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Wenn Tiere reden könnten

Wenn Tiere reden könnten

Verhaltensforscher Immanuel Birmelin über Intelligenz und Bewusstsein bei Tieren

Mit Filmen, wie Wer ist klüger: Hund oder Katze und Was wäre wenn Tiere reden könnten, wurde Immanuel Birmelin bekannt. Seit vielen Jahren beschäftigt sich der Verhaltensbiologe mit dem Thema Intelligenz und Bewusstsein bei Tieren. Für seine Studien reist der Freiburger Wissenschaftler rund um den Globus. Dabei beobachtet er Tiere in freier Wildbahn ebenso wie Raubkatzen, Affen oder Elefanten in Gefangenschaft und ist zu erstaunlichen Erkenntnissen gelangt darüber, zu welchen Leistungen sie fähig sind. Aus Anlass des Welttierschutztages am 4. Oktober sprach VISIONEN -Redakteurin Claudia Hötzendorfer mit Immanuel Birmelin über seine Forschungsarbeit und das ambivalente Verhältnis des Menschen zum Tier.

Der Tierschutz ist im Grundgesetz nur mit Einschränkungen verankert. Warum tun wir uns immer noch so schwer damit, Tieren ein Bewusstsein und Intelligenz zuzuerkennen?

Ich glaube, in ihrem tiefsten Inneren wollen die Menschen das nicht. Nähme man den Gedanken wirklich ernst, würde man für die Mitgeschöpfe auch ein anderes Gefühl entwickeln. Dann wären manche Dinge, die wir mit Tieren anstellen, nicht mehr möglich. Es müsste ja eine konsequente Handlung darauf folgen, und diese Konsequenz will die Mehrheit nicht ziehen. Das heißt, im Alltag müssten sie beispielsweise mit ihren Haustieren ganz anders umgehen.

Ich denke da etwa an den Trend der Pädagogisierung von Hunden. Natürlich muss man den Umgang mit ihnen lernen, aber sie sind keine Maschine, die immer pariert. Ich bin der Meinung, dass sie ihre eigene Persönlichkeit mitbringen. Wenn sie zu etwas keine Lust haben, dann haben sie eben keine. Aber gerade Hunde werden dann gern so lange gedrängt, bis sie das gewünschte Verhalten abliefern. Deshalb ziehe ich den Schluss, wenn man den Tieren ein Bewusstsein und Intelligenz zuspricht, muss man im Umgang mit ihnen weit mehr akzeptieren, als wir oft bereit sind.

Wenn man den Tieren ein Bewusstsein und Intelligenz zuspricht, muss man im Umgang mit ihnen weit mehr akzeptieren, als wir oft bereit sind.

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