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Die Tempelanlage von Ggantija nahe Xaghra besteht aus zwei erhaltenen Tempeln mit fünf bzw. vier Kammern und einem großen Vorhof, der von einer Mauer eingefriedet wurde. Das Alter der Bauwerke wird auf 6’000 Jahre geschätzt.


Malta - Insel der Göttin

Malta - Insel der Göttin

Ludwig Schoen spürt den Geheimnissen der prähistorischen Megalithkultur und der Muttergottheit auf der Mittelmeerinsel Malta nach.

Wenn wir von Malta sprechen, meinen wir „die“ Insel im Mittelmeer. Das ist so nicht ganz treffend, denn erstens ist Malta ein eigener Staat, und zweitens sind es in Wirklichkeit drei Inseln: Malta, Gozo und Comino. Aber Malta liegt nicht nur im Mittelmeer, sondern ist auch fast dessen Mittelpunkt. Dennoch ist Malta vielen Menschen gar nicht als etwas Besonderes im Bewusstsein.

Das war in prähistorischen Zeiten ganz anders. Denn zur Zeit der Megalithkultur war Malta eine Art spirituelles Zentrum. In ganz Europa finden wir zahlreiche Zeugnisse einer archaischen Kultur, die uns rätselhafte Steinsetzungen hinterlassen hat. Daher auch der heutige Name, welcher soviel wie „große Steine“ bedeutet. Sehr bekannt sind die Steinreihen in der Bretagne, Steinkreise in England und Irland, Menhire, Dolmen und so genannte Hügelgräber. Wir mutmaßen über ihre Bedeutung, messen vielleicht Energiefelder, aber viel wissen wir nicht darüber, welche Kultur die Menschen verband.

Ähnlich ist das auch auf Malta. Aber hier fallen die Steinsetzungen völlig aus dem Rahmen. Hier finden wir Tempel. Zumindest nennen wir sie so. Hier finden wir eine prähistorische Architektur, die ihresgleichen sucht. Und das in einer Häufigkeit auf diesen kleinen Inseln, die uns schier ins Staunen versetzt. Man kann kaum einmal zehn Kilometer fahren, ohne schon vor dem nächsten Tempel zu stehen.

Matriarchale Kultur

Damit kommt Malta eine zentrale Bedeutung in der Megalithkultur zu. Es gibt nichts Vergleichbares. In den Tempeln, die teilweise auch unterirdisch waren, wie z.B. das Hypogäum nahe Tarxien, fanden Archäologen hauptsächlich weibliche rundliche Figuren. Da die Tempel und Artefakte meist aus der Zeit von 3000 – 5000 vor unserer Zeitrechnung stammen, reichen wir hier in die so genannte prähistorische Zeit und in das Matriarchat zurück. Die Figuren werden allgemein als „Göttinnen“ im Rahmen eines Fruchtbarkeitskults interpretiert.

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