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Der amerikanische Schönheitschirurg Steven Hoeffler will Schönheit an bestimmten Winkelverhältnissen messen

Buchtipps

Nancy Etcoff
Nur die Schönsten überleben. Die Ästhetik des Menschen
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Bin ich schön?

Bin ich schön?

Ein Blick in den Spiegel – umrahmt von Evolutionspsychologie und ganzheitlicher Kosmetik

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Wir kennen diesen Spruch. Er ist aus einem der berühmtesten, von den Brüdern Grimm überlieferten Märchen. Darin siegt Schneewittchen mit ihrer natürlichen, unschuldigen Schönheit über die raffinierte, sicher mit allem weiblichen Sexappeal und viel Schminke ausgestattete Königin, den „alternden Hollywoodstar“. Über 1 Million Amerikaner lassen jährlich eine Schönheitsoperation über sich ergehen: Face-Lifting, Fettabsaugen, Brust- oder Penisvergrößerungen, Veränderungen von Nase, Brauen, Augenlidern, Ohren. Häufig können Chirurgen in den vorangehenden Beratungsgesprächen nicht nachvollziehen, was die Patienten an ihrem Aussehen so schrecklich finden, doch offensichtlich gibt ihnen die Operation mehr Selbstwertgefühl.

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Wir kennen diesen Spruch. Er ist aus einem der berühmtesten, von den Brüdern Grimm überlieferten Märchen. Darin siegt Schneewittchen mit ihrer natürlichen, unschuldigen Schönheit über die raffinierte, sicher mit allem weiblichen Sexappeal und viel Schminke ausgestattete Königin, den „alternden Hollywoodstar“. Über 1 Million Amerikaner lassen jährlich eine Schönheitsoperation über sich ergehen: Face-Lifting, Fettabsaugen, Brust- oder Penisvergrößerungen, Veränderungen von Nase, Brauen, Augenlidern, Ohren. Häufig können Chirurgen in den vorangehenden Beratungsgesprächen nicht nachvollziehen, was die Patienten an ihrem Aussehen so schrecklich finden, doch offensichtlich gibt ihnen die Operation mehr Selbstwertgefühl.

Ein Blick in den Spiegel – umrahmt von Evolutionspsychologie und ganzheitlicher Kosmetik

Weniger drastisch, dafür umso häufiger ist die „Selbstbehandlung“ durch Lippenstift, Schminke, Tätowierung und Piercing. 50 Milliarden Dollar bringen Kosmetik- und Toilettenartikel jährlich weltweit ein, über 80% davon in den USA, Europa und Japan. In den USA werden in jeder Minute 1482 Lippenstifte verkauft. Schönheit um jeden Preis? Sind wir derart hypnotisiert von der Werbung, vom Anblick der Models? Gefangen in einem Massenwahn, dass besseres Aussehen erfolgreich und glücklich macht?

"Wenn es etwas gibt, für das es sich zu leben lohnt, dann ist es die Betrachtung des Schönen." (Plato)

Schönheit bevorzugt

Tatsache ist, dass bereits Babys länger in Gesichter blicken, die allgemein als attraktiv gelten. Gutaussehende Schüler werden besser benotet als die unscheinbaren. (Test: dieselbe Prüfungsarbeit mit unterschiedlichen Fotos). Schöne Angeklagte kommen vor Gericht besser weg als hässliche, sofern es nicht um Betrug und Heiratsschwindel geht. Die Entwicklungspsychologin Prof. Dr. Nancy Etcoff meint dazu: „Von schönen Menschen erwarten wir, dass sie alles besser können – vom Steuern eines Flugzeugs bis zu ihren Fähigkeiten im Bett.“ Manchem geht es auch auf die Nerven, wegen äußerer Merkmale bewundert zu werden. Der Schauspieler Paul Newman meinte: „Wenn man so hart gearbeitet hat wie ich und etwas erreicht hat, und dann kommt so ein Idiot daher und sagt: „Nimm mal die Sonnen- brille ab, damit ich deine schönen blauen Augen sehen kann“, das ist wirklich entmutigend!“
Attraktive Menschen haben in der Regel mehr Selbstbewusstsein. Doch gemessen an den offensichtlichen Vorteilen, die ihnen ihr Aussehen verschafft, sind sie – wie die Psychologen Ed Diener und David Myers nachwiesen – kaum glücklicher als andere. Selbst das scheinbar erfüllte Liebesleben mache sie insgesamt nicht zufriedener. Ein Grund dafür sei – so der Psychologe Timothy Miller – dass sich die Schönen weiterhin mit anderen, womöglich noch Schöneren verglichen. Der Schlüssel zum Glück liege jedoch darin, dankbar zu sein für das, was man hat und ist.

Dennoch bleibt die Frage, warum so vielen Menschen äußere Schönheit derart wichtig ist. Und: Worin besteht überhaupt diese Schönheit? Was macht bestimmte Gesichter anziehender als andere?

