SPIRITUALITÄT FÜR KINDER
Kindern mit einfachen Hilfsmitteln geistige Wahrheiten anschaulich machen
Geistiges Wissen kindgerecht vermitteln
Die nachfolgenden Lektionen basieren auf universellen Grundsätzen, die ungeachtet von Land, Kultur und Religion überall gültig sind.
Jedem physikalischen entspricht ein geistiges Gesetz. Kindern zu helfen, mit beidem umzugehen, schenkt ihnen das nötige Vertrauen, den Stürmen des Lebens standzuhalten
Als Mutter, Lehrerin für die pädagogische Fortbildung von Eltern und Erziehern sowie Schülerin spiritueller und universeller Grundsätze empfand ich ein großes Bedürfnis nach einer kindgerechten Form der Wissensübermittlung geistiger und spiritueller Prinzipien. So kam es zur Verbindung zweier beliebter Lehrmittel – optischer Hilfen und anschaulicher Analogien –, um den Kindern die Grundsätze der Wahrheit näher zu bringen.
Zu jedem physikalischen gehört ein entsprechendes geistiges Gesetz. Kindern zu ermöglichen, mit den geistigen ebenso wie mit den physikalischen Gesetzen umzugehen, schenkt ihnen den Frieden, das Vertrauen und die Freude, die es ihnen ermöglichen, den Stürmen des Lebens standzuhalten.
Die nachfolgenden Lektionen setzen diesen Prozess in Gang. Sie sind als Hilfen für viel beschäftigte Eltern gedacht, die sich aber dennoch zehn Minuten täglich nehmen wollen, um mit ihren Kindern hohe Grundsätze zu erfahren. Aber auch viele Lehrer, geistige Führer und Berater werden sie hilfreich finden.
Was am schwierigsten ist, lernt man am leichtesten mit Symbolen statt Worten; und einfache Gegenstände oder Symbole können oft schwer fassbare Wahrheiten verständlich machen. Schon lange nimmt man Gebrauchsgegenstände zu Hilfe, um Unbekanntes zu erklären. In diesen Lektionen dient das Konkrete dazu, uns das Abstrakte zu verdeutlichen.
Kinder für das Leben stärken
Ich bin überzeugt, dass viele Kinder intuitiv um diese Wahrheiten wissen, aber sie brauchen die Hilfe ihrer Eltern, um sich voll und ganz daran zu erinnern.
Je öfter Ihre Kinder daran erinnert werden, dass in dieser Welt spirituelle und geistige Gesetze wirksam sind und dass sie ihre Erfahrungen diesen zufolge schaffen, desto weniger fühlen sie sich als Opfer der Umstände. Sie nehmen die Zügel für ihr Leben stärker in die Hand, fühlen sich eins mit anderen und werden innerlich froh. Sie werden immer seltener von Befürchtungen und Ängsten heimgesucht, die das Lernen und die Freude so sehr behindern. Angst ist gewöhnlich etwas Falsches, das sich den Anschein von Realität gibt. Je besser Kinder um die tiefinneren Wahrheiten wissen, desto weniger lassen sie sich durch Falsches irreleiten, das sich im Massenbewusstsein festgesetzt hat und aussieht, als sei es real. Außerdem gewinnen sie dann einen immer freieren Zugang zur Freude – der Energie der Liebe, die ihr Geburtsrecht ist.
Erinnern wir also unsere Kinder immer wieder daran, dass sie nicht nur die Form sind, die wir sehen – nämlich Körper –, sondern multidimensionale spirituelle Wesen, die hier sind, um sich einer körperlichen Erfahrung zu erfreuen. Wir haben die Pflicht, sie nach innen zu ihrem inneren Lehrer zu führen, damit sie bewusst werden, welche innere Aufgabe sie haben und welches ihre Herzenswünsche sind; dann bieten wir ihnen das Werkzeug – die universellen Grundsätze – an, mit denen sie ihre Wünsche umsetzen können. Wenn Kopf und Herz in Einklang sind, werden sie Freude leben.
UNSERE BEZIEHUNG ZU GOTT
Erforderliches Material: Ein ganzer Brotlaib, von dem Sie einige verschieden große Stücke abbrechen. Wenn Sie die Lektion nur mit einem oder zwei Kindern machen, reicht auch eine Semmel.
Anleitung
Geben Sie jedem Kind ein Stück Brot. „Sehen Eure Stücke gleich aus? Nein? Was ist daran nicht gleich?“ Erklären Sie, dass jedes Stück Brot dieselben Zutaten enthält und dass nicht etwa das eine Stück mehr Salz, das andere mehr Mehl enthält.
Erklären Sie, dass die Brotstücke uns entsprechen. Wir sind aus demselben Stoff gemacht, auch wenn wir verschieden geformt und unterschiedlich groß sind. Der Brotlaib stellt die Seele oder Gott dar, und weil die Seele überall ist, ist sie in jedem von uns. Wir sind alle ein kleiner Teil der Seele und haben alle die göttlichen Eigenschaften wie Frieden, Freude, Klarheit, Liebe, Gesundheit, Ordnung, Weisheit, Macht usw. in uns.
