Die vier Charaktertypen Serie Teil 2:
Der sanguinische Charakter
Bei jedem der vier Charaktertypen kann man ein klassisches Vollbild von den Mischformen unterscheiden, die einem im Alltag viel häufiger begegnen und die auf Anhieb nicht so leicht zu erkennen sind. Das verwirrt zunächst Viele, wenn sie anfangen, sich mit der Persönlichkeitspsychologie zu beschäftigen. Doch die Verwirrung löst sich, sobald man ein wichtiges Prinzip durchschaut hat: Weil alle Menschen eines Typs bestimmte Kernsymptome gemeinsam haben, anhand deren man sie sicher identifizieren kann, spielt es keine Rolle, wie deutlich jemand seine Charaktermerkmale zeigt. Findet man bestimmte Kernsymptome, weiß man relativ sicher, dass man es beispielsweise mit einem sanguinischen Charakter zu tun hat (s. Tabelle 1).
ERREGBAR UND EINFÜHLSAM
Der Name des Sanguinikers ist von lateinisch sanguis = Blut abgeleitet. Der Sanguiniker hat ein leicht aufbrausendes Temperament, selbst wenn das nicht immer nach außen tritt (innerlich spürt er die Erregung sehr wohl). Gleichlautend spricht man auch vom „hysterischen“ Charakter. Das Vollbild begegnet einem in Form der auffällig gekleideten Person, die überall die Aufmerksamkeit auf sich zieht, sei es, weil sie so auffallend schön aussieht, so exzentrisch gekleidet ist, so laut redet und aufreizend lacht oder so viel Charme versprüht (s. Eingangsbild „Die Kokotte“ von Gustave Doré). Ein Kernsymptom des Sanguinikers ist seine Fähigkeit, andere Menschen für sich zu begeistern und überall im Mittelpunkt zu stehen. Wer als begnadeter Verkäufer Eskimos Kühlschränke verkauft, wird häufig ein Sanguiniker sein. Schauspieler, Entertainer, Persönlichkeitstrainer und andere Selbstdarsteller gehören oft zur Gruppe der Sanguiniker.
Sanguiniker kann man als wahre Meister in der Kunst der Diplomatie und Menschenführung bezeichnen.
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