Das mathematische Ideal

„Ich kann Schönheit nicht definieren, aber ich erkenne sie, wenn sie das Zimmer betritt“, bekennt Aaron Spelling, Schöpfer von TV-Serien wie „Baywatch“ und „Melrose Place“. Selbst Experten, die Schönheit im großen Stil verkaufen, können nicht sagen, was genau ihren Appeal ausmacht. Die bedeutendsten Philosophen und Künstler der vergangenen Jahrtausende haben sich darüber ihren Kopf zerbrochen.

Von der Antike bis zur Renaissance galt Schönheit als Ideal, das auf einer Stufe mit dem Guten und Wahren steht. „Was schön ist, ist auch gut“, glaubte die griechische Dichterin Sappho. Im Rahmen der klassischen Überzeugung ist Schönheit von einer zeitlosen Einheit und Ordnung bestimmt, in geometrischen Formen ebenso wie im menschlichen Körper. Der Abstand zwischen den Augen, die Längen von Nase, Mund, Gliedern – das alles steht bei einem schönen Menschen in einem ganz besonderen, harmonischen Verhältnis zueinander. Dieser „Goldene Schnitt“ wird mit der Zahl Phi (1,618) gemessen, benannt nach dem Bildhauer Phidias. Seine Statuen sind (wie ja die meisten klassischen Darstellungen des Körpers) sichtbar wohlproportioniert.

Schönheit des Durchschnitts

Als Sir Francis Galton, ein Cousin von Charles Darwin, durchsichtige Fotos von Mördern über einander legte und das sich daraus ergebende, etwas unscharfe Gesamtbild begutachtete, machte er eine verblüffende Entdeckung. Im Vergleich zu den individuellen Bildern wirkte die Schablone des „typischen Verbrechers“ geradezu attraktiv. Heutzutage können Hunderte von digitalen Bildern zu einem vermengt werden. Galtons Eindruck wurde von unzähligen Testpersonen bestätigt. Der zusammengesetzte „Durchschnitt“, das Kompositum, erscheint anziehender als die Gesichter der Einzelnen.

In der Natur haben Extreme weniger Überlebenschancen als das normal Ausgeprägte. So kam der Anthropologe Donald Symons 1979 zu dem Schluss, dass das menschliche Gehirn aus allen wahrgenommenen Gesichtern einen optimalen Mittelwert „errechnet“. Eine Art Kompositum, das zum Maßstab für Schönheit wird. Kein angeborenes Ideal, sondern ein relativ flexibles Selektionsprogramm. Je mehr Menschen unterschiedlichster Rassen wir begegnen, desto universaler wird das schöne Gesicht, nach dem wir außen suchen. Zugleich fühlen wir uns aber auch hingezogen zu Vertrautem, zu Gesichtern, die unserem eigenen ähneln.

Superfrau und Supermann

Über Hunderttausende von Jahren galt für die menschliche Partnerwahl, was überall in der Natur gilt. Wer durch seine Erscheinung gesunden Nachwuchs versprach, hatte die besseren Chancen. Männer überzeugten durch körperliche Stärke, Frauen durch weiche runde Formen. Daran hat sich, wie die Tests von Entwicklungspsychologen zeigen, heute im Prinzip wenig geändert. Allerdings sind Frauen für hyper- maskuline Männer weniger anfällig als Männer für hyper-feminine Frauen. Das markante Kinn eines Brad Bitt oder Robert Redford wirkt auf Frauen anziehend, die gewaltige Kaumuskulatur von Batman oder Superman eher abstoßend-brutal. Umgekehrt können weibliche Proportionen den meisten Männern nicht übertrieben genug sein.

Frauen wünschen sich den Mann in Kontaktanzeigen „groß, dunkel, gut aussehend“ (das häufigste Klischee). Sie achten bei Angeboten jedoch stärker auf den Text und schauen nicht nur auf das Bild, wie die meisten Männer. Bildung, Reichtum, Ansehen können stärker wiegen als gutes Aussehen. Einer von vielen einfallsreichen Tests: Derselbe Mann erscheint auf einem Foto als Chefarzt, auf einem anderen als Mac-Donalds- Verkäufer. Auf welchem wirkt er wohl attraktiver?

Männer interessieren sich weniger für die gesellschaftliche Stellung der Frau. Gefragt sind Eigenschaften, die Fruchtbarkeit signalisieren. Etwa die Proportion Taille-Hüfte: 0,7. Die (Durchschnitts-) Maße eines Top-Models (84-58-84) entsprechen dem optimalen Wert.

Dass Frauen heute auch gebären können, wenn sie 50 Jahre und älter sind, scheint noch nicht im männlichen Selektionsprogramm gespeichert. Jugend ist Trumpf. Sie hat ihre eindeutigen Merkmale: Babyface, große Augen, reine Haut und glänzende Haare. Kindliche Gesichtszüge erwecken grundsätzlich Zuneigung. Doch Frauen mit großen Augen und schmalem Kinn erscheinen auch sexuell attraktiver, weil Jugend Fruchtbarkeit und Gesundheit garantiert.

