Magazin Visionen - Einfach. Besser. Leben.

Visionen

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Im Außen können wir nicht finden, wonach wir uns offen oder insgeheim sehnen. Unser wahres Königreich liegt in uns.

Der gute Gedanke - VISIONEN-Essay von Stefanie Ochs

Ankommen. Ganz da sein. Sich geborgen fühlen, angenommen und vollkommen wertgeschätzt. Einfach geliebt. Wer will das nicht? Oft suchen und suchen wir und wundern uns, dass wir, obwohl wir eine tolle Wohnung oder gar ein Haus bewohnen, einen Partner und vielleicht Kinder haben, uns trotzdem irgendwie heimatlos und verloren fühlen. Diese Gefühl, diesen Schmerz verschleiern wir dann wiederum meist vor uns selbst, lenken uns ab, indem wir jede Menge unnützes Zeugs konsumieren, statt dankbar zu sein für all das, was wir so ganz selbstverständlich „besitzen“.

Viele, viele Menschen, die wirklich alles haben, sind unglücklich und fühlen sich klein, unbedeutend und verloren - heimatlos eben. Wie kann das sein? Zwei wichtige Aspekte, die mir dazu einfallen - sind frühe traumatische Erlebnisse oder Entwicklungstraumata, die durch seelisch-emotionale Vernachlässigung entstehen und zweitens die Unwissenheit darüber, dass wir entwicklungsevolutionär in den allermeisten Fällen traumatisiert sind und darum Außen mit Innen verwechseln. Damit meine ich, wenn wir aufgrund von Verletzungen und dem Gefühl der Trennung damit beschäftigt sind geliebt zu werden und dafür alles tun. Dabei ist die Aufgabe genau umgekehrt: nämlich, „die Liebe in uns selbst zu entwickeln und uns selbst eine Heimat zu geben“.

Da fällt mir ein: vor vielen Jahren, vielleicht im 18.Lebensjahr, als ich durch Frankfurt ging, sah ich einen Bettler oder Landstreicher, also wie wir das nennen würden, in Meditationshaltung auf den Stufen einer Eingangstür sitzen. Seine Augen waren geschlossen, er atmete tief und schien ganz in sich versunken zu sein. Er strahlte vollkommene Zufriedenheit aus. Dieser Anblick beeindruckte mich tief und ich dachte lange darüber nach. OK, viele Menschen, die auf der Straße leben, sind sicherlich verlorene Seelen (wie weiter vorn beschrieben), die den Ansprüchen der Gesellschaft oder den eigenen, nicht standhalten konnten. Doch kann es auch eine bewusste Entscheidung für solch ein Leben geben und es kann vorkommen, dass sich Menschen in genau dieser Erfahrung ganz und gar frei, beheimatet und angekommen fühlen?

In diesen Gedanken lag für mich tiefe Erkenntnis. Denn, wenn ein Mensch unabhängig von äußeren Besitztümern ist (was nicht bedeutet, dass er keine haben kann), weiß und spürt er längst, dass er alles bereits in sich besitzt was er braucht. Dieser Mensch ist innerlich reich und lebt aus einer inneren Haltung heraus mit sich im Einklang. Ein Mensch, der so in sich selbst ruht, besitzt sich selbst und gibt sich selbst Heimat und Halt. Er ist also frei und weitesgehend nicht erpressbar oder manipulierbar für unsere Konsumgesellschaft.

Als Kind liebte ich die Geschichten von Jesus und ich wollte Jesus so nah wie möglich sein. Ich entschied mit 9 Jahren sogar, mich Taufen zu lassen. Doch natürlich wurde ich enttäuscht. Ich war Jesus und Gott, dadurch kein Stück näher gekommen. Mit 14 gipfelte meine Enttäuschung in der Konfirmation. Ich bin sehr dankbar, dass mir meine Eltern diese Erfahrung ermöglichten. Denn es half mir schon früh zu erkennen, dass wir im Außen nicht finden können, wonach wir uns offen oder insgeheim sehnen und dass das wahre „Königreich“ in uns liegt.

Natürlich kannst du dir vorstellen, dass das der Beginn einer langen Reise war, die für mich bis heute andauert. Es ist so wunderbar durch das Schreiben, sich selbst an solche vergessen geglaubten Wegweiser zu erinnern, die sich heute rückblickend, als wichtige Meilensteine erwiesen haben. So weiß ich heute sicher, dass genau in diesem Schmerz, sich verloren und heimatlos zu fühlen, unser größtes Geschenk liegt und der Schlüssel zum Königreich in uns – unserer wahren Heimat.

Darum möchte ich dich heute einladen, diesen Schmerz der Trennung ganz zu dir zu nehmen und zu umarmen. In dieser Handlung beginnst du dir selbst ein Zuhause zu geben, in dem deine verletzten, inneren Anteile heilen können. Dein Körper ist wie ein Haus, in dem Licht und Dunkelheit leben. In den dunkelsten Keller-Ecken sitzen kleine verängstigte Versionen deiner Selbst, kleine „Kellerkinder“, die sich nach nichts als Liebe und Führung, nach Erlösung sehnen. Und nur du selbst kannst sie ihnen geben. Auf meiner Webseite gibt es übrigens als Geschenk und Einsicht in meine Arbeit ein Video samt geführter Meditation für dein „inneres Kind“, für eben genau diese Anteile, die sich tief in dir versteckt und vergraben haben. Vielleicht möchtest du diese Möglichkeit für dich nutzen? Welchen Weg du auch immer gehst. Er führt an irgendeinem Punkt, ganz sicher, immer hin zu dir selbst. Und an diesem Punkt weißt du worum es geht, und dass du dir selbst Heimat gibst und nur in deinem Herzen wirklich zu Hause bist. Erlaube dir, dich selbst zu halten und dich in deine Herzensheimat zu führen. Komme dort an, wo dein Herz zu Hause ist!

Über unsere Essayistin

joomla stefanie ochsStefanie Ochs leitet Frauen seit vielen Jahren in eigener Heilpraxis an, ihre Ängste zu transformieren, ihre weibliche Weisheit zu entdecken und ureigene Kraft zu aktivieren, sodass sie ein neues Lebensgefühl und Wohlbefinden etablieren. Durch ihre feinfühlige, energetische und wertschätzende Arbeit gelingt ihr das Auflösen hindernder Blockaden für volle  Klarheit und Zuversicht für den zukünftigen Weg. www.zarameh.de

Stefanie Ochs

FOTO: Thinkstock

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