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TEIL 2: JUDENTUM UND KABBALA

TEIL 2: JUDENTUM UND KABBALA

Der Glaube an die Reinkarnation in der hinduistischen und buddhistischen Religion ist allgemein bekannt. Doch auch im Judentum gibt es die Vorstellung von einer Wiederverkörperung der Seele auf der Erde. VISIONEN greift Thesen des jüdischen Arztes und Kabbala-Forschers Dr. Eli Erich Lasch auf und stellt Verbindungen zur wissenschaftlichen Forschung von Dr. Ian Stevenson her.

DAS INDIVIDUUM ALS EBENBILD GOTTES

Im Christentum wird der menschliche Körper häufig als „sündiges Fleisch“ verurteilt. Das ist im Judentum nicht so. Hier gilt er als die sichtbare Erscheinung Gottes. Im Zusammenhang mit der Erschaffung des Menschen verwendet die hebräische Bibel (Tora) die Begriffe „zelem“ und „dmut“ - das äußere und das innere Abbild Gottes. Engel erscheinen den Menschen in menschlicher Gestalt, was darauf hinweist, dass der menschliche Körper etwas Heiliges ist. Der Mensch ist eine einmalige Verbindung von Geist und Materie.

Deswegen – so schreibt der 2009 verstorbene jüdische Arzt Dr. Lasch – „muss auch der Leichnam, mit anderen Worten: die Hülle, die übrig geblieben ist, nachdem der Todesengel das Leben mitgenommen hat, mit Respekt und Liebe behandelt werden. Er darf nicht ‚entsorgt’ werden. Genau aus diesem Grunde ist im Judentum das Einäschern verboten. Das trifft natürlich nicht auf Deutschland zu, aber in Israel gibt es keine Krematorien.“

Die Vorstellung, dass wir Menschen ein Ebenbild Gottes seien, ist zweifellos jüdischen Ursprungs. Was bedeutet das aber angesichts der Tatsache, dass wir alle einmal sterben müssen? Gott stirbt ja wohl nicht. Warum müssen wir uns dann mit einigen Jahren Leben auf dieser Erde begnügen? Leben wir woanders, etwa in einem Himmel, weiter? Werden wir irgendwann von den Toten leiblich auferstehen? Oder bezieht sich die für das Judentum zentrale Ebenbildlichkeit auf den unendlichen Kreislauf des Lebens selbst, eines ewigen Geboren- und Wiedergeborenwerdens?

„Gott hat gegeben und Gott hat genommen; der Name Gottes sei gelobt.“ (Hiob, 1,21)

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