ISLAM, PLATON UND NIETZSCHE

ISLAM, PLATON UND NIETZSCHE

ODER: KÖNNEN WIR AUS FRÜHEREN LEBEN LERNEN?

Haben wir manchmal das deutliche Gefühl, schon einmal gelebt zu haben, vielleicht vor hundert oder tausend Jahren? Im letzten Teil dieser Serie können wir die Auflösung der Frage erfahren und uns zugleich tiefer auf das Mysterium des Seins einlassen

Zu den Weltreligionen werden in der Regel fünf gerechnet: Hinduismus, Buddhismus, Judaismus, Christentum und Islam. In den östlichen Religionen ist – wie wir in vorausgegangenen Teilen dieser Serie bemerken konnten – Reinkarnation selbstverständlich. In den bisher vorgestellten westlichen Religionen Juden- und Christentum ist die Wiederverkörperung der Seele umstritten, aber doch zum Teil anerkannt. Im Islam lehnen die beiden Hauptrichtungen, Sunniten und Schiiten, jegliche Reinkarnation ab. In dieser letzten Folge der Reihe möchte ich auf einige mehrdeutige Stellen im Koran hinweisen und von einem berühmten Vers des Sufi-Poeten Rumi auf den Gedanken der Evolution des Bewusstseins hinführen.

DER KORAN

Im Islam wird wie im Judentum und Christentum eine Auferstehung der Toten beim „Jüngsten Gericht“ (Armageddon) verkündet und geglaubt. Wer im Dschihad, im „Heiligen Krieg gegen die Ungläubigen“ stirbt, dem werden im Koran in einigen Versen spezielle Wonnen nach dem körperlichen Tod versprochen, darunter auch die vielzitierten Jungfrauen. Weltweit gibt es derzeit weit mehr Selbstmordattentäter als jemals zuvor, doch die durch den Islam motivierten stehen zweifellos an der Spitze. Das amerikanische Verteidigungsministerium stellte in einer Studie über Selbstmordattentäter (speziell mit islamischem Hintergrund) fest:

Ich starb als Tier und wurde Mensch. Warum soll ich mich fürchten? Wann wurde ich weniger durch einen Tod? Rumi

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