Führen Sie aus, dass das für alle Menschen auf der Erde zutrifft. Egal, wie sie aussehen oder handeln, in allen sind die Eigenschaften der Seele vorhanden. Nur sind sie in manchen tief verborgen, weil sie nicht wissen, dass sie sie haben. Wir können diesen Menschen helfen, wenn wir die Liebe, den Frieden, die Ordnung, Gesundheit und Güte in ihnen zum Vorschein bringen, die – wie wir wissen – in ihnen stecken. Wir gehören alle zur Seele; es gibt keine Trennung.
Wenn Sie wollen, führen Sie diesen Gedanken weiter aus und beziehen Tiere und Pflanzen mit ein.
DAS GESETZ VON URSACHE UND WIRKUNG
Erforderliches Material: Ein Gummiband.
Je besser Kinder wissen, dass in dieser Welt spirituelle Gesetze wirksam sind, desto weniger lassen sie sich durch Falsches irreleiten, das sich im Massenbewusstsein festgesetzt hat.
Anleitung
Eine der Bezeichnungen für das Grundgesetz von Ursache und Wirkung ist der Bumerang- Effekt. Diese Lektion soll uns daran erinnern, dass wir ernten, was wir säen, dass es aus dem Wald so heraus schallt, wie wir hinein rufen – dass das zurück kommt, was wir hinaus schicken.
Die Kinder sehen Ihnen zu, während Sie ein Gummiband in die Finger nehmen, es auseinander ziehen und zurück schnellen lassen. Tun Sie das ein paarmal. „Das Gesetz von Ursache und Wirkung funktioniert so, dass das zurück kommt, was wir hinaus schicken – wie beim Gummiband. Was immer wir durch Gedanken, Worte oder Taten ins Universum schicken, kommt an seinen Ausgangspunkt zurück. Wenn wir also freundliche Gedanken und Taten hinaus schicken, ziehen wir die Freundlichkeit anderer an.“
„Was der Mensch sät, das soll er ernten“, lautet ein anderer bekannter Satz über den Bumerang-Effekt. Wenn wir etwas mit anderen teilen oder ihnen helfen, stellen wir fest, dass sie ebenfalls gerne mit uns teilen oder uns helfen. Sind wir ängstlich oder verhalten uns so, als fürchteten wir, verletzt zu werden oder etwas zu verlieren, dann werden wir unweigerlich eben diese Erfahrungen in unserer Welt machen.
Lassen Sie die Lektion positiv ausklingen, und erwähnen Sie, wie groß die schöpferische Kraft der Kinder und ihre Fähigkeit ist, durch Gedanken und Gefühle darüber zu entscheiden, was sie in ihr Leben einlassen wollen. Jeder Handlung geht immer ein Gedanke und ein Gefühl voraus.
WACHSTUM ERFORDERT VERÄNDERUNG
Diese Lektion ist speziell angezeigt, wenn ein Kind vor einer Veränderung steht oder ihm etwas Ungewohntes bevorsteht, etwa dass es in eine Jugendgruppe eintritt, in eine Fußballmannschaft aufgenommen wird, in ein Ferienlager geht, zum ersten Mal bei einem Freund übernachtet oder in eine neue Schule kommt.
Erforderliches Material: Eine Topfpflanze, die so groß geworden ist, dass sie umgepflanzt werden muss. Wenn Sie keine haben, nehmen Sie einen kleinen Ton- oder Plastik-Blumentopf, den Sie mit Schnur ausstopfen und in den Sie eine künstliche Blume stellen.
Anleitung
Wenn Sie keine echte Topfpflanze verwenden, erklären Sie, dass die Schnur die Wurzeln der Pflanze sein sollen. „Wurzeln brauchen viel Erde, damit sie wachsen können, aber diese Wurzeln sind so gewachsen, dass fast kein Platz mehr für die Erde bleibt. Wir müssen die Pflanze aus dem alten Topf heraus nehmen und sie in einen größeren stellen, sonst kann sie nicht weiter wachsen.“
Erläutern Sie, dass Menschen genauso sind wie Pflanzen und von Zeit zu Zeit auch mehr Raum zum Wachsen brauchen. Vergleichen Sie den Topf mit früheren Gedanken der Kinder über sich selbst. Der alte Topf – oder diese alten Denkweise – fühlt sich manchmal so behaglich an, dass wir uns richtig gehend aus unserer „gemütlichen Ecke“ hinaus stoßen müssen. Wenn wir das nicht tun, hören wir auf zu wachsen, genauso wie die Pflanze nicht weiter wachsen kann, wenn sie in einem zu kleinen Gefäß steht. Der alte Topf war früher genau richtig für die Pflanze und hat ihr gegeben, was sie brauchte. Aber jetzt ist sie gewachsen, und eine Veränderung ist nötig, damit sie weiter wachsen kann.
