MEDIZIN: Homöopathen warnen vor Selbstbehandlung schwerer Krankheiten

November 2011

Der Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) warnt vor der Selbstbehandlung schwerwiegender Erkrankungen. In Italien starb Ende Oktober ein Kleinkind an einer Lungenentzündung, das laut der Zeitung „La Republica“ ausschließlich von seinen Eltern homöopathisch behandelt worden war. Neben der Lungenentzündung litt der Junge an einer Gastroenteritis. Aktuell ermittelt die zuständige Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung gegen das Ehepaar. Sie hätten es unterlassen, das Kind von einem Spezialisten untersuchen zu lassen, obwohl seine Symptome andauerten und alarmierend gewesen seien. Der Vater des Kindes gibt sich in seinem Lebenslauf als Spezialist in der Homöopathie aus, ist jedoch in Italien nicht als Homöopath registriert. „Die Selbstbehandlung einer Pneumonie ist generell unverantwortlich“, sagt Cornelia Bajic, Vorsitzende des DZVhÄ, „ob mit Homöopathika oder anderen Medikamenten.“ Die Behandlung dieser Erkrankung gehört in die Hand eines Kinderarztes, der dann über eine sinnvolle Therapie zu entscheiden habe. Selbst ernannte Spezialisten in der Homöopathie seien eine große Gefahr sowohl für Erkrankte als auch für die Reputation homöopathischer Ärzte.

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