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Alte Rituale neu entdecken

Nicht wenige sprechen von ihnen als der „Zeit zwischen den Jahren“ oder der „Schwellenzeit“. Gemeint sind die zwölf Nächte zwischen Heiligabend und dem Dreikönigstag: die Rauhnächte. Außer im ländlichen Raum ist das vielfältige Brauchtum rund um die so genannten Zwölften in Vergessenheit geraten. Doch mehr und mehr tritt die Tradition mit ihren Ritualen wieder ans Licht und wird neu entdeckt.

In den dunklen Nächten nach der Winter-Sonnenwende führt Gott Wotan (auch Odin genannt) auf seinem weißen Ross das wilde Heer der toten Seelen auf der Suche nach der Sonne an. So erklärten sich die nordischen Völker die Stürme, die in der kalten Jahreszeit über das Land tobten.

Die Charaktere der Götter der Kelten und Germanen, die als unsere Ahnen gelten, waren eng verbunden mit den Vorgängen in der Natur im Verlauf eines Jahres. Wie sehr das Leben unserer Vorfahren nachhaltig dadurch geprägt war, spiegelte sich auch in ihren Jahresfesten und Ritualen. Das Zeitempfinden von Kelten und Germanen war eher zyklisch als linear, so wie wir es heute kennen. Die wiederkehrenden Rhythmen der Natur wurden als Kreislauf und Prozess gesehen, der bestimmte Phasen eines Jahres markierte.

Während das keltisch germanische Denken sich am Leben und Sterben in der Natur orientierte, folgt das christli- che Kirchenjahr den linear verlaufenden Lebensphasen des Mensch gewordenen Gottessohnes, mit dessen Geburt am 24. Dezember das Licht in die Welt zurückkehrt.

Der keltischgermanische Jahreskreis ist zweigeteilt, in eine helle und eine dunkle Hälfte. Mit der Winter-Sonnenwende am 21. Dezember beginnt die helle Jahreszeit, in der die Erde ausatmet, keimt, das Leben wachsen und gedeihen lässt. Mit Abschluss der Ernte tritt das Jahr zur Sommer-Sonnenwende am 21. Juni wieder in die dunkle Phase ein. Die Tage werden langsam kürzer, die Erde atmet ein, zieht sich zurück und kommt während des Winters Ende Dezember nahezu zum Stillstand.

In den dunklen Nächten nach der Winter-Sonnenwende führt Gott Wotan auf seinem weißen Ross das wilde Heer der toten Seelen auf der Suche nach der Sonne an. So erklärten sich die nordischen Völker die Stürme, die in der kalten Jahres zeitüber das Land tobten .

Claudia Hötzendorfer

FOTO: Thinkstock

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