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Schon seit 80 Millionen Jahren soll der Arganbaum in Marokko wachsen. Aus den Nüssen die der „Baum des Lebens“ trägt, wird das wertvollste Öl der Welt gewonnen, ein wahrer Schatz für die Haut.

Marokko, ein Wüstenstaat wie aus 1001 Nacht, dem Stoff aus dem die Träume sind. In der eigenen offiziellen Staatsbezeichnung wird die Heimat der mysteriösen sagenumwobenen Berber „al-Mamlaka al-Maghribiya“ („Das Land des Sonnenuntergangs“) genannt. In seiner kargen und doch faszinierenden Landschaft gibt es unermessliche Schätze zu entdecken.
So wächst hier – und nur hier! – dieser dornige, stolze und widerstandsfähige Baum, der bis zu 450 Jahre alt werden kann und zu einem der ältesten Bäume der Welt zählt – die Arganie (Arganbaum). Für das Volk der Berber ist er der „Baum des Lebens“, ein wesentlicher Bestandteil der marokkanischen Kultur, Lebensweise und Küche. Er versorgt die Menschen mit Holz als Brennstoff und Baustoff für ihre Häuser, nährt und heilt sie mit seinem außerordentlich wertvollem Öl, und dient mit seinen nährstoffreichen Blättern als wichtige Futterquelle für die Ziegen, Kamele und Schafe. Doch dieser für das ökologische und wirtschaftliche Gleichgewicht der Region existenziell wichtige Argan-Baum ist vor dem Aussterben bedroht. So hat die UNESCO 1998 ein Areal von circa 820.000 Hektar mit etwa 20 Millionen Bäumen zu einem Biosphärenreservat erklärt. Mit großem Erfolg wurden hier von Frauen für Frauen mittlerweile um die 22 vorbildliche Kooperativen zur Erzeugung des exklusiven Arganöls gegründet, in denen auch Lesen und Schreiben gelehrt wird. Mehr als 1000 Berberinnen profitieren von diesen Einrichtungen, durch die sie nicht nur den Lebensunterhalt für ihre Familien bestreiten, sondern auch ihre soziale Stellung erhebnlich verbessern.

Aber auch für die gesundheits- und schönheitsorientierten Menschen hierzulande ist das kostbare, extrem hochwertige, Arganöl eine echte Bereicherung.  Internationale wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass es zu den wertvollsten Lebensmitteln und hochwertigsten Ölen der Welt zählt. Es besteht  nicht nur zu über 80% aus ungesättigten Fettsäuren (hauptsächlich Linolsäure und Oleinsäure) und besitzt einen höheren Anteil an Antioxidantien als jedes  andere Öl, sondern ist auch noch reich an Alpha-Tocopherol, das die stärkste vorkommende Vitamin E Aktivität besitzt. Vitamin E gilt als „das Anti-Aging-Vitamin“ der  Spitzenklasse. Es strafft die Haut, macht sie geschmeidig, erhöht ihren Kollagengehalt, versorgt sie mit Feuchtigkeit und die ebenfalls enthaltenen frischeres, jüngeres Aussehen. Darüber hinaus schützt das „flüssige Gold“ vor schädlichen Sonnenstrahlen und ist ein hochaktives Antioxidant, das die freien  Radikalen, die für die vorzeitige Alterung der Haut verantwortlich zeichnen, abwehrt. Kein Wunder, dass das Arganöl zunehmend mit nachweislichen Erfolgen in  der Kosmetik als zellverjüngendes Anti-Aging-Mittel zur Linderung von Falten, zur Hautverjüngung, sowie bei Bindegewebsschwäche und Zellulite eingesetzt  wird. Aber auch die Haare profitieren von den kostbaren Inhaltsstoffen. Es eignet sich zur Restrukturierung von sprödem, trockenem Haar, schenkt Elastizität  und Vitalität, beschleunigt das Wachstum und kräftigt es.

Arganöl ist das wohl exclusivste Öl der Welt. Es hat jedoch auch einen mehr als stolzen Preis. Bis zu € 120 kostet ein Liter. Der rechtfertigt sich unter anderem  dadurch, dass die Argonie lediglich in einem flächenmäßige sehr kleinen Bereich Marokkos wächst und bisher nicht innerhalb anderer Regionen angesiedelt werden konnte. Hinzu kommt, dass die Ernte der zudem relativ geringen Menge an Früchten zwischen Juli und September recht schwierig ist. Das Holz der  Bäume ist sehr spröde und mit Dornen versehen, so dass nur Früchte genutzt werden, welche am Boden liegen. Der Ertrag eines durchschnittlichen  Arganbaumes liegt bei ungefähr 30 Kilogramm Früchten. Das ergibt gerade einmal einen Liter Öl. Dieses kann jedoch nicht einfach aus der Frucht gepresst werden. In wahrer Knochenarbeit werden die Früchte von den äußerst geschickten Berberinnen, die dieses Handwerk traditionell schon seit hunderten von  Jahren gelernt und praktiziert haben, mit Steinen aufgeschlagen um die darin verborgenen Argankerne zu bergen. Diese werden zuerst auf dem Feuer geröstet  um dann von Hand gemahlen und mit Hilfe von abgekochtem Wasser verknetet zu werden. Erst aus diesem Brei kann das Arganöl gepresst werden. Für die  Gewinnung eines Liters bedarf es einer Arbeitszeit von nahezu 20 Stunden. Es gibt zwar auch ein moderneres Herstellungsverfahren, in dem das Arganöl  maschinell hergestellt wird, aber die herkömmliche, traditionelle Produktion nimmt wieder zu, da sie die Existenz ganzer Familien sichert.

Ana Friedrich

FOTO: Thinkstock

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