Musiktherapie für Tiere
Im Gespräch mit der Tierärztin Susan Wagner
Wie beruhigend Musik wirkt, kann jeder schnell für sich herausfinden, indem er eine CD in den Player legt, die speziell zu diesem Zweck komponierte Stücke enthält. Binnen weniger Augenblicke stellt sich schon ein angenehmer Effekt ein. Ob das jedoch auch bei Haustieren klappt? Ich war skeptisch. In meinem Haushalt leben derzeit zwei Hunde. Die Hündin, ein knapp zweijähriger Border Collie-Mix verfügt über einen sehr ausgeglichenen Charakter. Sie bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Wir leben mitten in der Großstadt und selbst der dickste Verkehr und an ihr vorbeihastende Fußgänger können sie nicht aufregen. Mein Rüde, ein fünfjähriger Münsterländer, ist dagegen sehr stressanfällig. Um die Sache noch zu verschlimmern, leidet er an einer Verhaltensstörung. Wenn er gestresst oder überfordert ist, knabbert er an seinen Pfoten, leckt oder kratzt sich und schüttelt den Kopf. Der ideale Kandidat also für ein Musikexperiment.
Nach einem anstrengenden Tag legte ich die dem Buch Mit den Ohren eines Hundes (siehe Buchtipps) beigefügte CD in den Player und wartete ab, was passieren würde. Es erklang ein Klavier. Das Stück kam mir bekannt vor, wurde aber sehr langsam, leise und in einer tieferen Tonlage als üblich gespielt. Meine beiden Hunde rollten sich innerhalb weniger Minuten, nachdem ich den Player angestellt hatte, zusammen und kurz darauf waren sie eingeschlafen.
Immer noch nicht wirklich überzeugt, probierte ich es auch noch in den folgenden Tagen. Immer mit dem gleichen Ergebnis. Neugierig geworden kontaktierte ich Dr. Susan Wagner in Columbus, Ohio, um mehr über die Musiktherapie für Tiere zu erfahren.
Tiere spiegeln ihre Menschen. Ein gestresster oder ängstlicher Vierbeiner lebt nicht selten mit einem gestressten oder unsicheren Menschen zusammen.
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