Tipps von der Kräuterexpertin
Worauf sollte man achten, wenn man selbst Kräuter sammeln möchte?
Wichtig ist, dass man sein Wissen über die Kräuter nicht nur aus Büchern bezieht. Entweder nimmt man zum Sammeln jemanden mit, der sich mit den Pflanzen gut auskennt, oder man geht zu einem Botaniker, der praktisches Wissen weitergibt. Das ist auch die traditionelle Form, wie man von jeher das Kräuterwissen erlernt hat. Man suchte sich immer jemanden, der es einem weitergab. So eignet man es sich am besten an. Ich bin beispielsweise als Kind immer mit einer Pilzsammlerin mitgegangen. Sie hat mir gezeigt, welche Pilze ich mitnehmen darf und von welchen ich die Finger lassen sollte. Wenn man sich nur auf Bücher verlässt, kann man sehr schnell Pflanzen verwechseln und sich damit großen Schaden zufügen.
Wie kann man sich noch vor solchen Fehlern schützen?
Beim Kräutersammeln ist es genauso wie beim Pilzesammeln: man lernt die Giftigen zuerst. Maiglöckchen oder Schierling sollte man beispielsweise stehen lassen. Wenn man sich an die Regel Die Giftigen zuerst hält, ist man schon sehr gut vor Verwechslungen geschützt. Wer sich nicht sicher ist, welches Kraut er vor sich hat, sollte es im Zweifelsfall lieber stehen lassen oder, bevor er es verwendet, einen Experten um Rat bitten. Sicherheit gibt es auch, wenn man die Pflanzen selbst im Garten oder auf der Terrasse ausgesät hat. Dann weiß man, welche Kräuter im Topf sind.
Haben Sie bestimmte Sammelrituale?
Die wichtigste Regel ist eine respektvolle Haltung der Natur und den Pflanzen gegenüber. Das heißt, nicht einfach die Kräuter ausreißen und auch nicht den kompletten Strauch mit den Wurzeln mitnehmen, sondern immer mindestens ein Drittel stehen lassen. Als Ritual kann man sich vorher erden und die Pflanze um ihr Einverständnis bitten, ob es in Ordnung ist, wenn ich sie nun mitnehme.
Respekt vor der Natur heißt, immer zwei Drittel einer Pflanze stehen lassen und sie nicht einfach ausreißen.
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