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Baobab

Baobab, der afrikanische Affenbrotbaum, ist als Nahrungsmittel hierzulande kaum bekannt. Barbara Simonsohn hat das faszinierend vielseitige Superfood selbst ausprobiert und ein Handbuch dazu geschrieben.

Baobab, das ist vielleicht das Symbol  Afrikas. Dieser Baum gilt seit Jahrtausenden in Afrika als Nahrungsquelle und Allheilmittel und wird als heilig verehrt. Die Völker Afrikas geben dem Baum unterschiedliche Namen, die aber immer mit „Um“ beginnen, was „Mutter“ bedeutet. Sie verehren den Baobab wie einen  Stammesältesten.

Die Früchte des Baobab sind ein Superfood par excellence mit einer für Früchte spektakulären Nährstoffdichte. Außerdem schmecken sie lecker: fruchtig- frisch mit exotischer Note. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis auch bei uns Gourmet-Köche diese Qualitäten entdecken.

Baobab-Früchte werden vielleicht die  Superfrucht der Zukunft, weil sie Goji-Beeren, Acai-Beeren und Granatäpfel in vieler Hinsicht in den Schatten stellen. Auch das Blattpulver hat es „in sich“: es steckt voller Chlorophyll, Proteinen, Provitamin A und Antioxidanzien. Hier nur ein paar Beispiele, warum Baobab- Früchte das neue „Superfood“ in Hollywood sind und dieser Ruf sicher kein Hype und keine Eintagsfliege sein wird:

Spektakulär viele Antioxidanzien

Das Baobab-Fruchtfleisch enthält doppelt so viele Antioxidanzien wie Goji-Beeren, sechsmal so viele wie Heidelbeeren, 12-mal so viele wie Weintrauben und 14-mal so viele Antioxidanzien wie Papayas. (Antioxidanzien sind die Gegenspieler  zu freien Radikalen, welche für degenerative Erkrankungen und vorzeitige Alterungsprozesse verantwortlich sind.) Affenbrot-Früchte haben eine höhere Dichte an Radikalenfängern als Granatäpfel und Gojibeeren zusammen! Ihr  antioxidatives Potenzial ist potenter  als das von OPC in Traubenkernen. Der ORAC-Wert, der das antioxidative Potenzial misst, beträgt spektakuläre 24.300.

Wer eine ganze Baobab-Frucht hat, die es hier als Dekorationsartikel gibt, sollte die roten Fruchtfasern also nicht wegwerfen. Mit einem sensationellen ORAC-Wert von 75.000 enthalten sie 66-mal so viele Antioxidanzien wie Orangen, 48-mal so viele wie Erdbeeren, und 100-mal so viele wie Kiwis. Ich mische  sie einfach unter meinen grünen Smoothie.

Sämtliche Aminosäuren

Baobab-Früchte enthalten 10-mal so viel Vitamin C wie Kiwis oder Orangen und 15-mal so viel Vitamin C wie Granatäpfel. Nur zehn Gramm Fruchtpulver deckt den Tagesbedarf von 65 Milligramm. Pro hundert Gramm Fruchtpulver beträgt der Vitamin-C-Gehalt bis zu 422 Milligramm. De Caluwé konstatierte: „Der Vitamin-C-Gehalt ist der höchste unter natürlichen Früchten.“

Der Gehalt an B-Vitaminen ist beachtlich. Baobab enthält besonders viel der B-Vitamine Thiamin, Pyridocin, Riboflavin und Niacin. Sie stärken Nerven und  Psyche, sind für den Eiweiß- und Zuckerstoffwechsel wichtig, stärken das Immunsystem und sind wichtig zur Bildung körpereigener Enzyme.

Auch ist Baobab-Fruchtpulver eine hervorragende Quelle für Eiweiß: es finden  sich alle acht essenziellen und auch alle nicht-essenziellen Aminosäuren mit einem ausgewogenem Aminosäure-Profil, wie es der menschliche Organismus benötigt. Die Pulpe besteht zu rund zwanzig Prozent aus Eiweiß.

