Wenn Tiere reden könnten
Verhaltensforscher Immanuel Birmelin über Intelligenz und Bewusstsein bei Tieren
Der Tierschutz ist im Grundgesetz nur mit Einschränkungen verankert. Warum tun wir uns immer noch so schwer damit, Tieren ein Bewusstsein und Intelligenz zuzuerkennen?
Ich glaube, in ihrem tiefsten Inneren wollen die Menschen das nicht. Nähme man den Gedanken wirklich ernst, würde man für die Mitgeschöpfe auch ein anderes Gefühl entwickeln. Dann wären manche Dinge, die wir mit Tieren anstellen, nicht mehr möglich. Es müsste ja eine konsequente Handlung darauf folgen, und diese Konsequenz will die Mehrheit nicht ziehen. Das heißt, im Alltag müssten sie beispielsweise mit ihren Haustieren ganz anders umgehen.
Ich denke da etwa an den Trend der Pädagogisierung von Hunden. Natürlich muss man den Umgang mit ihnen lernen, aber sie sind keine Maschine, die immer pariert. Ich bin der Meinung, dass sie ihre eigene Persönlichkeit mitbringen. Wenn sie zu etwas keine Lust haben, dann haben sie eben keine. Aber gerade Hunde werden dann gern so lange gedrängt, bis sie das gewünschte Verhalten abliefern. Deshalb ziehe ich den Schluss, wenn man den Tieren ein Bewusstsein und Intelligenz zuspricht, muss man im Umgang mit ihnen weit mehr akzeptieren, als wir oft bereit sind.
Wenn man den Tieren ein Bewusstsein und Intelligenz zuspricht, muss man im Umgang mit ihnen weit mehr akzeptieren, als wir oft bereit sind.
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