Teil V: Samhain und Halloween
Bald treiben sie wieder ihr Unwesen - Hexen, Geister und Spukgestalten. Sie klopfen an Türen und fordern Süßigkeiten, sonst spielen sie den Heimgesuchten Streiche. Die Nacht auf den 1. November ist längst fester Bestandteil des Partykalenders geworden. Dabei war sie einst eines der keltischen Hochfeste: Samhain.
Der Brauch, um Süßigkeiten zu feilschen, wird im angelsächsischen Raum trick-or-treat genannt. Er geht auf die keltische Tradition zurück, für die Verstorbenen zu Samhain Speisen als Willkommensgeste bereitzustellen. Denn man glaubte, dass in dieser Nacht die Tore zur Ahnenwelt, die sie Tir na n’og nannten, besonders durchlässig waren. Zu den Opfergaben zählten Nüsse, Obst, frisch geerntete Feldfrüchte, Milch, Gebäck oder Süßigkeiten. „Man glaubt, dass solche Gaben über eine eigene Energie verfügen und dass man mit der Opferung die Essenz dieser materiellen Dinge zu den Toten sendet als aktive Übermittlung positiver Energie“, erklärt die amerikanische Wicca-Priesterin Silver Raven Wolf. Opfergaben für Verstorbene sind bis heute weit verbreitet und beinhalten längst nicht nur Nahrungsmittel. Es können auch Räucherwerk, Steine, Muscheln, Blumen oder andere Gegenstände sein.
Gaben für die Ahnen verfügen über eine eigene Energie. Durch die Opferung wird die Essenz dieser materiellen Dinge als positive Energie an die Toten übermittelt.
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