Panta Rhei
Eine Akademie für Sterben und Trauerarbeit
Die Akademie
Als ich nach einigen Irrfahrten und Nachfragen schließlich das Haus mit dem Schild Panta Rhei finde, bin ich verdutzt. Ich hatte ein Hospiz erwartet, eine Art Privatklinik, umgeben von einem großen Park, wo Menschen in Rollstühlen herumgefahren werden. Nichts dergleichen. Im Flur auf der Treppe empfängt mich eine schlanke Frau mit einem sympathischen, freundlichen Gesicht und klaren, leuchtenden Augen. Gudrun Huber. Sie bittet mich in einen großen, Licht durchfluteten Raum, in dem nur ein kleiner Tisch mit zwei Stühlen und eine große Buddhastatue steht.
Ich erkläre, was ich eigentlich erwartet habe. Mein Gegenüber lacht. „Was wir hier machen, ist einmalig, in Deutschland und vielleicht sogar weltweit. Wir wollen – man kann fast sagen – eine gesellschaftliche Revolution, ein Umdenken, eine Bewusstseinsveränderung, und das in Bezug auf einen einzigen Punkt oder ein Thema, das immer noch grundsätzlich tabuisiert wird: Sterben, Tod und Trauer. Wenn Sterben und Tod nicht mehr vom normalen Alltag ausgegrenzt, sondern auf natürliche Weise integriert sind, wird sich das Leben insgesamt anders anfühlen. Es wird weniger Angst und Sorge um die eigene Person und mehr Mitgefühl geben. Doch ob ich das selbst noch erleben werde? In jedem Fall ist es mein tiefster und stärkster Wunsch, den Tod wieder zurück ins Leben zu holen. Wir – unser Team - gehen Schritt für Schritt zielstrebig weiter.“
„Der Tod darf auch farbig sein. Ja, er sollte gefeiert werden. Ist er nicht die Krönung des Lebens?“ (Gudrun Huber)
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