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innere Freiheit

Vor 500 Jahren hat der Mönch Martin Luther mit „seiner“ Reformation einen Befreiungsprozess angestoßen: die Freiheit des Gewissens war und ist auch die Reformation des Menschen!

Der gute Gedanke - VISIONEN-Essay von Stefanie Ochs

Wann sind wir wirklich frei? Das ist eine Frage, die mich nicht nur täglich inspiriert und um die sich vieles dreht, sondern sie stellt auch einen wichtigen Wert meiner Arbeit dar.

Zwar scheinen wir frei zu sein und unendliche Möglichkeiten zu haben, doch stoßen wir immer wieder an Grenzen. Ich bin überzeugt, dass jeder Mensch  irgendwann in seiner Evolution an den Punkt kommt zu erkennen, dass wir selbst es waren, dass wir für uns eine gut geschützte Festung von Einstellungen, Glaubensätzen und Überzeugungen gebaut haben. Denn genau an diese stoßen wir, wenn wir beginnen uns selbst zu erneuern und die Fesseln der  Vergangenheit zu sprengen.

Sicher. Wir alle haben Fehler gemacht, vielleicht schlimme Dinge getan oder erlebt und vielleicht mit Scham oder Rache darauf reagiert .... Doch was, wenn  wir ohne diese Fehler hätten gar nicht erkennen können wer wir sind und uns neu zu entscheiden, wer wir sein wollen? Wäre das nicht ein spannendes  Konzept, das unsere gesamte Idee von Scham und Schuld, richtig und falsch, auf den Kopf stellen würde?

Was wäre, wenn Fehler die wahren Geschenke unserer Evolution wären? Die Früchte an denen wir uns erkennen?

Martin Luther kritisierte in der Reformation, die nun 500 Jahre her ist, insbesondere den Ablass, „weil die Glaubenden sich dadurch ihres Heils zu Unrecht  sicher wähnten“. So wird das von Lutherianern heute überall auf der Welt interpretiert. Was ja darauf hindeutet, dass wir uns nicht freikaufen können.  „Nichts und niemand im Außen kann uns die Absolution erteilen, außer wir selbst!“ Die Kirche als Institution hat sich als Brücke zwischen Mensch und Gott  gestellt und Gott zu einer richtenden Instanz erklärt. Doch nur Selbst-Reflektion kann uns „bereuen“ lassen und Einsicht bringen. Nicht im Sinne von  Schuld und Scham, sondern zum Zwecke der Selbstvergebung zugunsten einer größeren Erkenntnis über uns selbst und persönliche Verantwortung für das eigene Handeln.

Immer wieder gab es Menschen, die für eine größere Wahrheit ihrer Erkenntnis eingestanden sind: Jeanne d’Arc, Meister Eckhardt oder Martin Luther.  Was unterschied diese Menschen von den anderen, „vom Volk“? Vielleicht, dass die Vision ihrer Erkenntnis, ihre innere Einsicht – größer war, als ihre Angst vor den drohenden Konsequenzen?

Die Schwester der Freiheit ist die Angst. Und könnte es sein, dass Freiheit Verrat „braucht“? Wäre es Jesus möglich gewesen die „Befreiung aus seinem  Körper“ zu demonstrieren „ohne verraten“ worden zu sein?

Vielleicht lehne ich mich mit dieser Annahme sehr weit aus dem Fenster, doch ich liebe Gedankenspiele und meinen Geist zu erweitern. Ich glaube nicht an  die eine Wahrheit, jedoch an eine Tiefe von Botschaften, die weitergehen, als die, auf die wir uns kollektiv geeinigt haben.

Was braucht ein Mensch um sich zu erneuern und warum sollte er dies tun? Müssen wir immer wieder alte Anteile (Einstellungen, Überzeugungen,  Glaubenssätze, die  uns einst gedient haben) von uns selbst verraten, zu Gunsten einer größeren Freiheit und Erweiterung? Muss Altes sterben dürfen, damit  ir uns selbst neu gebären können, um als erneuertes Selbst „auferstehen“ zu können?

Und sollten wir den Faden der Freiheit nicht viel länger spinnen und ihn als Ganzes betrachten? Was macht einen wahrlich freien Menschen aus? Weiß er  darum, dass ein machtvoller Geist und eine immerwährende Seele in seinem Körper wohnen? Erinnert er sich an den Funken der Göttlichkeit, aus dem er  einst gekommen war und der in jedem von uns wohnt? Haben wir zu viel Angst uns der Konsequenz dieser Wahrheit zu stellen? Darf ich das überhaupt denken, geschweige denn schreiben? Sind wir so sehr indoktriniert durch 2.000 Jahre und mehr Unterdrückung auf so vielen Ebenen, das so viele es nicht mal merken?

Kann Luthers Reformation von vor 500 Jahren „nur“ ein weiterer Schritt in die Erkenntnis sein, dass jeder selbst nur sich befreien kann? Das „sich läutern“  reflektieren bedeutet und an den persönlichen Einsichten zu wachsen? Ist nur ein innerlich wahrhaft freier Mensch in der Lage einen anderen Menschen  wirklich frei zu lassen in seinem Erfahrungsspektrum? Und welche Dimension enthält die Aussage des Orakels von Delphi „Erkenne dich selbst“ hinsichtlich dieser spannenden Gedanken?

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders!“ So hat Martin Luther damals als Entdecker der Gewissensfreiheit die Christenheit aus dem Mittelalter befreit. Zeit  für uns,um über die wirkliche innere Freiheit und die damit  verbundene Reformation des Menschen zu reflektieren.

Über unsere Essayistin

joomla stefanie ochsStefanie Ochs leitet Frauen seit vielen Jahren in eigener Heilpraxis an, ihre Ängste zu transformieren, ihre weibliche Weisheit zu entdecken und ureigene Kraft zu aktivieren, sodass sie ein neues Lebensgefühl und Wohlbefinden etablieren. Durch ihre feinfühlige, energetische und wertschätzende Arbeit gelingt ihr das Auflösen hindernder Blockaden für volle  Klarheit und Zuversicht für den zukünftigen Weg.  www.zarameh.de

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FOTO: Thinkstock

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