nicht als Mischung aus verschiedenen allgemeinen Eigenschaften begriffen werden. Deshalb beraubt die reduktionistische Wissenschaft die Welt scheinbar ihrer Heiligkeit, wenn sie versucht, jedes Ding als Kombination aus einer Handvoll allgemeiner Bestandteile zu erklären. Diese Vorstellung spiegelt sich in unserem Wirtschaftssystem wider, das sich aus allgemeinen Komponenten zusammensetzt wie standardisierten Waren, Stellenbeschreibungen, Prozessen, Daten, Vorgaben und Ergebnissen sowie – am allgemeinsten und abstraktesten – dem Geld.

Das war früher nicht so. Die Mitglieder von Stammesgemeinschaften sahen einander nicht in erster Linie als einer bestimmten Klasse zugehörig, sondern als einzigartige, beseelte Individuen. Selbst Felsen, Wolken und scheinbar identische Wassertropfen hielt man für fühlende, einzigartige Wesen. Von Menschenhand gefertigte Produkte waren ebenfalls einzigartig, indem sie sich durch ihnen eigene Unregelmäßigkeiten voneinander unterschieden – die Handschrift ihres Erzeugers. Hier war der Zusammenhang zwischen den beiden Eigenschaften des Heiligen, nämlich Verbundenheit und Einzigartigkeit...

In meinem Buch beschreibe ich eine Vision, in der das Geldsystem und die Wirtschaft heilig sind und einen Rahmen für die wechselseitige Bezogenheit und Einzigartigkeit aller Dinge schaffen. Nichts wird mehr vom natürlichen Urgrund getrennt sein, weder tatsächlich noch in der Wahrnehmung. Diese Vision vereint die so lange getrennten Sphären von Mensch und Natur. Es ist eine Erweiterung des Ökosystems, die alle Gesetze der Natur berücksichtigt und ihre ganze Schönheit beinhaltet.

Heiliges Geld wird in Zukunft kein Tausch-, sondern ein Schenkmittel sein.

Buchtipp: Charles Eisenstein, Die schönere Welt, die unser Herz kennt, ist möglich

Charles Eisenstein

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