Besprechen Sie, dass es gut ist, wenn Kinder ihre alten Vorstellungen über sich ändern, wenn sie wachsen und alle ihre Möglichkeiten ausschöpfen wollen. Helfen Sie ihnen, Veränderungen als Mittel zum „Werden“ zu sehen, und geben Sie anschauliche Vergleiche, zum Beispiel Eicheln, die aufspringen, damit ein neuer Baum daraus entsteht, oder Raupen, die zu Schmetterlingen werden.
JEDES PROBLEM ENTHÄLT EIN GESCHENK
Erforderliches Material: Mehrere Blätter Notizpapier und ein Bleistift, ein etwa zur Hälfte mit zusammengeknülltem Zeitungspapier gefüllter Papierkorb – und ein kleines Geschenkpäckchen mit Geschenkband und Schleife unter dem Zeitungspapier. Legen Sie Zettel in die Schachtel, auf denen je nach Verständnisebene der Kinder beispielsweise Folgendes steht:
- Probleme sind Freunde, weil sie mir helfen, stark zu werden.
- In jedem Nachteil steckt ein Vorteil. Den schaue ich mir jetzt an.
- Aus diesem Problem entsteht sicher etwas Gutes.
- Meine Schwierigkeiten sind Lernmöglichkeiten.
- Zu jedem Problem gibt es eine Lösung.
Anleitung
Fordern Sie die Kinder auf, einige Probleme zu nennen, die sie zur Zeit gerade haben. Schreiben Sie jedes genannte Problem auf ein Stück Papier. Lassen Sie die Kinder es zusammenknüllen und in den Papierkorb werfen. (Ältere Kinder können ihre Probleme selber aufschreiben.)
Wenn alle Probleme im Papierkorb gelandet sind, erklären Sie, dass in jedem Problem und in jeder Schwierigkeit stets ein Geschenk verborgen ist – wir brauchen es nur zu suchen. Geben Sie den Papierkorb einem der Kinder, und bitten Sie es, das Geschenk unter den Problemen zu suchen.
Lassen Sie das Kind das Geschenkpäckchen öffnen, und lesen Sie vor, was auf den Zetteln steht. Sprechen Sie darüber, und halten Sie zur Illustration einige Beispiele aus Ihrem eigenen Erfahrungsschatz bereit.
Schlagen Sie den Kindern vor, das Problem umzubenennen, wenn sie das Geschenk darin gefunden haben. Nennen Sie die Probleme „Herausforderungen“, „Lernmöglichkeiten“ oder „Wachstumsgeschenke“.
Vielleicht hilft es den Kindern, sich an diese Anleitung zu erinnern, wenn sie ähnliche Geschenkpäckchen in ihrem Zimmer haben
MIT DEM URSPRUNG VERBUNDEN BLEIBEN
Erforderliches Material: Eine kleine Tischlampe, möglichst mit abnehmbarem Schirm, und eine Glühbirne.
Anleitung
Deuten Sie auf die Steckdose, in der das Kabel der Lampe steckt. „Die Steckdose wollen wir den Ursprung nennen, und die Lampe sind wir. Das Kabel soll unsere Verbindung zum Ursprung, die Leitung zur reinen, positiven Energie, die aus dieser Quelle strömt, darstellen. Die Birne zeigt den Grad unserer Verbindung an – die Menge positiver Energie, die uns durchströmt, den Grad unserer Schwingungen oder die Menge an Licht und Liebe, die von uns ausgehen.“
Deuten Sie auf die noch immer ausgeschaltete Lampe. „Die meisten Menschen sind wie diese Birne: Sie sind zwar da, aber ihr Licht leuchtet nicht in die Welt. Sie sind immer noch im Ursprung eingestöpselt (zeigen Sie auf die Steckdose), denn wenn sie das nicht wären, wäre ihr Körper nicht am Leben. Sie haben einfach nur die Leitung abgeschaltet, die zum Ursprung führt.“
Deuten Sie nun auf den Schalter: „Dieser Schalter ist unser freier Wille. Wir haben täglich die Wahl, wie sehr wir uns der Liebe und Energie des Schöpfers öffnen und wie viel davon wir einlassen wollen. (Schalten Sie die Birne an.) Wir haben die Wahl, sie durch Negativität abzublocken oder ein wirklich strahlendes Licht auf dieser Erde zu sein. Seht nur, wie hell dieses Licht ist. Es erinnert mich an manche Menschen, die der schöpferischen Kraft, der Erde und anderen so hingebungsvoll dienen, dass ihr Licht hell leuchtet. Das liegt daran, dass sie ihre Verbindung stark und rein bewahren. Viele nehmen sich täglich Zeit, um still dazusitzen, zu meditieren oder zu beten; dadurch bleiben sie mit dem Ursprung und ihrem inneren Selbst in Einklang.“ Erwähnen Sie einige solcher Menschen, von denen die Kinder vielleicht gehört haben.
Kommen Sie noch einmal auf die Steckdose zurück, und erinnern Sie die Kinder daran, dass sie immer an den Ursprung angeschlossen sind, aber die Wahl (den Schalter) haben, wie viel reine, positive Energie sie einlassen wollen.

