WER HAT ANGST VOR DEM THERAPEUTEN?
Im Gespräch mit der Psychotherapeutin Andrea Jolander
Ihr Buch trägt den Titel Da gehen doch nur Bekloppte hin. Ist es so schlimm mit den Vorurteilen?
Viele meiner Patienten erzählen mir, dass zumindest in ihrem
Umfeld niemand dafür Verständnis hätte, wenn sie erführen, dass
sie zu einer Psychotherapeutin gehen, und deshalb behalten es die meisten für sich.
Die Berufe des Psychiaters, Psychologen und Psychotherapeuten werden immer gern verwechselt. Was unterscheidet diese drei Bereiche voneinander?
Psychologen haben Psychologie studiert, können aber auch in anderen Berufsfeldern arbeiten, zum Beispiel in der Forschung oder beim TÜV bei der psychologisch-medizinischen Untersuchung. Psychotherapeuten können Psychologen sein. Der größte Teil der Psychotherapeuten hat Psychologie studiert und ist daher auch Psychologe. Es gibt aber auch ärztliche Psychotherapeuten. Die haben Medizin studiert und im Anschluss daran eine psychotherapeutische Zusatzausbildung gemacht. Die Praxen von Psychotherapeuten sehen nicht wie eine klassische Arztpraxis aus. Es gibt keinen Empfang und keine Arzthelferin und man sitzt dem Psychotherapeuten meist auf Sesseln gegenüber. Hingegen ähnelt die Praxis des Psychiaters mehr der eines Arztes. Da er es häufig mit Patienten zu tun hat, die an schwereren psychischen Störungen leiden, verschreibt er auch Medikamente, was ein Psychotherapeut nicht tut.
Wir haben das so genannte Erstzugangsrecht. Sie können von sich aus ohne Überweisung zum Psychotherapeuten gehen.
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