GEHEN ALS TRAUERBEWÄLTIGUNG
Im Gespräch mit Barbara Schaefer
Fotos: Barbara Schaefer und Annika Büssemeier
Sie haben sich entschieden, nach dem Unfalltod Ihrer Freundin an den Ort zu wandern, an dem sie verunglückt ist. Eine eher ungewöhnliche Methode, den Verlust zu verarbeiten. Was hat Sie dazu bewogen?
Das Wandern ist etwas, das mir auch sonst nahe liegt. Ich gehe gerne zu Fuß und habe öfter lange Wanderungen gemacht. Manche waren ungewöhnlich, andere eher klassisch, wie Fernwanderungen in den Alpen. Andererseits bin ich auch einfach mal an die Ostsee gegangen, eine Wanderung durch eher unspektakuläre Landschaften. Insofern ist es etwas, das mir vertraut ist, und in dem Moment dachte ich, das ist für mich das Richtige.
Was bedeutet das Gehen für Sie?
Ich finde, es ist etwas Elementares, weil es im wahrsten Sinne des Wortes der Schritt zur Menschwerdung war. Der Mensch hat sich aufgerichtet und läuft auf zwei Beinen los. Damit macht er sich, aus dem ostafrikanischen Graben kommend, die Welt untertan. Das ist der theoretische Überbau. Und mir macht das Gehen einfach Spaß. Es hat etwas Beruhigendes, fast Meditatives. Es bringt einen relativ schnell weg aus dem Alltag und damit auch von den Dingen, die einem so durch den Kopf rasen.
Gehen ist etwas Elementares. Es hat etwas Beruhigendes, fast Meditatives.
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