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DIE ALCHIMIE DES GELDES

DIE ALCHIMIE DES GELDES

Unendlicher Reichtum durch Zauberei?

Goethe beschrieb bereits in seinem „Faust“ eine Alchimie, deren Prinzipien und Folgen uns heute in die „Wirtschaftskrise“ getrieben haben. Karl Gamper zeigt erstaunliche Zusammenhänge auf.

Beinahe dreihundert Jahre ist es her. Wir sind im Frühjahr anno 1716. John Law flüstert dem König von Frankreich ein Geheimnis zu. Noch in der gleichen Woche entlässt der König darauf hin alle Alchimisten seines Hofes mit diesen Worten: „Wir brauchen euch nicht mehr. Wir haben etwas Besseres.“

Wenige Jahrzehnte später, am 28. August 1749, schenkt Catharina Elisabeth sich und ihrem Mann Johann Caspar Goethe einen Sohn. Wir sind diesmal in Frankfurt am Main. Der Sohn wird auf den Namen Johann Wolfgang getauft und weltberühmt. Sein bekanntestes Drama ist ein alchimistisches Werk, Faust I und II. Goethes Faust ist aktueller denn je, ist doch ein wichtiges Thema darin die Vermehrung des Geldes.

Goethe ist einerseits genau informiert über die beginnende Wissenschaft der Ökonomie, andererseits hat er als Geheimrat in Weimar exakten Einblick in die Struktur der Finanzen und sieht mit scharfem Blick, wie sich das Geld in einem alchimistischen Sinn aus sich heraus und jenseits der Realwirtschaft zu vermehren beginnt. Sein Genius ahnt die Entwicklung über Jahrhunderte voraus. Eine Entwicklung, die er – getreu der Tradition alchimistischer Literatur – verdeckt in seinem Meisterwerk Faust beschreibt. Johann Wolfgang von Goethe stirbt am 22. März 1832. Faust II wird posthum 1833 uraufgeführt.

Wir folgen hier dem Geist Goethes, um – jenseits üblicher Verschwörungstheorien – klar zu stellen, dass unsere Geldwirtschaft „Alchimie pur“ ist. Anders gesagt: Das alchimistische Experiment ist geglückt. Und in diesem Erfolg liegt die Ursache für sein Scheitern. Ein Scheitern, dessen Zeitzeugen wir sind.

Der Zins ist der Untergang unserer Zivilisation. John Maynard Keynes

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