Sagas und Geysire
Island ist Gastland an der diesjährigen Frankfurter Buchmesse (12.-16.10.)
Sicht auf Island
Island ist für manche Überraschung gut: Der Tourist springt zurück, wenn vor ihm plötzlich eine kochend heiße Wasserfontäne aus dem blubbernden Boden schießt. Vor wenigen Jahren noch galt Island als das reichste Land Europas, dann kam der Bankrott. Und diese Vulkanasche, die alle Flüge lahmlegte! Tatsächlich sorgt die Insel seit Jahrhunderten für Aufsehen, was viele Europäer gar nicht mehr wissen.
874 n. Chr. wurde die Insel erstmals besiedelt. Im 11. Jahrhundert sah der Domkleriker Adam von Bremen das weit abgelegene Island als Musterland christlicher Tugenden, wenn auch die Menschen dort in großer Armut lebten. Im 16. Jahrhundert wandelte sich das Bild radikal. Aufgrund von Erzählungen über furchterregende Vulkane und stinkende Schlammfontänen erschien Island nun als Hölle auf Erden. Jacob Ziegler, ein bayerischer Professor, behauptete in einem 1532 veröffentlichen Büchlein, die isländischen Vulkane seien das Gefängnis für unreine Seelen und die Geister der Ertrunkenen wandelten offen umher. Nach etlichen verunglimpfenden Veröffentlichungen über die Schreckensinsel und ihre unmoralischen Bewohner verfasste der isländische Gelehrte Arngrímur Jónsson (1568-1648) eine Gegenschrift mit dem Titel: „Kurzer Bericht über Island, in dem die Irrtümer der Schriften über diese Insel aufgedeckt werden und den Beschimpfungen und Verleumdungen gewisser Ausländer, mit denen sie die Isländer ohne jede Zurückhaltung zu beleidigen pflegen, entgegengetreten wird.“
Heute leben ca. 300.000 Menschen auf Island, die Hälfte in der Hauptstadt Reykjavik. Bei 200 ins Deutsche übersetzten Neuerscheinungen müssen viele von ihnen Buchautoren sein!
„Wir schätzen gut erzählte Geschichten.“ (Arnaldur Indriðason)
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