POLITIK: Falsche Mönche in Tibet
Seit den blutig niedergeschlagenen Protesten der Tibeter reißt die Welle der Empörung gegen die kommunistische Volksregierung in China nicht ab. Wo immer bisher das olympische Feuer auf dem weltweiten Weg von Griechenland nach Peking öffentlich getragen wurde, kam es zu Demonstrationen. Die Fakkelträger waren stets umringt von chinesischen Schutztruppen und viel Polizei, die Wege wurden umgeleitet und verkürzt. Keine olympische Begeisterung mag aufkommen angesichts der brutalen Unterdrückung der Tibeter, der Verletzung der Menschenrechte und des Verbots der Meinungsfreiheit seitens der chinesischen Regierung. Einen Boykott der Spiele lehnen westliche Politiker, die Sportkomitees und selbst der Dalai Lama ab, weil das nur zu mehr Spannungen führen würde. Zugleich versuchten die Politiker die chinesische Regierung dazu zu bewegen, sich mit dem Dalai Lama zu einem ersten Gespräch zu treffen. Lange umsonst. Doch Anfang Mai fanden erste Gespräche zwischen China und Vertretern des Dalai Lama statt. Er wird in China nach wie vor als „Spalter“ und Anführer des Widerstands dargestellt, und bis auf wenige Ausnahmen (wie verhaftete Bürgerrechtler) glauben die Chinesen, was ihnen in den streng zensierten Medien suggeriert wird. So sind alle Berichterstattungen aus Lhasa und anderen Teilen Tibets gefälscht. Der Dalai Lama hatte bereits die Vermutung geäußert, dass die angeblich „gewalttätigen“ Mönche in Wirklichkeit chinesische Soldaten seien, als Mönche verkleidet. Diese Vermutung könnten heimlich aufgenommene Fotos bestätigen. Da halten Soldaten der „Volksbefreiungsarmee“ Mönchsroben in den Händen. Auf seinem Deutschlandbesuch im Mai bat der Dalai Lama noch einmal um deutsche und internationale Unterstützung in der Tibetfrage und darum, stärker auf die Verletzung der Menschenrechte in China hinzuweisen.
Quelle / Info: u.a.: Canada free press