Dass so viele Männer auf blond stehen, hat mehr mit der hellen Haut als mit der Haarfarbe zu tun. In den fruchtbaren Tagen ist die Haut heller, und helle Haut macht im Erröten sexuelle Erregung deutlicher sichtbar. Seit Jahrtausenden schminken Frauen ihr Gesicht hell oder blässlich, um (unbewusst) dem biologischen Programm zu entsprechen. 40% aller Frauen färben ihre Haare blond – wie die brünette Marilyn Monroe. Ob das Täuschungsmanöver gelingt?

Schönheit von innen

„Wir müssen die Schönheit verstehen, oder wir werden für immer ihr Sklave sein“, lautet das Fazit der Psychologin Nancy Etcoff. Wir kommen nicht um die Tatsache herum, dass äußere Schönheit im alltäglichen Leben Vorteile bringt und dass körperliche Anziehungskraft mit tief im Unterbewussten verankerten Überlebensprogrammen zu tun hat. Es steht uns frei, innere Werte wie Freundlichkeit, Kreativität, Intuition oder Intelligenz über das „rein Äußerliche“ zu stellen. Doch das bleibt Ideologie, wenn wir unsere tatsächlichen Vorlieben und Abneigungen nicht unvoreingenommen und aufmerksam beobachten und akzeptieren lernen. Solange wir etwas erreichen und Anerkennung von außen wollen, werden wir uns mit dem Thema körperliche Attraktivität auseinandersetzen müssen. Die Forschung der Evolutionsbiologie – so materialistisch sie auch ausgerichtet sein mag – kann uns wertvolle Hinweise geben und uns gelegentlich vielleicht auch heilsam auf den Boden der Tatsachen bringen.

Nun gibt es aber auch einen ganz anderen Blickwinkel. Da wird die Schönheit eines Anderen nicht am Ebenmaß des Gesichts oder an Körperproportionen bemessen, sondern in der Ausstrahlung und Lebendigkeit, in der Anmut einer Geste, in einem bestimmten Lächeln oder Augenaufschlag wahrgenommen. Diese „romantisch-poetische“ Perspektive der Schönheit lässt sich nicht so leicht verallgemeinern und messen. Die biologischen Faktoren spielen sicher mit hinein, und vor allem gesellschaftliche Normen und Ideale des Verhaltens, Paarungsrituale und vieles andere.

Wer einen ganz bestimmten Menschen schöner oder attraktiver als alle anderen findet, trifft zweifellos eine Entscheidung, ein Urteil. Und auch wenn der Betreffende nur sagen kann: „Das war einfach Liebe auf den ersten Blick!“, gibt es nun einmal die Aussonderung einer bestimmten Person, und die lässt sich letztlich biologisch, neurologisch, psychologisch und soziologisch erklären.

Doch worum es hier eigentlich geht, ist die „innere Ausstrahlung“. Sie kann nicht durch Schminke oder die Imitation charismatischer Persönlichkeiten oder „Stars“ erreicht werden. Sie hat etwas mit der Reife eines Menschen zu tun, mit Einsicht und Herz. Wer von einem tiefen Vertrauen in das Leben getragen ist, strahlt das eben in jedem Wort, jedem Lächeln, jedem „Augenblick“ aus, und das zieht – Gott sei dank! – wenigstens ebenso an wie schöne Körperproportionen. Diese Attraktion schließt Sexualität nicht aus – kann sie sogar auf lange Zeit erhalten –, aber sie ist nicht daran gebunden. Sie kommt aus einer tieferen Schicht des Bewusstseins, wo die Grenzen zwischen den sichtbaren Körpern bereits verschwimmen oder gar verschwinden.

Sehr vereinfacht gesagt: Schön ist demnach, wer er oder sie selbst ist. Dahin werden bekanntlich viele Wege angeboten: Meditation, Yoga, Qigong, Ernährung usw. Natürlich meditieren wir nicht, um schön und attraktiv zu sein – o nein! Aber es könnte doch nicht schaden zu wissen, dass innere Zentriertheit unsere Ausstrahlung (auch auf das andere Geschlecht!) verstärkt, oder?

Wer solche Nebeneffekte der Einsicht und der „Öffnung des Herzchakras“ nicht scheut, wer sogar noch mit einigen ganzheitlichen kosmetischen Tricks und Ernährungsumstellungen nachhelfen möchte, dem empfehle ich das Buch von Gisela L. Teschke: (siehe unten). Die heute 56-jährige Autorin (das Foto von ihr ist aktuell!) hat als Assistentin in Arztpraxen und später als Kosmetikerin die Probleme der Menschen speziell in puncto Aussehen und Selbstwertgefühl kennen gelernt. Sie ist auch selbst durch einen langen und abenteuerlichen Prozess der Selbstfindung gegangen und gibt seit vielen Jahren in ihrer eigenen Praxis in der Nähe von Hamburg Anleitungen, die innere Schönheit zu entdecken und von dort aus die äußere Schönheit aufblühen zu lassen und zu hegen und zu pflegen.

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