Mineralstoff-Lieferant

Die Pulpe enthält nicht nur Vitamine in Hülle und Fülle, sondern auch Mineral-stoffe. Baobab toppt den Kalziumgehalt  von Joghurt um den Faktor drei und  enthält mit bis zu 655 Milligramm pro 100 Gramm fünfmal so viel Kalzium wie Milch.

Auch ist die Frucht des Affenbrotbaumes eine hochwertige Quelle für  Kalium, was für eine normale Muskelfunktion – auch die des Herzmuskels – und für das  Säure-Basen-Gleichgewicht unentbehrlich ist. Baobab enthält das Sechsfache an Kalium wie die kaliumreiche Banane.

Es finden sich in der Frucht des Affenbrotbaumes mehr Eisen als in Steaks, mehr Zink als in Austern, mehr Magnesium als im Wasser der grünen Kokosnuss, mehr Magnesium als in Spinat und fünfmal so viel Magnesium wie in Avocados. Nur 40 Gramm Fruchtfleisch decken 41 % des Eisenbedarfs ab, 35 % des Kalziumbedarfs und 25 % des Zinkbedarfs.

Was Ballaststoffe betrifft, so enthalten Baobab-Früchte davon mehr als Chia-Samen und 14-mal so viele lösliche Faserstoffe wie Orangen. Nur ein Esslöffel des  Fruchtpulvers enthält mehr Ballaststoffe als hundert Gramm Vollkornbrot. Das Besondere: In Baobab-Fruchtpulver  beträgt das Verhältnis von löslichen zu unlöslichen Ballaststoffen 50 zu 50, das ideale Verhältnis.

Heilkräftige Blätter und Samen

Die Baobab-Blätter, hier als Pulver erhältlich, enthalten mehr Eiweiß und Eisen als Fleisch, viermal so viel Provitamin A wie Mangos, und mehr Antioxidanzien  als Blaubeeren. Das Baobab-Öl aus den kleinen, herzförmigen Samen ist ebenfalls rekordverdächtig. Es enthält mehr Eiweiß und Lysin als Erdnüsse, doppelt so  viel Betakarotin wie Palmöl und siebenmal so viel wie in Maiskeimöl, und eine hohe Konzentration an ungesättigten Fettsäuren. Die chemische Stabilität dieses  Öls ist wegen der mittelkettigen Fettsäuren kaum zu toppen: Baobab-Öl ist bis zu fünf Jahre ungekühlt haltbar. Kein Wunder, dass es bei uns in ganzen  Kosmetik-Linien zu finden ist und sich auch hervorragend  für die Herstellung eigener Naturkosmetika eignet.

Naturbelassenes Produkt

Baobab-Produkte aus den Früchten, Blättern und Samen sind völlig natürlich, stammen aus Wildwuchs, werden ressourcenschonend geerntet, ermöglichen Kleinbauern in Afrika ein regelmäßiges Einkommen, sind genetisch unverändert und ursprünglich. Es gibt jahrhundertelange Erfahrungen in der Ethnomedizin und zahlreiche wissenschaftliche Studien, welche die Wirksamkeit und Sicherheit dieses Super-Lebensmittels belegen. Für mich ist der Baobab-Baum ein  Geschenk  des Himmels von Mutter Natur an den Menschen der heutigen Zeit. Baobab ist für mich ein Symbol für das Herz Afrikas. Wenn wir gesund sind und voller Lebenskraft, sind wir friedliebend und liebevoll. Und bestens gerüstet für unser aller Reise: vom Kopf ins Herz.

Auszüge aus:
Barbara Simonsohn: BAOBAB Superfood. Gesund und schön mit dem Nährstoff-Juwel aus Afrika. Mit zahlreichen Rezepten.
(Windpferd-Verlag, 2015)

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