Tarot ist das Navigationssystem für die Seele
Im Gespräch mit Rachel Pollack
Bilder Tarot Rachel Pollack: Emperor /©Urania Verlag Wold/Urania ©Verlag
Am Beginn Ihres gerade erschienenen Buchs Tarot-Weisheit weisen Sie darauf hin, dass die Tarot-Karten auch durchaus als Spiel verwendet werden können. Meinen Sie damit die kleine Arkana, die sehr viele Parallelen zu herkömmlichen Spielkarten aufweist?
Nein, ich meine das ganze Deck, die kleine und große Arkana. Historiker vertreten die Ansicht, dass die Karten ursprünglich als Spiel kreiert wurden, allerdings nicht für die Art Kartenspiel, wie wir es vom Poker oder Black Jack her kennen, sondern eher vergleichbar mit Bridge. Es gibt Leute, die die Ansicht vertreten, das Tarot sei der Vorläufer des Bridge-Spiels. Auch wenn das heute nicht mehr so weit verbreitet ist, kann man ein Tarot-Deck durchaus für ein Kartenspiel wie Bridge oder Rommé verwenden, man muss nur ein paar Karten herausnehmen. Das italienische Tarocchi ist tatsächlich ursprünglich ein Kartenspiel gewesen. Mein erstes Deck war das Rider Waite, weil es vor 40 Jahren in Amerika noch kein anderes zu kaufen gab. Ich nahm es einmal mit auf eine Reise nach Frankreich. Dort besuchte ich für einige Tage ein paar Künstler. Sie waren völlig überrascht, dass man Tarot-Karten für spirituelle Zwecke und Weissagung verwenden kann. Und ich war mehr als erstaunt, dass die Karten auch als Spielkarten benutzt werden.
Der Kerngedanke des Tarot ist für mich die Führung durchs Leben, und zwar durch sämtliche Ebenen bis hin zu einem sehr spirituellen Level.
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